Heimatverein Erkelenz bietet Hückelhoven Hilfe

Von: Helmut Wichlatz
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Hückelhoven/Erkelenz. Der Heimatverein der Erkelenzer Lande will einen Arbeitskreis gründen, der sich nur mit der Hückelhovener Geschichte befasst. Der Heimatverein habe sich in seiner Arbeit nie auf die Stadt Erkelenz beschränkt, betonte der Vorsitzende Günther Merkens bei der Gründungsversammlung im Hotel am Park.

Als Beleg dafür sei auch zu sehen, dass bereits über hundert Hückelhovener dem Heimatverein beigetreten sind. Durch die Gründung des Arbeitskreises wolle man Synergien schaffen und die themenbezogene Arbeit in Hückelhoven unter einem neutralen Dach bündeln, erklärte auch Willi Spichartz, der schon vor zwei Jahren über die Gründung eines Geschichtsvereins nachgedacht hatte.

Den Hilfarther Korbmachern, dem Förderverein Schacht 3 und den Mineralienfreunden wolle man keine Konkurrenz machen. Als Arbeitskreis des Heimatvereins könne man vor allem von dessen professioneller Struktur profitieren und die allem Anschein nach immer noch bestehenden Rivalitäten zwischen den Hückelhovener Ortschaften überwinden. An sich eine gute Sache, doch schon in der Diskussion zeigten die Anwesenden, dass man bei weitem nicht einer Meinung sei und einige das Dach, das der Heimatverein bieten kann, auch als Deckel wahrnehmen.

Dabei soll der Arbeitskreis ebenso wie die bereits bestehenden neun Arbeitskreise des Heimatvereins seine Ziele und Strukturen weitestgehend autonom festlegen und organisieren, dabei aber von den Strukturen und finanziellen Mitteln des Heimatvereins profitieren. Geplant sind themenbezogene Publikationen für die Schriftenreihe des Heimatvereins, Vorträge, informative, themenbezogene Broschüren und Stadtführungen.

Eine inhaltliche Unterscheidung zwischen Geschichts- und Heimatverein sei nicht gegeben, erklärte auch Wilfried Mercks, der auf die Route gegen das Vergessen verwies, mit der in Erkelenz an das jüdische Leben in der Stadt erinnert wird und die vom Heimatverein erarbeitet wurde. Wichtig sei, dass die Arbeit der historisch interessierten Bürger dokumentiert und für die Nachwelt erhalten bleibe, betonte Merkens. Dabei sei vor allem Eile geboten, denn „langsam laufen uns die Zeitzeugen weg“. Deshalb müsse gehandelt werden, damit nichts verloren gehe.

Bürgermeister Bernd Jansen sah keine Berührungsängste mit dem Heimatverein und verwies ebenfalls auf die Vorteile und Synergien, die sich durch eine Kooperation ergeben. Es wurde eine Liste herumgereicht, in der mögliche Themen zusammengetragen wurden. Auf Basis dieser Liste sollen zunächst Themenkomplexe erstellt werden, die in einem weiteren Treffen konkretisiert werden sollen. Dass Hückelhoven eine vorindustrielle Geschichte hat, die es zu erforschen lohne, zeigte Spichartz anhand der Kopie einer Urkunde aus dem Jahr 1563, die er Bürgermeister Jansen überreichte. Darin belehnt Herzog Wilhelm V. von Jülich (1516 bis 1592) einen Dietrich von Hückelhoven und dessen Frau Elisabeth mit einer Mühle in Millich.

Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert hatte der Ort Hückelhoven selbst nur einige hundert Einwohner. Zur Stadt wurde der Ort erst durch die Zeche und den Zuzug von Menschen aus allen Teilen Deutschlands. Ihre heutige Größe verdankt die Stadt auch der Kommunalreform von 1972, bei der bis dahin selbständige Ortschaften zu Ortsteilen wurden.

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