Hähnewettkrähen: Sieg mit 76 geschmetterten Kikerikis

Von: Monika Baltes
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Wer gewinnt? Hähne und Rufzähler beim Wettkrähen. Foto: M. Baltes

Wegberg-Merbeck. Hahn im Korb ist jeder einzelne Hahn, der zum Wettkrähen im Gehöft Clingen in Merbeck angetreten ist. Was Andreas Theissen, Vorsitzender der Geflügelliebhaber Merbeck, dem Ausrichter des Wettbewerbs um den Flachsland-Cup, ein wenig bedauert.

„Lieber wären wir draußen auf der Wiese, aber das unsichere Wetter hat uns in die Räume und die Hähne in die Körbe gezwungen.“ Den Hähnen scheint es nichts auszumachen. Egal, wo ein Hahn sich gerade befindet, jeder weiß, dass er in exponierter Stellung tätig ist: Chef des Hühnerhofs, Führungskraft mit Hang zu großen Gesten, fürsorglicher Gebieter über das Hühnervolk. Da schauen selbst die Hennen wohlwollend über die Polygamie ihres Chefs hinweg. Und wenn er die Stimme erhebt, dann ist das weithin zu hören. Wirklich unwichtig ist eine Sache doch erst, wenn kein Hahn danach kräht.

Heute werden 30 Hähne der Großhuhnklasse und 20 Hähne der Zwerghuhnklasse ihr stimmliches Können unter Wettbewerbsbedingungen beweisen. Die Jury hat auf den Bänken Platz genommen. Sorgsam wird jeder Rufrichter drei bis vier Hähne über einen festgelegten Zeitraum beobachten und jedes einzelne Krähen in eine Strichliste eintragen.

Trend zum Eigen-Ei

Einer von ihnen ist „Opa Ekki“, Eckhard Besser. Die Jury ist kurz vorher von Andreas Theissen rekrutiert worden. „Im vergangenen Jahr hat mich der Andreas in das Kostüm von ‚Merbi‘, dem Maskottchen des Merbecker Kartoffelfestes, gesteckt. Da mach ich das wohl mit links“, kommentiert er seine verantwortungsvolle Arbeit als „Krähzähler“.

„In weitem Umkreis sind wir die Einzigen, die ein Hähnewettkrähen veranstalten“, sagt Martin Wolfs, zweiter Vorsitzender des Vereins. Zuchtwart Andreas Schrammen kann sich aber erinnern, dass es vor 15 Jahren noch vier Wettbewerbe dieser Art im Verbandsgebiet gab. Eine Hormonprägung sei das Krähen, ein Ausdruck von Vitalität und Männlichkeit. Ein Hahn, der in Gefahr ist, krähe übrigens nicht, er ist ein Fluchttier.

Während die Fachleute sich darüber unterhalten, warum ein Hahn kräht, haben die Besitzer der Wettbewerbsteilnehmer völlig andere Sorgen: Warum kräht mein Hahn nicht? Jetzt muss er aber noch ein bisschen zulegen, um den Pokal nach Hause tragen zu können!

Geschäftiges Treiben herrscht im Gehöft Clingen. Der gleichzeitig stattfindende Kleintiermarkt mit etwa 350 Tieren hat viele Besucher angelockt. Hühner, Zwerghühner, Wassergeflügel, Tauben und Vögel sind zu bewundern und zu erwerben. Und hier und da einen guten Rat gibt es kostenlos dazu.

„Der Trend geht zum Eigen-Ei“, schmunzelt Martin Wolfs und freut sich darüber, dass das Interesse an eigener Hühnerhaltung wächst.

Inzwischen stehen die Sieger fest. Den Pokal in der Großhuhn-klasse sichert sich Familie Jansen aus Erkelenz, ihr Araucana-Hahn hat 73 Mal gekräht. Sieger in der Zwerghuhnklasse wird der Sper- berhahn von Kurt Sieben aus Boisheim mit 76 geschmetterten Kikerikis.

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