Heimatforscher sucht Hinweise auf Erkelenzer Piloten

Von: Stefan Klassen
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Abgeschossenes deutsches Flugzeug: Ein ähnliches Schicksal ereilte Anfang 1945 auch einen Piloten aus Erkelenz. Foto: imago/ITAR-TASS

Erkelenzer Land. „Ich bin mit meinem Latein fast am Ende.“ Aufgeben ist normalerweise nicht die Sache von Josef Brink, Heimat- und Geschichtsforscher aus Hörstel im Tecklenburger Land. Schließlich hat er es sich zur Aufgabe gemacht, bislang ungeklärte Schicksale von in den Luftkämpfen im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommenen Menschen aufzuarbeiten und zu dokumentieren.

Das ist ein oftmals schwieriges Unterfangen, gelingt Brink, Jahrgang 1946, aber in der Regel. Dieser eine Fall ist jedoch auch für ihn eine harte Nuss. Er trug sich an Neujahr 1945, dem ersten Tag des letzten Kriegsjahres, über und in Emsdetten zu. Beteiligt waren Menschen aus dem Erkelenzer Land, vermutet er. Deren Angehörige oder Personen, die Hinweise auf diese geben können, sucht er.

Nach Brinks Recherchen wurde am Vormittag des 1. Januar 1945 ein deutsches Jagdflugzeug, dessen Pilot ein junger Erkelenzer war, von einem englischen Jagdflieger nahe Emsdetten-Veltrup abgeschossen. Der Pilot kam ums Leben. Er war der einzige Tote dieses Luftkampfes. „Ich habe von damaligen Anwohnern an der Absturzstelle erfahren, dass daraufhin die Eltern dieses Piloten aus dem Erkelenzer Land anreisten.“

Diese sollen „noch recht jung“ und der Pilot der einzige Sohn des Elternpaares gewesen sein, weiß Josef Brink. Das war es dann aber auch schon. Wie der Flugzeugführer und seine Eltern hießen? Das ist die zentrale, unbeantwortete Frage. Ob der junge Pilot vor Ort bestattet wurde? Unklar. Oder in einer Nachbarkommune? Unbekannt. Wurde er möglicherweise ins Erkelenzer Land überführt? Brink weiß es nicht.

Auch Nachfragen bei der Stadt Erkelenz und dem Heimatverein der Erkelenzer Lande hätten ihm bislang keine Hinweise erbracht, sagt er. Der Heimatforscher aus Hörstel – er ist erreichbar unter Telefon05459/6166 – sucht nun Menschen aus Erkelenz und Umgebung, die noch etwas über den Flugzeugabschuss am 1. Januar 1945 wissen. „Vielleicht gibt es noch entfernte Angehörige oder Bekannte, die mir helfen, den Namen dieses Piloten herauszufinden. Dann kann ich auch diesem Kriegsschicksal einen Namen geben.“

Brink möchte nach Abschluss seiner Nachforschungen „eine Plakette aus Kupfer im Gedenken an die im Luftkrieg über Emsdetten umgekommen Flieger“ anfertigen lassen. Auch eine Broschüre will er herausgeben.

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