Haus Hohenbusch: Ordensgeneral auf Stippvisite

Von: Helmut Wichlatz
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Bürgermeister Peter Jansen (l.) und Rainer Merkens vom Förderverein begrüßten auf Haus Hohenbusch die Abordnung der Kreuzherren. Im Mittelpunkt stand Laurentius Tarpin. Lobende Worte gab es für Heinz Küppers (7.v.l.). Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz-Hetzerath. Laurentius Tarpin ist der neue Ordensgeneral der Kreuzherren. Bei einem Besuch auf Haus Hohenbusch erwies er der manifestierten Geschichte der Kreuzherren seine Referenz und trug sich in das Goldene Buch der Stadt Erkelenz ein.

Zustande kam das Treffen im Rahmen des Besuchs des Pater Generals beim Europatreffen des Ordens im niederländischen St. Agatha. Pater Peter Snijkers, seines Zeichens Provinzial der „Ordensprovinz Europa“ hatte den Besuch arrangiert und war damit dem Pater General sehr entgegengekommen.

Dieser hatte nämlich schon zuvor den Wunsch geäußert, das ehemalige Kreuzherrenkloster Hohenbusch zu besuchen. Tarpin ist damit das zweite Oberhaupt des Ordens, das das 1802 geschlossene Kloster besucht. Sein Vorgänger Dr. Glen Lewandowski hatte 2013 die ehemalige Klosteranlage mit einer Delegation besucht.

Schon damals war im Garten des Herrenhauses an der Stelle, an der einmal die Klosterkapelle gestanden hatte, eine Andacht abgehalten worden. Diesmal hatte der oberste Kreuzherr zusätzlich die Ehre, gemeinsam mit Heinz Küppers eine Gedenktafel zu enthüllen, die an das jahrhundertelange Wirken der Kreuzherren auf Hohenbusch erinnert.

Das Kloster Hohenbusch wurde 1302 gegründet und war bis zu seiner Auflösung im Jahr 1802 ständiger Ordenssitz der Kreuzherren. Nach der Säkularisierung Hohenbuschs wechselte das Gut mehrmals seinen Besitzer, bevor die Stadt es 1983 erwarb.

Tarpin dankte dem Förderverein Hohenbusch für das Engagement zum Erhalt und die zukunftsweisende Nutzung der Anlage. Sein Dank galt vor allem Heinz Küppers, der sich unermüdlich dafür einsetze, dass die Erinnerung an den Orden im Erkelenzer Land aufrechterhalten bleibe.

Auch der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen fand lobende Worte für die Arbeit des Fördervereins und erinnerte an tausende ehrenamtliche Arbeitsstunden, die in Hohenbusch investiert werden. In der über tausendjährigen Geschichte der Stadt habe das Kloster über lange Zeit die Geschicke der Stadt und ihrer Bürger maßgeblich mitbestimmt. Küppers selbst gab erfreut bekannt, dass der Orden der Kreuzherren nun auch Mitglied des Fördervereins Hohenbusch sei.

An der Stelle, wo einst die Kapelle Hohenbuschs stand, hielten die Kreuzherren eine kleine Andacht ab, bevor sie die Gedenktafel enthüllten. Zuvor jedoch nutzte Frank Körfer die Gelegenheit, um an die Geschichte des Klosters und seiner Bewohner zu erinnern. Einer der Mönche, Georg von Brüggen, schaffte es 1445 sogar zum Ordensgeneral und damit zu einem der Vorgänger Tarpins.

Die Einschätzung, dass Hohenbusch „das schönste Mönchskloster im Jülicher Land“ sei, stammt von dem evangelischen Pfarrer und Historiker Heinrich Simon van Alpen, den Körfer zitierte. Am 9. Juli 1802 musste der letzte Prior von Hohenbusch, Konrad Ohoven, das Aufhebungsprotokoll unterzeichnen und damit den Schlussstrich unter die Hohenbuscher Klostergeschichte ziehen.

Die französischen Besatzer bescheinigten Ohoven, er habe bis zum letzten Tag im Kloster für Zucht und Ordnung gesorgt.

Dass Hohenbusch heute auch gerne sein modernes Gesicht zeigt, konnte man auf dem Turnierplatz hinter dem Herrenhaus sehen. Dort stehen derzeit die beeindruckenden Bühnenbauten für das Electrisize-Festival, das an diesem Wochenende wieder tausende Musikfans auf die alte Klosteranlage locken wird.

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