Heinsberg - Heike Northemann: Solidargemeinschaft soll Heinsberg attraktiv machen

Heike Northemann: Solidargemeinschaft soll Heinsberg attraktiv machen

Von: Rainer Herwartz
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Der gesamte Vorstand erfuhr ein einstimmiges Votum bei der durch Bürgermeister Wolfgang Dieder durchgeführten Wahl. Foto: Rainer Herwartz
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G&V-Geschäftsführerin Heike Northemann und G&V-Vorsitzender Peter Heinrichs begrüßten die Mitglieder zur Vollversammlung. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Bei Vollversammlung des Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins beklagt die Geschäftsführerin die Trittbrettfahrer des Erfolgs. Eine Solidargemeinschaft soll Heinsberg attraktiv, besonders und anziehend machen.

„Um heutzutage Menschen zu erreichen, um sie für sich zu gewinnen muss man sich ins Zeug legen, man muss etwas Besonderes machen, man muss sich interessant machen – ja, man darf, nein, man muss auffallen“, sagte die Geschäftsführerin des Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins, Heike Northemann, zum Anfang ihrer Rede bei der diesjährigen Vollversammlung des Vereins. Wie dies aussehen kann, zeigte Northemann schon in eigener Person. Sie brachte in erfrischender Form positive Entwicklungen ebenso eindringlich und gut formuliert auf den Punkt wie das oftmals allzu eigennützige Verhalten einiger Geschäftsleute in der Stadt, ohne dabei Oberlehrerhaft zu wirken.

Herausragend sein

Es brauche eine Solidargemeinschaft, um Heinsberg attraktiv, besonders und anziehend zu machen, sagte Northemann. Die Händlerschaft müsse herausragend sein in der Präsentation der Innenstadt mit Genussmeilen und nachhaltigen Einkaufserlebnissen. „Und nun frage ich Sie“, richtete sich die G&V-Geschäftsführerin direkt an das Publikum im Saal, aber imaginär wohl auch an die Mitglieder, die der Veranstaltung fern geblieben waren und vor allem diejenigen, die bislang nicht einmal dem G & V beigetreten sind, „welche selbst initiierte Aktion findet an den verkaufsoffenen Sonntagen vor Ihrer Ladentüre statt? Mir scheint, nur vereinzelt wird diese Chance genutzt! Sollte man nicht selbst mal aktiv werden – oder handeln viele nur nach dem Motto, der Gewerbe- und Verkehrsverein wird es schon richten – ich mache nur auf? Besser wäre es doch, mal zu überlegen, wie stärke ich den Verein und damit die Gemeinschaft, wie kann ich selber etwas zu den Festen oder den verkaufsoffenen Sonntagen beitragen.“ In diesem Zusammenhang beklagte Northemann, dass manche Geschäftsleute weder als Mitglied an den G & V zahlten, noch für die Fläche vor ihrem Geschäft. „Aber sie öffnen beim verkaufsoffenen Sonntag ihre Pforten und schöpfen von dem Gut, das andere für sie finanziert oder erarbeitet haben. Das nenne ich kontraproduktiv und ist weit entfernt von der Solidargemeinschaft!“

Von der Arbeit überzeugen

Genau diese Händler und Gewerbetreibenden gelte es von der Arbeit des G & V zu überzeugen, meinte Northemann. 125 Mitglieder zähle er mittlerweile, 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Northemann appellierte: „Machen Sie aktiv mit und erzählen Sie Ihren Geschäftsnachbarn, was wir gemeinsam auf die Beine stellen und dass es sich lohnt und wichtig ist, Mitglied im Gewerbe- und Verkehrsverein zu sein. Oder erzählen Sie, wie wertvoll es ist, die HeinsbergCard als Kundenbindungsinstrument zu haben. Andere Städte träumen von solch einem Marketinginstrument.“ Im Vergleich zum Vorjahr sei der Kundenzuwachs der HeinsbergCard 2017 um 20 Prozent gesteigert worden. Mittlerweile gebe es 5526 aktive Kundenkarten. „Wäre ich jetzt ketzerisch, würde ich die Zahlen so erklären“, schoss Northemann charmant aber unmissverständlich eine Spitze ab: „Der Kunde hat es verstanden, viele Händler aber noch nicht.“

Lohnzusatzleistungen

Eine Idee, die in Sachen HeinsbergCard formen annehmen soll, seien steuerfreie Lohnzusatzleistungen, die Arbeitgeber als Sachbezugsgutscheine an ihre Mitarbeiter ausgeben könnten. Die auf diese Weise vergebenen Guthaben sollen dann in das HeinsbergCard-System integriert werden. Die Kaufkraft wachse, es gebe einen Steuervorteil für Arbeitgeber und Arbeitnehmer und das Geld bleibe in Heinsberg.

Ein weiteres Thema, dem sich der G & V widmen wird, ist ein Stadtführer im Hinblick auf Einkaufen und Verweilen, mit dem über die Stadtgrenzen hinaus geworben werden soll. Auch die Digitalisierung der Innenstadt soll vorangetrieben werden. Zu diesem Punkt hatte zuvor G & V-Vorsitzender Peter Heinrichs erläutert: „Da ich Ihre Interessen als Leiter des Handelsausschusses im Kammerbezirk Aachen vertrete, habe ich beim Präsidium der Kammer erreicht, dass wir ein Projekt mit der Technischen Hochschule und der FH Aachen machen, in dem es um die Digitalisierungsanforderungen geht, mit denen Sie konfrontiert sind. In einem Onlinemonitoring werde der Digitalisierungsgrad der Händler im Kammerbezirk überprüft, in einem Quick-Check der eigene Digitalisierungsgrad und in einer Workshop-Reihe gehe es um eine Digitalisierungsstrategie für den Einzelhandel. „In Kürze werden wir Sie gemeinsam mit der KSK zu einem Feierabend-Bier in die Werkbank einladen, um in ungezwungener Atmosphäre Ideen auszutauschen, Digitalisierung zu besprechen, Firmen, die dabei behilflich sein können vorzustellen oder Kontaktpflege betreiben zu können“, versprach Heinrichs. Auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg, Ulrich Schirowski, nahm sich in seinem Gastbeitrag dieses Themas an. „Es nutzt nichts, meine Damen und Herren – das Internet und damit der Online-Handel ist da und er geht auch nicht mehr weg. Sie als der stationäre Handel müssen ihre Wettbewerbsposition neu definieren und die Chancen der Digitalisierung versuchen zu nutzen.“ Sicherlich der falsche Weg sei, „den Kopf in den Sand zu stecken“.

Den Kopf voll lustiger Geschichtchen, knallharter Analysen und Lob für die Heinsberger Geschäftswelt hatte als humoriger Abschluss der sicher bedeutendste Gast des Abends: Hastenraths Will. Für den Berufslandwirt und Ortsvorsteher aus Leidenschaft war klar, dass sich das Ehrenamt im G & V ohnehin nur leisten Könne, wer eigentlich sowieso nicht mehr zu arbeiten brauche.

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