Händler: E-Bikes liegen voll im Trend

Von: Daniel Gerhards
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Im Kreis Heinsberg rollen immer mehr E-Bikes über die Straßen und Radwege. Foto: Gerhards (3), imago/Kickner (1)
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Den Trend zum Fahrrad, das den Fahrer elektrisch unterstützt, beobachten auch Stefan Helmgens in seinem Fahrradgeschäft Dremmen... Foto: Gerhards (3), imago/Kickner (1)
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... Aram Lischewski in seinem Fahrradgeschäft in Straeten ... Foto: Gerhards (3), imago/Kickner (1)
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... und Birgit Scherer in ihrem Fahrradgeschäft in Übach-Palenberg. Foto: Gerhards (3), imago/Kickner (1)

Kreis Heinsberg. Wenn man mit Fahrradhändlern im Kreis Heinsberg spricht, dann hört man immer wieder eines: Die E-Bikes liegen voll im Trend. Die Zweiräder, die ihre Fahrer mit Elektromotoren beim Vorankommen unterstützen, verdrängen das klassische Fahrrad zwar nicht vom Markt. Viele Händler verkaufen mittlerweile aber mehr E-Bikes als „normale“ Fahrräder.

„80 Prozent der Fahrräder, die wir verkaufen, sind E-Bikes“, sagt Birgit Scherer, Inhaberin der Rad- und Sportwelt Scherer in Übach-Palenberg. Und das spiegelt sich auch auf den beliebten Radrouten im Kreis wider. Immer häufiger sieht man Senioren – und zunehmend auch junge Leute – mit einem E-Bike über die Straßen und Radwege fahren.

Und auch bei der E-Bike-Technik hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Die Akkus, die Bremsen und die Lichttechnik werden immer besser. Das bedeutet, dass die Räder leistungsfähiger werden und dass die Mitarbeiter in den Werkstätten immer auf dem neuesten Stand sein müssen. „Die Mechaniker müssen extrem gut ausgebildet sein. Sie gehen jedes Jahr auf Schulungen“, sagt Birgit Scherer.

Denn wenn es mit dem Rad ein Problem gebe, dann müsse die Werkstatt es schnell lösen. Schließlich muss man für ein E-Bike auch tiefer in die Tasche greifen als für ein Fahrrad mit konventionellem Antrieb. 2000 bis 3000 Euro gäben die Kunden im Schnitt für ihr E-Bike aus, sagt Birgit Scherer. Dafür bekomme man dann aber auch ein Fahrzeug mit bis zu 200 Kilometern Reichweite. Das reicht auch ausdauernden Fahrern für jede Radtour.

Und Ausflüge mit dem Rad könne man in der Region besonders schöne machen. „Die Region ist prädestiniert zum Fahrradfahren“, sagt Aram Lischewski, Inhaber des Radshops Herfs in Straeten. „Hier kann man 30 Kilometer fahren, ohne eine Schnellstraße zu kreuzen.“ Lischewski ist selbst oft mit dem Rennrad oder Mountainbike unterwegs.

In seinem Geschäft sind die E-Bikes aber klar im kommen. „Ich glaube, dass das kein kurzfristiger Trend ist. Der Gedanke, E-Bike zu fahren, hat sich festgesetzt“, sagt er. 90 Prozent der Pedelecs, die er verkauft, seien übrigens Damenräder. Denn auf die hohe Stange wollten auch immer mehr Herren verzichten. Das ist komfortabler und sicherer.

Aber das E-Bike ist längst nicht mehr nur bei Senioren beliebt. Jüngere Leute schaffen solche Räder als Ersatz für ein zweites Auto an. Dann sind die Räder auch mal etwas sportlicher, sagt Birgit Scherer. Mittlerweile gibt es auch Trekkingräder oder Mountainbikes mit E-Motor.

Stefan Helmgens, Inhaber von Zweirad Backhaus-Helmgens in Dremmen, erklärt, dass er Kunden zurzeit die Möglichkeit anbietet, das Wunschfahrrad zu leasen und vom Arbeitgeber fördern zu lassen. Die monatlichen Leasingraten werden per Gehaltsumwandlung steuerlich vorteilhaft für den Kunden behandelt und können vom Arbeitgeber anteilig oder vollständig übernommen werden.

Nach drei Jahren kann der Kunde wählen, ob er das Fahrrad oder E-Bike zurückgibt und ein neues leasen will oder ob er das Rad zu einem geringen Restwert übernehmen möchte. „Das bringt Leute aufs Rad. Sie sind dadurch fit, frisch im Kopf und motiviert“, sagt Stefan Helmgens.

„Im Kreis Heinsberg ist eine zunehmende Tendenz zum E-Bike für Jung und Alt abzusehen“, sagt Stefan Helmgens, der zu 85 Prozent Pedelecs verkauft. Aber das sei nicht überall so. In anderen Gegenden, zum Beispiel dem Ruhrgebiet, sei die Kaufkraft wesentlich geringer.

Und in großen Städten wisse man ohnehin oft nicht, wo man das wertvolle E-Bike sicher abstellen soll. Ein Stück „Lebensqualität“ werde durch das „Fahren mit Rückenwind“ schon mit Einstiegsmodellen ab rund 1000 Euro ermöglicht. Je nach Ausstattung und Reichweite sind preislich nach oben keine Grenzen gesetzt, sagt Stefan Helmgens .

Und auch technisch gibt es immer wieder neue Errungenschaften: Birgit Scherer nennt in diesem Zusammenhang zum Beispiel den Riemenantrieb. Der werde auch bei Motorrädern von Harley Davidson verbaut. Der sei leise, sauber und verschleiße nicht. „Wir verkaufen die Riemenantriebe seit 2002. Und wir mussten noch nie einen Riemen auswechseln“, sagt sie.

Aber ganz vom Markt verschwinden wird das „normale“ Fahrrad nicht. Da sind sich Scherer, Lischewski und Helmgens einig. „Das E-Bike überrollt alles. Klassische Räder existieren aber weiter nebenher. Die werden immer noch nachgefragt“, sagt Stefan Helmgens.

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