Heimatmuseum auf dem Schachtgelände geplant

Von: Helmut Wichlatz
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Hückelhoven-Hilfarth. Manchmal glaubt man ja erst, wie gut es einem geht, wenn man mal ausgiebig darüber gesprochen hat. Aus diesem Grunde hatte die Angestelltenortsgruppe der IGBCE zu einem informativen Nachmittag mit Bürgermeister Bernd Jansen in die Gaststätte Sodekamp-Dohmen eingeladen.

Und Jansen hatte eine Menge zu berichten, nachdem Anne Grambusch von der IGBCE ihm das Wort erteilt hatte. Ausgangspunkt der Bestandsaufnahme war der 27. März 1997, als die letzte Kohle aus der Zeche geholt wurde und Angst in Hückelhoven das bestimmende Gefühl war. „Wenn die Zeche stirbt, stirbt die Region“, sei das Motto zum gefühlten Weltuntergang gewesen. Daraus habe die Stadt jedoch ein „Wandel als Chance“ gemacht – und diese Chance auch konsequent genutzt.

Deshalb stehe Hückelhoven im Vergleich zu den Nachbarkommunen sehr gut da und weise heute mehr steuerpflichtige Arbeitsplätze auf als zu Zechenzeiten. Vom finanziellen Tiefpunkt 2003 mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro habe sich die Stadt auf rund 16 Millionen im vorigen Jahr gemausert und weise einen „gesunden Branchenmix“ und die geringsten Steuersätze auf, wie die IHK Aachen bescheinigte.

Während andere Städte mit den Finanzen zu kämpfen hätten, werde in Hückelhoven mit der Entschuldung begonnen. Auch die rund 40 Millionen Euro Kaufkraft, die man an die Nachbargemeinden verloren habe, konnten wieder zurückgeholt werden. Und dies, so betonte Jansen, liege nicht nur an den kostenlosen Parkplätzen. Dass man auf die Parkraumbewirtschaftung verzichte, bringe zwar rund 250.000 Euro weniger Einnahmen pro Jahr, sei aber gleichzeitig eine Investition, die sich auszahle.

Symbolträchtiges Gebäude

So seien allein im vorigen Jahr rund 25 000 Quadratmeter Verkaufsfläche in der Innenstadt geschaffen worden, Tendenz steigend. Der Erfolg lasse sich auch daran bemessen, dass Nachbarstädte gegen Neuansiedlungen oder den Ausbau bestimmter Geschäfte klagten. Der Wandel kann an einem symbolträchtigen Gebäude aufgezeigt werden. Die Herti-Immobilie am Anfang der Parkhofstraße, einstmals die „Attraktion der Innenstadt“, habe sich zum „Problemfall“ gewandelt. Ohne ins Details gehen zu können oder zu wollen, versicherte Jansen aber, dass auch hier bereits Gespräche mit Investoren geführt würden. Insgesamt wird sich die Innenstadt in den nächsten Monaten und Jahren noch erheblich verändern und weiterentwickeln.

Neben der Wirtschaft bezeichnete er den demografischen Wandel und die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen als ein Thema der Zukunft, an dem sich die Geschicke der Stadt entscheiden würden. So müsse man einerseits den „fitten Alten“ eine Möglichkeit des langen selbstbestimmten Lebens schaffen, andererseits aber auch für junge Familien attraktiv werden. Seniorengerechte Wohneinrichtungen und ambulante Pflege seien ebenso wichtig wie Investitionen in die Hückelhovener Schullandschaft.

Ein Augenmerk werde auch auf das Gebiet rund um Schacht 3 gelegt. Dort soll nach dem Willen der Stadt ein Heimatmuseum entstehen, das Jansen als klares Bekenntnis zur Geschichte Hückelhovens wertete. Auch eine Freilichtbühne zwischen Schacht 3 und Millicher Halde sei geplant. Hier sei aber auch die Vergabe von Fördermitteln nötig, um die ehrgeizigen Ziele zu realisieren.

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