„Heimat shoppen“: Die City ist ein gut sortiertes Warenhaus

Von: Helmut Wichlatz
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Einkaufen besser in der Innenstadt als im Netz: Bürgermeister Peter Jansen, Helmut Dahlen und Marvin Altmann vom Gewerbering sowie Nicole Stoffels vom Stadtmarketing wollen mit der Aktion „Heimat shoppen“ die Vorzüge des Einzelhandels in Erkelenz hervorheben. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Was macht eine Stadt attraktiv? Sind es die historischen oder bemerkenswerten Gebäude, die Cafés und Kneipen? Nicht nur. Denn was eine Stadt prägt, ist ihre Geschäftswelt. Leere Schaufenster und geschlossene Geschäfte tragen nicht dazu bei, dass eine Stadt als liebenswert oder gar als „Heimat“ empfunden wird.

Auf die Bedeutung des heimischen Handels wollen Gewerbering und Stadtmarketing am 11. und 12. September aufmerksam machen. „Heimat shoppen“ heißt die Aktion, die für eine lebendige Innenstadt wirbt und den Kunden aufzeigen will, was die Händler alles für Erkelenz tun – außer handeln. „Wir wollen das Bewusstsein der Verbraucher für den Handel vor Ort schärfen“, fasst Helmut Dahlen vom Gewerbering die Zielsetzung der Aktion zusammen.

Dabei geht es weniger um Unterhaltung, wie bei den meisten der Aktionen der Erkelenzer Händlerschaft, sondern um Information. Und deshalb treten Vertreter der Händlergemeinschaft und der Stadtverwaltung am Freitag, 11. September, ab neun Uhr auf dem Wochenmarkt an und stellen sich den Fragen und Anregungen der Besucher. Erin bisschen Unterhaltung gibt es aber doch. Denn am Samstag, 12. September, tritt der russische Frauenchor Rjabinuschka ab 11.30 Uhr auf dem Marktplatz auf. Ein Lied der Spätaussiedlerinnen, die in Erkelenz eine neue Heimat gefunden haben, behandelt genau das „Heimatgefühl Erkelenz“ – allerdings auf Russisch.

„Aus Bequemlichkeit kaufen immer mehr Leute online ein“, sagte Dahlen. Und damit schaden sie sich selbst und ihrer Heimatstadt. Denn im Gegensatz zu Amazon und anderen anonymen Kaufportalen fließt von dem Geld, das in den Kassen der Erkelenzer Geschäfte landet, einiges wieder zurück. An Vereine, Schulen, Aktionen oder einfach nur durch ein Cityfest mit kostenloser Musik und andere Aktivitäten, die für Leben in der Stadt sorgen. Darüber hinaus bilden die Einzelhändler aus und sind im Gebiet der IHK Aachen der drittgrößte Arbeitgeber und damit eine nicht zu unterschätzende Stütze der Region.

Erkelenz ist wie ein gut sortiertes großes Kaufhaus, in dem es „eigentlich alles gibt“, erklärte Bürgermeister Peter Jansen. Nur seien die Zwischenräume zwischen den „Abteilungen“ etwas weiter.

Härtester Konkurrent des Händlers vor Ort ist und bleibt das Internet. Dort kann man rund um die Uhr einkaufen und bekommt die Ware zumeist auch noch kostenlos bis vor die Tür geliefert. „Man kann auch lokal online shoppen“, betonte Jansen, der auch sagte, dass man die Zeit nicht zurückdrehen kann und Amazon und Co. längst Oberhand gewonnen haben. „Heimat shoppen muss modern sein“, sagte auch Marvin Altmann, der beim Gewerbering in einem Arbeitskreis genau das vorantreiben will. Mit einer eigenen Facebook-Gruppe und einer App fürs Smartphone informiert der Gewerbering über das Online-Angebot des Erkelenzer Handels.

„Heimat shoppen“ ist eine Aktion der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein und wurde in diesem Jahr erstmals auch von der IHK Aachen übernommen. Ideen und Anregungen gibt es viele. Eine begrüßenswerte Maßnahme, um den Einkauf in der Stadt attraktiver zu machen, wären zum Beispiel gemeinsame Öffnungszeiten in der Innenstadt. Aber davon sei man derzeit noch weit entfernt, räumte Dahlen ein.

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