Waldfeucht-Haaren - „Hand in Hand“ im Kampf gegen Armut

„Hand in Hand“ im Kampf gegen Armut

Von: dawin
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Die Kleiderkammer der caritativen Gruppe „Hand in Hand“ gleicht vom Angebot her einem Textilgeschäft. Marianne Mönch, Käthi Schröders und Renate von Krüchten (v.l.) sortieren die gespendete Kleidung und verteilen sie an hilfsbedürftige Familien. Foto: dawin

Waldfeucht-Haaren. Es ist schon so: Ganz besonders in der gerade zu Ende gegangenen Weihnachtszeit rührt die Armut in unserer Gesellschaft die Herzen der Spender an. Aber Armut kennt keine Jahreszeit, Armut gibt es jederzeit und überall. Und es ist gut zu wissen, dass es gute Seelen gibt, die sich für die hilfsbedürftigen Mitmenschen einsetzen, jederzeit einsetzen.

So wie es das caritative Team „Hand in Hand“ der Pfarre St. Johannes der Täufer in Haaren eindrucksvoll praktiziert. Leise, nicht spektakulär, dafür äußerst effektiv engagieren sich die ehrenamtlichen Helfer, aktuell sind es zwölf, nunmehr seit zehn Jahren, um die Not des Nächsten zu lindern.

„Den Fokus richten wir vor allen Dingen auf die Kinder und deren Probleme. Dabei versuchen wir, persönlich im Hintergrund zu stehen“, erläutert Hans Schröder, Sprecher von „Hand in Hand“, das Hauptanliegen des Teams. 26 sozialschwache Familien mit etwa 60 Kindern werden zurzeit schwerpunktmäßig in der Gemeinde Waldfeucht, aber auch in Heinsberg, in Geilenkirchen und im Selfkant betreut. „Vertraulich, kostenlos, unbürokratisch und selbstverständlich konfessionsungebunden“, betont Schröder.

Das Paket der vielfältigen Hilfeleistungen ist groß – um nur einige zu nennen: Es gibt – insbesondere vor Festtagen – Lebensmittelgutscheine, die in den örtlichen Geschäften eingelöst werden können; es gibt einmal wöchentlich Backwaren einer Großbäckerei, die an dem Tag nicht verkauft wurden; es gibt Kleidung, Bettwäsche, Babyausstattung und vieles mehr aus der eigenen Kleiderkammer, die von Sortiment und Aussehen einem Textilgeschäft durchaus ähnelt; es gibt die finanzielle Hilfe für Kinder aus armen Familien, damit sie an Ferienlagern teilnehmen können; oder es gibt die Notfallhilfe bei kleinen Reparaturen im Haushalt. Alles kostenlos – nach dem Motto: „Umsonst haben wir empfangen, umsonst geben wir ab“.

„Wichtig ist uns, dass wir den Hilfsbedürftigen klarmachen, dass sie sich in der gesellschaftlich kälter werdenden Welt nicht verlassen fühlen“, erklärt Schröder. Das Team verstehe sich als Anwalt der Hilfesuchenden, vor allem vor dem Hintergrund, dass die sogenannte versteckte Armut in Deutschland rasant wachse. „Hand in Hand“ – der Name ist zugleich Programm. Die Handreichung mit den Bedürftigen geht weit über das Materielle hinaus. „Wir beraten in schwierigen Lebenssituationen. Wir helfen bei Behördenangelegenheiten, stellen wichtige Kontakte zu Einrichtungen und Institutionen her oder helfen beim Ausfüllen von Anträgen.“

Auch das Erleben von Gemeinschaft, das häufig in sozialschwachen Familien nicht zuletzt am Geld scheitert, wird von den Haarener Helfern gefördert: mit einer Weihnachtsfeier, mit einem Osterfrühstück, mit einem Sommerfest und mit einem Tagesausflug für rund 50 Kinder zum Abenteuerspielplatz.

Seit zehn Jahren bringen die helfenden Hände Licht und Freude in Familien, die am Rande unserer Gesellschaft stehen. Hans Schröder weiß auch, dass dieses Engagement nicht ohne die Sach- und Geldspenden aus der Bevölkerung möglich wäre, und versichert: „Alle Spenden kommen hundertprozentig bei den Betroffenen an. Außerdem werden alle unsere Tätigkeiten, wie etwa das Verteilen der Backwaren oder die Dienste in der Kleiderkammer, kostenlos geleistet.“ Eine weitere Voraussetzung für das Funktionieren stelle die in der Satzung verankerte Tatsache dar, dass die Gruppe privat organisiert ist und keine hierarchische Struktur hat. „Damit werden Stärke und Fortbestand von ,Hand in Hand‘ gewährleistet.“

Das unabhängig agierende Team hat sich in seiner Satzung unter den Schutz der Ordensschwester Emilie Schneider gestellt, die ihre Wurzeln in Haaren hat. Schröder dazu: „Deren damaliges Wirken in Düsseldorf für so-zialschwache Menschen im beginnenden Industriezeitalter soll uns in unseren Bemühungen in der jetzigen Zeit der gesellschaftlichen Veränderung inspirieren.“ An Inspiration, aber auch an Gelegenheit dürfte es „Hand in Hand“ somit in den nächsten zehn Jahren nicht fehlen.

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