Heftige Debatte über Indoor-Spielplatz

Von: Ingo Kalauz
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Hückelhoven. Keine 14 Tage ist der neue amerikanische Präsident im Amt, da hat er auch schon Spuren im Hückelhovener Ratssaal hinterlassen. SPD-Fraktionschef Jörg Leseberg raunzte im Bau- und Umweltausschuss seinem auch politisch auf der anderen Seite sitzenden Kollegen Heinz-Josef Kreutzer (CDU) nach einem emotionalen Redebeitrag ein wenig freundlich gemeintes „Trump lässt grüßen!“ zu.

„Sie springen mal wieder aus der Hose!“ polterte der vermeintliche Trump zurück. Entzündet hatte sich die feurige Auseinandersetzung in der Beratung um den an der Linnicher Straße in Brachelen bestehenden Indoorspielplatz „Fridolino“. Darüber wurde im Ausschuss nicht zum ersten Mal diskutiert: Seit Mai 2013 schon wird über den Bebauungsplan für das Gelände dort verhandelt.

Zwischenzeitlich sind die Bedenken und Anregungen aller Beteiligten aufgenommen und in den zur Abstimmung stehenden Bebauungsplan für das Projekt „Kinderspielanlage“ an der Linnicher Straße einschließlich eines neuen Parkplatzes und eines hinter dem Hallenplatz außen gelegenen Kinderspielplatzes eingeplant.

Das versicherte Wolfgang Müller-Dick vom Bauamt der Stadt den zahlreich zur Sitzung erschienenen betroffenen Anwohnern der geplanten Spielanlage: „Der Bürgermeister hat die Bürger zum Gespräch eingeladen, sich deren Bedenken angehört und als Änderungen in den Bebauungsplan einfließen lassen: Wir haben Messungen zur Geräuschemission machen lassen; wir haben ordnungsrechtliche Maßnahmen ergriffen, um den Verkehr in geordnete Bahnen zu lenken; wir haben Auflagen gestellt, um die Geruchsbelästigung zu minimieren, die Auflagen wurden erfüllt, ein zehn Meter hoher Schornstein errichtet; alles, worüber jetzt entschieden werden soll, bewegt sich im rechtlichen Rahmen.“

Zu viel Lärm befürchtet

Was die Anwohner in erster Linie aufbringt, ist die mit der Spielanlage verbundene Geräuschbelästigung. „Wir bewegen uns hier in einem sehr subjektiven Empfindungsspielraum“, räumte Müller-Dick ein. „Die Auflagen jedenfalls, die wir dem Betreiber gestellt haben, um die rechtlichen Voraussetzungen für die Genehmigung zu schaffen, hat er alle erfüllt. Der Investor ist sehr darum bemüht, so viel Dampf wie möglich aus dem Kessel rauszulassen.“

Heinz-Josef Kreutzer, selbst Brachelener, betonte, man sei seit Jahren bemüht, beide Seiten zusammenzubringen: „Anwohnerschutz ist ein hohes Gut für uns. Aber auch der Investor ist ein Bürger“, sagte er weniger an die Kollegen Kommunalpolitiker im Raum als viel mehr an die betroffenen Zuhörer im Saal gewandt. „Ihr seid nicht zufriedenzustellen: Nur wenn alles eingemottet wird, hört ihr auf, jeden Tag eine neue Sau durch den Ort zu treiben“, sprach Kreutzer die Zuhörer ganz direkt an. Und der CDU-Fraktionschef zementierte seine Ausführungen: „Dieser Beschluss wird so gefasst, wie er hier von der Verwaltung vorgelegt worden ist, allen Einwendungen ist nachgegangen worden.“

Während SPD-Chef Leseberg Kreutzers verbale Einlassungen als „trampig“ bewertete, sagte Ulrich Horst für die Grünen: „Wir haben alle Aspekte zu diesem Thema in der Vergangenheit lang und breit diskutiert und alle Einwände berücksichtigt. Auch die Nutzer der Kinderspielanlage sind Hückel- hovener Bürger. Wir stimmen dem Antrag zu.“ Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen, da Lesebergs SPD-Fraktion sich der Stimme enthielt.

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