Grundschüler lernen kindgerecht die Erste Hilfe

Von: Johannes Bindels
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Richtig Verband anlegen ist wichtig. Das lernen die Haarener Grundschüler bei der Heranführung an die erste Hilfe. Foto: Bindels

Waldfeucht-Haaren. Erwartungsvoll und aufmerksam hängen die Grundschüler der Klasse 4b der katholischen Grundschule Haaren an den Lippen von Eva Schmidt, DRK- Rettungsassistentin und Ausbilderin, und Ausbildungsleiter des DRK-Kreisverbands Heinsberg, Joachim Hansen.

Sie haben spannende neunzig Minuten vor sich, in denen sie lernen, wie die stabile Seitenlage und die Wundversorgung kleinerer Blessuren funktioniert.

„Das vom Förderverein finanzierte Projekt Heranführung an die Erste Hilfe in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Heinsberg findet im Anschluss an die Radfahrprüfung statt. Eingebunden ist das Projekt in den Sachkundeunterricht“, erläutert die Konrektorin Ruth Bürsgens.

Geschickt und kindgerecht

Geschickt und kindgerecht führen die beiden DRK-Ausbilder die Kinder in die Thematik ein. Sie wissen, dass der Einstieg am besten gelingt, wenn die Schüler bei ihren eigenen Erlebnissen mit Unfällen abgeholt werden. Und dann dürfen die Kinder erzählen: „Ich bin gegen einen Baum gelaufen und habe mir eine Platzwunde geholt, die genäht werden musste“, berichtet ein Schüler. „Mir war einmal schwindlig, dann bin ich ohnmächtig geworden“, weiß eine Schülerin zu berichten. Diese Schilderung wirft dann direkt die Frage auf, was denn ohnmächtig sein bedeutet. „Am Boden liegen, nicht mehr mit anderen reden können, wie tot sein“, lauten die Antworten. „Wie können wir Menschen in einer solchen Lage helfen?“, fragt ein Schüler.

Genau hier setzt der Kurs mit einer ersten Übungseinheit an: Die beiden DRK Mitarbeiter zeigen den Schülern zunächst die stabile Seitenlage.

Die Schüler vollziehen jeden Schritt nach: den Verunglückten ansprechen, die Atmung überprüfen, die Arm- und Handlage vorbereiten, die richtige Kopflage vornehmen, ein Bein anwinkeln, das Umlegen auf die Seite. Und natürlich den Notruf 112 wählen.

Auch den Notruf richtig abzusetzen wird geübt. Schnell ist allen die Vorgehensweise klar. Sie wissen, was sie mitzuteilen haben, nämlich was ist passiert, wo die Hilfe notwendig ist. Auch, dass von jedem Mobiltelefon oder einem öffentlichen Telefon die 112 kostenlos gewählt werden kann, selbst wenn das Telefon durch eine PIN gesperrt ist, erfahren die Kinder.

Die stabile Seitenlage mit einem Partner dann selbst auszuprobieren, das bedeutet für die Kinder Lernen mit Spaß.

Wundversorgung

Ein weiterer Baustein dieses Einführungskurses ist die Wundversorgung. Alle Kinder erhalten ein kleines Wundversorgungspäckchen, in dem Pflaster, Mullbinde, Druckverband, Kopfbedeckung und Handschuhe enthalten sind. Das Verbandanlegen wird eingeübt, viele lassen sich die rechte Hand verbinden. „Dann brauche ich nicht mehr mitzuschreiben“, lautet die damit verbundene Hoffnung. Am Ende erhalten alle Schüler eine Urkunde. „Heranführung an die Erste Hilfe für Kinder“ wird darauf beglaubigt.

Für das DRK sind zwei Ansätze wichtig bei dieser Schulkooperation, sagt Joachim Hansen. „Einerseits sollen die Erstversorgungskenntnisse so früh wie möglich vermittelt werden. Andererseits wollen wir aber auch das Interesse bei den Schülern wecken, sich beim DRK zu engagieren.“

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