Gymnasiasten-Projekt weckt Emotionen für Europawahl

Von: Helmut Wichlatz
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Außergewöhnliche Exponate in der umgestalteten Turnhalle: Die Schüler der Stufe 9, Politiklehrer Rüdiger Hermanns (l.) und Kollegen haben sich am Cusanus-Gymnasium im Vorfeld der Europawahl mit zahlreichen Themen auseinandergesetzt. Foto: Günter Passage

Erkelenz. Es ist eine Geduldsprobe: Am Eingang müssen die Besucher vor „Zöllnern“ warten, bis ihre Namen in einer Liste erfasst sind. Sie sind eigentlich unerwünschte Besucher – Flüchtlinge, die in Europa eine Zukunft suchen.

Und wie schwer ihnen das gemacht wird, können die Schüler in den umgebauten Umkleiden und in der Halle spüren. Die Turnhalle des Cusanus-Gymnasiums ist zum interaktiven Museum umfunktioniert worden. Das ist spannend, spürbar, mitreißend. „Man muss die Schüler bei den Emotionen packen“, erklärt Lehrer Rüdiger Hermanns. Emotionen sollen her, um Begeisterung und Interesse für Europa und die Wahl des Europaparlaments am 25. Mai herzustellen.

Denn was „die da in Brüssel“ beschließen, erscheint dem Wähler nicht selten schleierhaft, wenig transparent, sehr bürokratisch. Zu wenig weiß man über die Europäische Union, ihre Pflichten und Aufgaben. Die Neuntklässler des Cusanus-Gymnasiums haben das Thema Europa nun passend zur Europawahl eingehend beleuchtet. Denn dann sind rund 400 Millionen Europäer aufgerufen, über die Besetzung des Europaparlaments abzustimmen.

Obwohl die rund 190 Schüler aus sieben Klassen selbst noch nicht mitwählen dürfen, wollen sie aufklären und zur Teilnahme an der Wahl aufrufen. In ihren Projekten setzten sie sich anschaulich und nachvollziehbar mit Europa und seinen dringenden Themen auseinander. Sie analysierten die Antworten der Europakandidaten auf ihre schriftlichen Fragen, setzten sich mit dem geplanten und diskutierten EU-Beitritt der Türkei auseinander und analysierten die E-Learning-Angebote zum Thema Europa im Internet. In selbst gefertigten Flyern informierten sie über die Wahl und riefen zur Teilnahme auf.

„Ob der Appell gefruchtet hat, werden wir nach der Wahl anhand der Beteiligung in Erkelenz untersuchen“, erläutert Politiklehrer Dr. Kenan Holger Irmak. „Wir haben die Schüler auf den Geschmack gebracht.“ Auf den Geschmack an Europa, dessen Entscheidungen bis hinein in die Kommunen spürbare Auswirkungen haben. Man müsse die Zusammenhänge erkennen, um den Wert der Europawahl zu verstehen, betont Irmak.

Rüdiger Hermanns freut sich über das Europa-Engagement seiner Schüler. „Sie haben in ihrer Freizeit an den Projekten gebastelt und gearbeitet“, betont er. Im Unterricht hätten er und seine Kollegen lediglich die Impulse geben müssen. Das Interesse und die Bereitschaft mitzumachen seien sehr groß.

Kein Wunder, denn auch der aktuelle Konflikt in der Ukraine wurde medial aufgearbeitet und beleuchtet. Dazu hatten die Schüler die Berichte der Nachrichten zusammengestellt und ergänzend kommentiert.

Deutlich wird: Irmak, Hermanns und ihre Kollegen haben ihren Schülern das Thema Europa nachvollziehbar nähergebracht, auch wenn diese an der diesjährigen Europawahl noch nicht teilnehmen dürfen. „Man kann die Weichen für ein aktives politisches Bewusstsein nicht früh genug stellen“, lautet auch das Fazit der Schulleiterin Rita Hündgen, die das Projekt mit großem Interesse begleitete.

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