Hat Täter mit Metzgermesser auf Opfer eingestochen?

Von: Helmut Wichlatz
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Hückelhoven/Mönchengladbach. Wegen versuchten heimtückischen Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung muss sich der 69-jährige Neusser Gerhard W. vor der großen Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichtes unter dem Vorsitz von Richter Lothar Beckers verantworten.

Nach dem ihm vorgeworfenen Mordversuch an der 62-jährigen Katharina H. aus Hückelhoven versuchte er, sich selbst durch einen Sprung aus dem siebten Stockwerk seines Wohnhauses selbst zu töten und sitzt seitdem im Rollstuhl.

Zu seiner Person machte W. Angaben: dass er in Sachsen geboren ist, geschieden ist, zwei Töchter hat und bis vor zwei Jahren als Fahrer bei Thyssen-Krupp beschäftigt war. Auch dass er schon seit 2011 in psychologischer Behandlung war, räumte er ein. Zum Tathergang machte W. jedoch keine Aussagen. Das übernahm sein Opfer H., das sich noch sehr gut an die kurze Beziehung mit W. und an den Tattag am 25. Januar erinnern konnte. Kennengelernt hatte sie ihn im Mai 2012 beim Tanz.

„Es kam direkt was rüber“, erinnerte sie sich an das Kennenlernen und beschrieb den Angeklagten als zuvorkommenden und leider auch sehr einnehmenden Charakter, der ihr auch den Umgang mit Freundinnen verbieten wollte. Als ihr die Bindung zu eng wurde und sie die Beziehung beendete, habe er geweint. „Es ging alles zu schnell, er wollte mich ständig kontrollieren“, erinnerte sie sich. Nach einigen Tagen der Trennung sei er wieder aufgetaucht und erneut geblieben. Um Weihnachten 2012 herum habe sie „die Sache dann beendet“.

In der Folge bekam sie täglich „Liebes-SMS“ und „Selbstmord-SMS“ von ihm zugesendet. Am Tattag schickte er ihr rund eine Stunde vor der Tat eine SMS mit dem Wortlaut „Ich wünsche dir einen Tag voller Freude und Gelassenheit“. Dann stand er plötzlich vor ihr, als sie ihr Wohnhaus an der Rheinstraße verließ. Unter dem Vorwand, in ihrer Wohnung befinde sich noch eine Jacke von ihm, erschlich er sich Einlass in ihre Wohnung. In der Wohnung zückte er ein rund 20 Zentimeter langes Metzgermesser und stach mehrmals auf sein Opfer ein.

Als er das Messer in der Hand hielt, habe er „richtig glücklich geschaut“, erinnerte sich H. bei ihrer Aussage. An den folgenden Stichverletzungen in Brust und Rücken wäre sie beinahe gestorben, wenn sie nicht rechtzeitig von Nachbarn gefunden worden wäre. Nach einer Unterbrechung wurden weitere Zeugen vernommen. Nächster Verhandlungstag ist Dienstag, 7. November, 9.15 Uhr im Saal A 100 des Landgerichtes.

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