Habau verlässt nach 34 Jahren Heinsberg

Von: Rainer Herwartz
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In Dortmund hat die Habau GmbH im letzten Jahr das größte Audi-Zentrum Nordrhein-Westfalens fertiggestellt. Nur ein beeindruckendes Projekt von vielen.
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Heinsberg/Aachen. Erfreulich wäre es für keine Kommune, und ist es gewiss auch nicht für Heinsberg. Nach 34 Jahren am Standort zieht die Habau GmbH es vor, ihre „Zelte“ in Heinsberg abzubrechen und im Gewerbepark Aachen-Brand ein neues Kapitel der Firmengeschichte aufzuschlagen.

Rund 35 Arbeitsplätze des führenden Spezialisten in Deutschland für die Erstellung von Autohäusern sind damit verbunden. Da drängt sich die Frage nach den Gründen auf.

Mit dem Umzug in ein neues Geschäftsgebäude trage die Habau GmbH in erster Linie ihrem kontinuierlichen Wachstum der vergangenen Jahre Rechnung, heißt es in einer offiziellen Presseverlautbarung des Unternehmens. Das Grundstück in Aachen biete hierbei die besten Voraussetzungen, um der Vorstellung Raum zu geben, die das Team hinsichtlich seines neuen Geschäftsgebäudes entwickelt habe. Planung und Realisierung des Firmengebäudes übernimmt das Unternehmen selbst.

Besondere Herausforderung

Größer, moderner, repräsentativer soll es sein. „Ein eigenes Projekt so umzusetzen, ist immer eine ganz besondere Herausforderung“, betont Jörg Schiffer, Geschäftsführer der Habau GmbH. „Schließlich erhalten Kunden und Interessenten, die uns besuchen, hier einen ersten Eindruck von unserem Können. So stellt das neue Geschäftsgebäude auch unsere Visitenkarte dar.“ Die Fertigstellung im Januar 2017 und die Eröffnung des neuen Geschäftsgebäudes im Februar seien zwei Termine, denen das Habau-Team schon jetzt gespannt entgegensehe.

„Den Umzug von Heinsberg nach Aachen sehen wir natürlich mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, so Schiffer. „Zum einen haben wir hier in Heinsberg lange Jahre verbracht, die uns immer positiv im Gedächtnis bleiben werden. Doch nun ist es Zeit, sich neuen Zielen zuzuwenden. So freuen wir uns natürlich schon sehr auf den Umzug.“

Mit mehr als 30 Millionen Euro Umsatz im Jahr gehöre die Habau GmbH heute zu den führenden Spezialisten Deutschlands bei der Erstellung von Autohäusern gemäß den neuesten Corporate-Design-Vorgaben der unterschiedlichsten Automobilhersteller.

Und um dies auch gleich unter Beweis zu stellen, erwähnt Schiffer, dass sein Unternehmen gerade das Porsche-Zentrum in Hamburg baue, das größte in ganz Deutschland. „Nebenbei bemerkt ist es das neunzehnte, das wir bauen.“ Derzeit entstehe auch in Koblenz das größte Audi-Zentrum von Rheinland-Pfalz. „Letztes Jahr haben wir in Dortmund das größte Audi-Zentrum in Nordrhein-Westfalen fertiggestellt.“

Da überrascht es natürlich nicht, dass auch Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder die Habau GmbH nicht so einfach ziehen lassen wollte, zumal laut Schiffer jährlich ein sechsstelliger Gewerbesteuerbetrag in die Kasse der Kreisstadt geflossen sei. Er sei schon traurig darüber, erklärt Dieder gegenüber unserer Zeitung. Doch obwohl es mehrere Gespräche und alternative Grundstücksvorschläge gegeben habe, sei es ihm nicht gelungen „Herrn Schiffer umzustimmen“.

Dieser bestätigt denn auch, dass es zwei Grundstücksofferten in Dremmen gegeben habe. Er sagt aber auch: „Unabhängig von den Bemühungen des Bürgermeisters, fühlte ich mich in Dremmen allerdings bei bestimmten Entscheidungsträgern nicht adäquat willkommen.“ Offiziell möchte er hierzu nichts weiter äußern. Nach Informationen unserer Zeitung soll es Unstimmigkeiten im Hinblick auf die Neugestaltung der Nahversorgung in Dremmen gegeben haben, bei denen der alte Edeka-Markt eine Rolle spielte.

Denn obwohl Schiffers Unternehmen in Randerath angesiedelt ist, lebt der 48-Jährige selbst in Dremmen, wo er übrigens auch bleiben möchte. Schließlich lebe er schon seit 1970 in Heinsberg. Sollte hier letztlich ein guter Steuerzahler unbedacht vergrault worden sein, wäre dies natürlich schade für die Stadt.

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