Hegenscheidt: Seit 125 Jahren erfolgreich

Von: Helmut Wichlatz
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Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft kamen zum 125-jährigen Jubiläum von Hegenscheidt-MFD nach Erkelenz, um zu gratulieren: Dr. Bernhard Pause , Bürgermeister Peter Jansen, IHK-Präsident Bert Wirtz, John O. Naumann, Prof. Dr. Hans J. Naumann, Prof. Dr. Fritz Klocke (RWTH Aachen) und Honorarkonsul Alexander Prinz von Sachsen (v.l.). Foto: hewi

Erkelenz. „Ein Arbeitsplatz bei diesem Unternehmen wird bei den Erkelenzern sehr geschätzt.“ Mit diesen Worten stellte Bürgermeister Peter Jansen bei der Jubiläumsfeier die besondere Rolle des seit 1947 in Erkelenz ansässigen Unternehmens heraus.

Auch International ist Hegenscheidt-MFD eine große Nummer und gehört zu den weltweit größten und bedeutendsten Werkzeugmaschinenherstellern mit sechs Produktionsstandorten und Servicebüros in allen Teilen der Welt. Die Verbundenheit zwischen Stadt und Unternehmen könne auch daran abgelesen werden, dass Hegenscheidt seit der ersten Azubi-Messe in Erkelenz dabei ist.

Honorige Gratulanten

Neben dem ersten Bürger der Stadt waren auch andere Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in die Hauptverwaltung nach Erkelenz gekommen, um das 125-jährige Bestehen des Unternehmens zu feiern.

Auch Alexander Prinz von Sachsen, Honorarkonsul Spaniens und Freund der Familie Naumann, nutzte die Gelegenheit, um dem Mann hinter der Erfolgsgeschichte zu danken. Prof. Dr. Hans J. Naumann hat als geschäftsführender Gesellschafter das Erkelenzer Unternehmen in eine Unternehmensgruppe eingebaut, die auf dem Weltmarkt breit aufgestellt ist. Er hob Naumanns Talent hervor, „Unternehmen zusammenzufassen und ihnen dadurch eine glänzende Zukunft zu geben“.

Die wechselhafte Hegenscheidt-Erfolgsgeschichte begann 1889 im oberschlesischen Ratibor, wo Wilhelm Hegenscheidt das Unternehmen gründete. Sein Nachfolger Ernst Blau baute es weiter aus und entwickelte Maschinen zur Produktion von Lokomotiven- und Radsatzdrehmaschinen. Blau musste jedoch nach 45 Jahren zu Beginn der 30er Jahre wegen seiner jüdischen Herkunft an einen Vertrauten verkaufen.

Nach dem Krieg siedelte das Unternehmen nach Erkelenz um. In den 50er Jahren wurde dann ein aufstrebender Geschäftsmann in Detroit auf Hegenscheidt aufmerksam: Hans J. Naumann, damals noch ohne akademische Titel. Er eröffnete eine Firmenvertretung in den USA und zog in den 60er Jahren nach Deutschland, um die Firmenleitung zu übernehmen. Was der Firma guttat, denn Naumann schraubte den Gewinn des Unternehmens von zehn Millionen Mark im Jahr 1969 auf 120 Millionen im Jahr 1980 hoch.

1982 wechselte er noch einmal, bevor er sich in den 90ern erfolgreich um die Übernahme von Hegenscheidt bemühte und das Unternehmen zu einem Teil der NSH-Unternehmensgruppe machte. Diese bietet heute über 1300 Arbeitsplätze, davon 85 Ausbildungsplätze. In Erkelenz sind von den 457 Mitarbeitern 37 Auszubildende in verschiedenen kaufmännischen und technischen Berufen.

Der Erfolg liege vor allem daran, dass Maschinen für fünf Industriezweige gezielt Produkte entwickelt werden, wie Naumann hervorhob. Für die Eisenbahn- und Automobilindustrie ist Hegenscheidt ebenso tätig wie für die Luft- und Raumfahrt und die Maschinenbau- und Werkzeugindustrie.

Naumann nutzte die Gelegenheit aber auch, um aus Sicht der Wirtschaft Kritik an der derzeitigen Sanktionspolitik der Bundesregierung gegenüber Russland zu üben. Die Politik der Bundesregierung habe schon konkret dazu geführt, dass gemeinsame Projekte mit russischen Partnern nicht realisiert werden konnten. Die über Jahre erarbeitete Position auf dem russischen Markt sei gefährdet.

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen, Bert Wirtz, überreichte eine Jubiläumsurkunde. Bürgermeister Jansen hatte ein besonderes Gastgeschenk: einen Zeitungstitel aus den 50er Jahren, in dem erstmals über Hegenscheidt als Erkelenzer Unternehmen berichtet wurde.

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