Heimatverein Erkelenzer Lande: „Heimat ist mein zweiter Vorname“

Von: Ingo Kalauz
Letzte Aktualisierung:
15118371.jpg
Vorsitzender Günther Merkens (li.) und Geschäftsführer Theo Goertz hießen Hastenraths Will als 1400. Mitglied im Heimatverein der Erkelenzer Lande willkommen. Der Saeffelener nannte seinen Beitritt einen Teil seines Projektes „Aufbau Ost“. Foto: Kalauz

Erkelenz. Günther Merkens ist gerade mitten in der Erläuterung des sowohl erneut ebenso umfangreichen wie ambitionierten Programmes des Heimatvereins der Erkelenzer Lande für das kommende Jahr 2018, als er ziemlich unsanft von seinem Geschäftsführer Theo Goertz unterbrochen wird.

Aber der erste Vorsitzende des Vereins, dessen immenser Aufschwung in den vergangenen Jahren nicht zuletzt auch mit seinem Namen verbunden ist, legt das Manuskript bereitwillig zur Seite, als er den Grund für die Unterbrechung leibhaftig zu Gesicht bekommt: Theo Goertz präsentiert ihm das 1400. Mitglied des Erkelenzer Heimatvereins. Und das ist niemand anderes als das Saeffelener Urgestein Will Hastenrath.

Merkens schüttelt dem die Hand und nennt Hastenraths Will eine „schillernde Persönlichkeit“. Der lüpft ansatzweise seine Schirmmütze, bedankt sich brav und deutet an, „im Zuge der Globalisation“ seine „umfangreichen Erfahrungen“ in Sachen Tourismus im Selfkant den Erkelenzern zugute kommen zu lassen, er betrachte das als eine Art Aufbau Ost. „Die Mitgliedsurkunde kommt gerahmt aufs Gästeklo. Da sehen sie die meisten“, verspricht Hastenraths Will und versichert, dass „Heimat mein zweiter Vorname ist“, ehe Günther Merkens in der Vorstellung des Programms des Heimatvereins der Erkelenzer Lande für die nächsten Monate fortfahren kann.

Da stehen sowohl Fahrten zu Ausstellungen „großer“ Künstler, Mehrtagesfahrten mit kulturellem Rahmenprogramm, Tagesfahrten zu wenig bis kaum bekannten kulturellen Schätzchen in der näheren Umgebung als auch Vorträge, Konzerte, Projekte, Präsentationen, Dokumentationen, Mundartabende und Bücherbörse auf der Agenda. Dass man noch in diesem Monat zu einem Vortrag über die „Kirchengeschichte von St. Dionysius“ in die Pfarrkirche nach Doveren lädt, hat, so Günther Merkens, einen besonderen Grund: „Die erste Fahrt des im April 1948 wieder belebten Heimatvereins der Erkelenzer Lande führte nach St. Dionysius in Doveren.“ Man fuhr damals mit der Bahn, umsteigen in Ratheim.

Natürlich wird es auch eine besondere Feier zum jetzt 70. Geburtstag des Heimatvereins geben.

Zahlreiche Reisen geplant

Unter dem Titel „Wenn das Gute liegt so nah“ bietet man Tagesfahrten nach Stolberg, Herzogenrath und in die Abtei Rolduc; nach Schloss Rheydt, Liedberg und Korschenbroich; nach Zülpich; nach Montfort und Echt-Susteren sowie ins Kloster Steinfeld und Monschau an. Mehrtagesfahrten geplant sind ins „Herz von England“ geplant, wo man unter anderem Shakespeares Geburtsort Stradford-upon-Avon besucht; auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostelea; nach Sardinien; im Advent nach Oberfranken; aber auch nach Karlsruhe, wo man die Ausstellung „Cezanne – Metamorphosen“ besucht; nach Braunschweig, Wolfenbüttel und Hildesheim, da macht man sich auf die „Spuren von Herzögen und Bischöfen“; „An die Mosel und die Saar“, wobei man die Ausstellung „Karl Marx“ in Trier goutiert; im Frühling ins Tessin und in die Toscana („Eine Region wie aus dem Bilderbuch“); im Frühsommer (hoffentlich) zur Lavendelblüte in die Provence; nach Furth im Walde und nach Pilsen; in Lyon schließlich will man sich von dem großen Paul Bocuse bekochen lassen, ehe man „Vorweihnachten in Prag“ verbringt. Der Heimatverein der Erkelenzer Lande wird in einem Vortrag die Ergebnisse der Grabungen am inzwischen den Schaufelradbaggern von RWE Power zum Opfer gefallenen Haus Paland im verschwundenen Ort Borschemich vorstellen: „Man wird staunen, was da alles herausgefunden wurde“, sagt Günther Merkens.

CD-Projekte

Eine Mundart-CD mit Gedichten und Liedern von Theo Schläger ist ebenso in der Mache wie eine CD mit dem Cornelius-Burgh-Chor fest geplant ist. Zu einem ganz großen Projekt des Heimatvereins soll, so Merkens, im September „möglicherweise schon die Tür geöffnet, sicher aber ein Blick durch das Fenster möglich werden“: An dem „Virtuellen Museum“ wird von Fachleuten mit Hochdruck gearbeitet. Auf das, was man dann mit Digitaltechnik zu sehen bekommt, darf man gespannt sein. Was Günther Merkens und sein Team jetzt ganz analog auf die Beine gestellt haben, das kann sich auf alle Fälle mehr als sehen lassen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert