Haus Wildenrath: Pension und Café sollen Probleme lösen

Von: Monika Baltes
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Das Wohnhaus des vom Nabu genutzten Hauses Wildenrath ist in sehr schlechtem Zustand. Es soll nun umgebaut werden, um einen Pensions- und Cafébetrieb aufzubauen. Dazu ist die Katharina Kasper Via Nobis GmbH als Kooperationspartner im Boot. Fotos (2): Monika Baltes Foto: Monika Baltes
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Verkümmerte Gewächse: Eigentlich wollte der Nabu in Wassenberg alte Obstsorten anbauen. Das funktioniert offensichtlich nicht. Foto: Monika Baltes

Wegberg-Wildenrath. Die Zukunft des Hauses Wildenrath war lange ungewiss. Das denkmalgeschützte Gebäude ist in einem maroden Zustand. Die Sanierung soll rund 750 000 Euro kosten, und weder der Nabu noch die Stadt Wegberg haben dafür das Geld um die Arbeiten anzupacken. Aber jetzt scheint ein Lösung möglich.

Das Haus Wildenrath ist die älteste Umweltbildungseinrichtung in Deutschland. Eine wechselvolle Geschichte begleitet den ehemaligen Bauernhof, den es in der heutigen Form seit über 300 Jahren gibt. 2003 hat der Nabu Haus Wildenrath auf dem Wege der Erbpacht von der Eigentümerin, der Stadt Wegberg, übernommen. Neben der fachlichen Naturschutzarbeit der Biologischen Station für den Kreis Heinsberg und die Stadt Mönchengladbach sind dort ein Biolandbetrieb, Umweltbildung und diverse Projekte angesiedelt.

Mehrfach stand das Haus Wildenrath zuletzt auf der Tagesordnung in Ausschüssen und Rat der Stadt Wegberg, immer im nichtöffentlichen Teil. Differenzen mit der Stadt habe es gegeben, räumte Dr. Brigitta Szyska, Biologin und Geschäftsführerin der Station ein. Das Wohnhaus befindet sich baulich in einem sehr schlechten Zustand. Für eine Renovierung fehlt das Geld und es gab erste Überlegungen im Rat, den Erbbaurechtsvertrag vorzeitig zu kündigen.

Uneinigkeit herrscht darüber, wer für den maroden Zustand des Hauses verantwortlich ist. Nabu und Stadt schieben sich den schwarzen Peter gegenseitig zu. Die ganze Angelegenheit war ziemlich verfahren.

Jetzt scheint eine Lösung in Sicht. Mit einem Kooperationspartner, der Katharina Kasper Via Nobis GmbH, unter deren Dach auch die Gangelter Einrichtungen zusammengefasst sind, soll das Konzept eines Pensions- und Café-Betriebes umgesetzt werden. Das Wohnhaus soll zu diesem Zweck auf Kosten der Via Nobis umgebaut werden. Menschen mit Behinderung sollen dort arbeiten und zudem in die Umweltbildung und die Landschaftspflege eingebunden werden.

Neu ist das Konzept nicht. „Das ist unser dritter oder vierter Anlauf“, bestätigte Szyska auf Anfrage unserer Zeitung. Im vergangenen Jahr lehnte der Wegberger Rat ein nahezu identisches Konzept mit einem anderen Kooperationspartner ab. Zwar fand die vorgesehene Nutzung breite Zustimmung, das Finanzierungskonzept konnte damals aber nicht überzeugen. Jetzt hofft der vor kurzem neu gegründete Trägerverein, der inzwischen Betreiber und Arbeitgeber der Naturschutzstation ist, auf eine positive Entscheidung. Ob der Kooperationspartner in den Erbbaurechtsvertrag einsteigt oder das Anwesen kauft, dazu machte der Trägerverein mit Hinweis auf das laufende Entscheidungsverfahren bei der Stadt Wegberg wie zu allen anderen Details keine Angaben. Fest stehe aber, dass die Arbeit der Naturschutzstation inklusive der Umweltbildungsangebote mit diesem Konzept weitergehen könne.

Mit bloßem Auge erkennbar ist ein anderes Problem der Naturschutzstation. Vier Hektar groß ist der Teil des ersten Rheinischen Obstsortengartens, der in einem erbarmungswürdigen Zustand ist. Er liegt an der B221 zwischen Wildenrath und Wassenberg, auf Wassenberger Stadtgebiet. Seit 2009 baut die Naturschutzstation Haus Wildenrath dort einen Garten mit alten, vom Aussterben bedrohten Obstsorten des Rheinlandes auf. Offensichtlich ohne Erfolg, die Bäume sind verkümmert und die Gerüchteküche brodelt: Der Boden sei ungeeignet für diese Bäume, eine Kiesschicht im Erdreich behindere das Wachstum. Und es stellt sich die Frage, ob das vorher nicht geprüft worden ist.

Dieses Projekt wurde von 2009 bis 2014 vom Landschaftsverband Rheinland unterstützt, Vereinen und Privatleuten wurde eine „Baumpatenschaft“ für 1000 Euro angeboten. Die Stadt Wassenberg hoffte bei der offiziellen Eröffnung des Gartens 2012, den Rheinischen Obstsortengarten touristisch vermarkten zu können. Mit Hinweis auf die laufenden Verhandlungen mit der Stadt Wassenberg wollten sich die Verantwortlichen des Trägervereins zu diesem Thema ebenfalls nicht äußern. „Aber wir haben nichts zu verbergen“, versicherte Ingrid Jäger-Kramer, die Vorsitzende des Trägervereins.

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