Gymnasiasten besuchen Krakau, Auschwitz und Berlin

Von: Anna Petra Thomas
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Eindringliches Erlebnis: Eine sechstägige Studienfahrt führte 65 Achtklässler des Heinsberger Kreisgymnasiums zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Repro: Anna Petra Thomas

Heinsberg. 65 Schüler des Heinsberger Kreisgymnasiums haben das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz besucht. Damit lernten sie ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte kennen. Unterstützt wurde die Aktion von der Studienstiftung „Erinnern Ermöglichen“ und vom Kreis Heinsberg im Rahmen der Bildungsoffensive gegen extreme Parteien.

17 Stunden Fahrt

Organisiert hatte die sechstägige Studienfahrt Michael Matzerath, Klassenlehrer einer achten Klasse. Vorbereitet hatten sich die Schüler mit Informationen aus dem Unterricht, mit eigener Lektüre und mit dem Film „Schindlers Liste“. Erste Station der Tour war nach 17 Stunden Fahrt Krakau, wo die Gruppe nach einer Stadtführung das Judenviertel Kazimierz und dort einen jüdischen Friedhof, eine Synagoge und verschiedene Schauplätze des Films „Schindlers Liste“ besuchte.

Die ehemalige Fabrik ist heute ein Museum der deutschen Besatzungszeit. „Dort konnten die Schüler noch einmal die historischen Ereignisse in Bild und Ton erleben, die in Krakau wie in einem Brennglas die Leiden des polnischen Volkes im Zweiten Weltkrieg zusammenfast“, sagt Lehrer Hans Nijs, der die Gruppe ebenfalls begleitete.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Auschwitz. „Es war sehr still im Bus, und jeder hatte Angst vor dem, was ihn gleich erwartete“, sagt Schülerin Sarah Klinkenberg. Die Schüler gingen unter dem Torbogen mit der Inschrift „Arbeit macht frei“ hindurch und sahen in ehemaligen Baracken ausgestellt zwei Tonnen Haare von ermordeten Opfern, Millionen von Schuhen, mehrere Hundert Prothesen, Brillen, Kinder und Häftlingskleidung sowie andere Gegenstände der Opfer.

„Trotz der Tatsache, dass diese ausgestellten Objekte nur einem Teil der dort umgekommen Menschen gehörten, begriffen manche Schüler erst dann die unfassbare Menge an Menschen, die dort lebte“, sagt Sarah Klinkenberg weiter. „Ein Schaukasten zeigt noch unzählige Dosen Cyclon-G, ein Gift, mit dem die Massenvernichtungen durchgeführt wurden“, ergänzt der Lehrer.

Gleise, Baracken, Schornsteine

Weiter ging es zum Vernichtungslager Birkenau. „Soweit das Auge reichte nur Baracken, Gleise und Schornsteine“, beschreibt Sarah Klinkenberg das Areal und Hans Nijs ergänzt: „70 Jahre nach der Befreiung hat man immer noch Beklemmungen, wenn man durch die Gaskammer geht, in der 1000 Menschen auf einmal vergast wurden, um dann anschließend in den Öfen verbrannt zu werden.“ Es werde einem bewusst, dass man sich auf dem „größten Friedhof Europas“ befinde „und der Staub, der an den Füßen klebt, von der Asche der Toten herrührt“.

Letzte Station der Fahrt war schließlich Berlin, wo der Weg die Gruppe direkt zur Gedenkstätte Bendlerblock führte, in dem während des Zweiten Weltkriegs das Oberkommando der Wehrmacht seinen Sitz hatte.

Am nächsten Tag folgten einem Besuch des Museums „Topographie des Terrors“, Besuche des Brandenburger Tors und des Reichstags. „Auch wenn es oft keine schönen Erlebnisse waren, waren sie jedoch sehr wichtig und lehrreich“, zieht Sarah Klinkenberg für sich wie für ihre Mitschüler und Lehrer ein Resümee der sechstägigen Tour.

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