Wassenberg-Rosenthal / Waldfeucht-Haaren - Hauptsache, das Logo der Westmark-Brauerei ist drauf

Hauptsache, das Logo der Westmark-Brauerei ist drauf

Von: Anna Petra Thomas
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Die handbemalten Krüge der Westmark-Brauerei haben natürlich einen ganz besonderen Seltenheitswert. Auf sie ist Sammler Guido Diehl daher besonders stolz. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Rosenthal / Waldfeucht-Haaren. Wer das Haus von Guido Diehl in Rosenthal, ganz versteckt hinter einer hohen Hecke, gefunden hat, kann hier eintauchen in ein Stück Haarener Zeitgeschichte. Seit 30 Jahren sammelt der 56-Jährige alles, was mit der Westmark-Brauerei zu tun hat. Sie produzierte ihr Bier in Waldfeucht-Haaren von 1934 bis 1977, wie es in der von Hans Verbeek herausgegebenen Dokumentation über den Ort geschrieben steht.

Der Weg in das kleine Museum führt eine Treppe hinunter in den Keller des Wohnhauses, vorbei an einer rund drei Meter hohen Leuchtreklame in Form eines gefüllten Bierglases. „Das hing früher in Heinsberg an dem Haus gegenüber vom Café Louis“, sagt Diehl und zeigt auf einer alter Schwarz-Weiß-Aufnahme, wo es genau auf dem Gebäude angebracht war. Aufgestöbert hat der Sammler das gute Stück in Bad-Godesberg, wohin der Hausbesitzer es mitgenommen hatte.

Im ersten Kellerraum kann der Besucher dann in Vitrinen zunächst eine riesige Ansammlung von Biergläsern bestaunen. „Vor 30 Jahren etwa habe ich auf einem Trödelmarkt ein Glas entdeckt“, erzählt Diehl. Das weckte bei ihm Erinnerungen an seine Kindheit. Als kleiner Junge habe ihn sein Vater immer mitgenommen, wenn er geschäftlich in Haaren zu tun gehabt habe. Dabei habe er immer die großen, kupfernen Braukessel bewundert, die übrigens auch heute noch als Teil der Eisfabrik in Haaren zu sehen sind.

Das Glas nahm Diehl mit nach Hause. Zwei Wochen später habe er ein weiteres entdeckt, dann waren es drei, und heute sind es bereits 112 verschiedene Gläser in seinen Vitrinen, die das Logo der Westmark-Brauerei tragen. So an 15 bis 20 habe er zunächst gedacht, schmunzelt er. Da er jedoch bei jedem neuen Glas ganz genau hinschaut, findet er ganz spezielle Unterschiede aus unterschiedlichen Produktionen, etwa unterschiedliche Durchmesser der Trinköffnung, verschieden dicke Glasfüße oder je nach Produktion variierende Zeichen rund um den Eichstrich auf dem Glas.

Inzwischen sammelt Diehl, der beruflich als Insolvenzverwerter tätig ist, jedoch nicht nur Gläser, sondern alles, was in irgendeiner Form das Logo der Brauerei trägt, vom kleinen Streichholzbriefchen bis hin zu der ersten Leuchtreklame, die seinerzeit das Brauereigebäude zierte.

Völlig zerbrochen im Stroh habe er sie gefunden, erinnert er sich, und sie wie ein Puzzle wieder zusammengeflickt. Seit zehn Jahren schaltet er einmal pro Woche eine Zeitungsanzeige mit der Bitte, ihm weitere Sammelobjekte anzubieten. Die meisten hat er jedoch schon. „So alle drei Monate ist vielleicht einmal ein Glückstreffer dabei“, sagt er.

Ganz besonders stolz ist Diehl natürlich auf die Raritäten, die er besitzt. Dazu gehört eine alte Kühltruhe aus Holz, von innen mit Zinkplatten ausgekleidet. Die stamme aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Das habe der Schreiner, der sie restauriert habe, an den Beschlägen erkannt. Sehr stolz ist er auch auf die tönernen Bierkrüge.

Einige davon seien von Hand bemalt worden und hätten nur eine ganz geringe Auflage. Ins Auge fallen dem Betrachter auch vier große Gläser. „Die habe ich aus Amerika“, sagt Diehl. Eine „dicke fünfstellige Summe“ habe er bisher in seine Sammlung investiert. Rund 1000 Objekte umfasst sie derzeit. Mitgezählt sind da auch all die alten Schriftstücke in Form von Briefen oder Rechnungen aus der Brauerei. „Hauptsache das Logo ist drauf“, sagt er.

Dann holt er eine zweite Mappe hervor, in der er fein säuberlich die unterschiedlichen Flaschenetiketten der Brauerei abgelegt hat. Auf Pilsener, Export oder Alt würde man ja noch kommen, aber in Haaren wurden auch Starkbiere wie Blonder Bock und Schwarzer Bock mit 20 Prozent Stammwürze gebraut – oder ein Caramel-Süßbier. Und dann gab es da noch all die Spezialabfüllungen, etwa das Hopfenburger Export oder das Landgrafen Pils.

Seine jüngste Errungenschaft ist übrigens ein Altbier-Glas der Westmark-Brauerei, das zusätzlich in Gold den Schriftzug eines Heinsberger Restaurants ziert. Wer also nachschauen würde, was er noch im Keller hat mit dem Westmark-Logo darauf, Guido Diehl würde sich freuen, Telefon 02432/8913746.

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