Grundwasserpegel: Mit trockenen Fakten gegen feuchte Keller

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
14690888.jpg
Hans-Josef Heuter favorisiert immer noch die Idee, durch das Reaktivieren der Pumpen im Industriepark, überschüssiges Grundwasser in die Wurm abzuleiten. Foto: Rainer Herwartz
14690918.jpg
Hans-Josef Heuter favorisiert immer noch die Idee, durch das Reaktivieren der Pumpen im Industriepark, überschüssiges Grundwasser in die Wurm abzuleiten. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Der eine ist stolz darauf, dass seine Bemühungen offenbar endlich zu Taten führen, der andere wiegelt ab und erklärt, das eine habe mit dem anderen gar nichts zu tun. Die beiden Herren, um die es geht, sind der frühere CDU-Stadtverbandsvorsitzende Hans-Josef Heuter und Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder.

Und der „Casus Knacktus“ ist der hohe Grundwasserpegel in einigen Ortsteilen der Kreisstadt, der seit vielen Jahren für feuchte Keller sorgt. Er soll jetzt hochoffiziell unter die Lupe genommen werden soll.

In einer nicht-öffentlichen Sitzung wurden die entsprechenden „Ingenieurleistungen für den Aufbau eines Detailgrundwassermodells und die Durchführung von Simulationsrechnungen zu hydraulischen Lösungsansätzen der Grundwasserproblematik in Heinsberg“ vergeben. Der Erftverband erhielt offenbar den Zuschlag.

„Ich kann die Stadt nur beglückwünschen, dass sie sich dazu durchringt, die Problematik gutachterlich begleiten zulassen“, meint Hans-Josef Heuter gegenüber unserer Zeitung. „Die von der Grundwasserproblematik betroffenen Bürger in Schafhausen und Grebben behalten sich immer noch vor, eine Bürgerinitiative zu gründen, wenn hier nicht Abhilfe geschaffen wird.“ Heuter ist zuversichtlich, dass die Experten letztlich zu genau den Ergebnissen gelangen werden, die er im Vorfeld der Stadt unterbreitet habe.

Der ehemalige Unternehmensbereichsleiter der oberirdischen Gewässer beim Wasserverband Eifel-Rur hatte schon im April letzten Jahres erklärt, dass er mehrfach der Stadt Lösungen für das Problem des hohen Grundwasserpegels und der vielen feuchten Keller in Schafhausen, Grebben und Oberbruch präsentiert habe.

Sein Lösungsvorschlag damals wie heute ist, das Pumpen-Know-how des Industrieparks in Oberbruch zur Absenkung des Grundwassers für ein temporäres Wasserrecht wieder auf Dauer durch die Stadt zu nutzen, die ja dann die entstehenden Kosten als Umlage im betroffenen Gebiet geltend machen könne.

Die Stadt war dem Vorschlag nicht gefolgt. Dieder erläuterte damals, dass die Grundwassersituation in Schafhausen, Grebben und Oberbruch von verschiedenen Faktoren abhängig sei. Die Orte lägen im sogenannten Rurgraben.

Im Rurgraben stünden Talkiese, die stark wasserführend seien, beschrieb der Leiter des Tiefbauamtes, Peter Pelzer, die Situation. „Der Bodenbereich ist sehr durchlässig. Das führt je nach Wasserstand der Rur mit fünf bis sieben Tagen Verzögerung zu höheren Grundwasserständen.“ Früher hätten sich die Schwankungen im Grundwasserstand nicht so bemerkbar gemacht wie heute. Der Grund lag im hohen Wasserverbrauch am Industriestandort durch die Glanzstoffwerke, die „fleißig Grundwasser pumpten“.

Aus der Tatsache, dass der Grundwasserpegel jetzt untersucht werde, solle aber niemand ableiten, dass dies auf drängen von „Herrn Heuter“ geschehe, betont Dieder. „Es haben Konferenzen und Gespräche stattgefunden zwischen den Wasserwerken und Wasserbehörden, ob eine Wasserförderung Abhilfe schaffen könne oder ob zum Beispiel der Industriepark seine Pumpen wieder anwerfen soll“, sagt Dieder.

„Es bedarf einer fundierten Grundlage, um eine solche Entscheidung treffen zu können.“ So bald wird diese allerdings nicht fallen. Der Bürgermeister rechnet mit einem Ergebnis der Untersuchungen nicht vor dem nächsten Jahr. Bis dahin werden sich die betroffenen Bürger also auf jeden Fall noch gedulden müssen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert