Grünes Licht für Erweiterung der OGS

Von: Helmut Wichlatz
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Plan für eine Aufstockung: Der Betreuungsbereich der Nysterbachschule soll erweitert werden. Foto: Stefan Klassen

Erkelenz. Im Bauausschuss wurden die Pläne zur Erweiterung des Offenen Ganztags an der Nysterbachschule in Lövenich beschlossen. Die Erweiterung erfolgt durch eine Aufstockung des Gebäudeteils, in dem der Offene Ganztag untergebracht ist.

Dabei greift die Stadt auf die in Neuhaus bereist bewährte Holzmodulbauweise zurück, wie Hochbauamtsleiter Martin Fauck berichtete.

Nötig geworden ist die Maßnahme, da die vorgeschriebenen 2,5 Quadratmeter pro Kind im Offenen Ganztag mit rund 1,2 Quadratmetern weit unterschritten wurden. Derzeit nehmen über 60 Kinder mit und ohne Förderbedarf das Angebot in Anspruch. Das Angebot wurde 2008 eingerichtet, nachdem die ehemalige Hausmeisterwohnung, die an den Schulhof angrenzt, umgebaut worden war. Damit standen rund 77 Quadratmeter zur Verfügung.

Bei weitem zu wenig, wie die entsprechende Sitzungsvorlage mit Verweis auf die Unfallkasse NRW ausführte. Die nötige nochmalige Erweiterung könne jedoch nicht auf der Fläche des Schulhofes geschehen, da es auch für Schulhöfe eine Mindestgröße pro Kind gibt, die nicht unterschritten werden sollte. Durch die Aufstockung entstehen zwei zusätzliche Gruppenräume von 67 und 43 Quadratmetern. Im Gebäudebestand würde lediglich ein Ruheraum wegfallen, dessen Platz für die Treppe benötigt würde.

Diskussion über Barrierefreiheit

Darüber hinaus wird die Toilettenanlage erweitert, sodass zukünftig für Mädchen zwei Toiletten und für Jungs eine Toilette und zwei Urinale zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollte auf Anregung von Andreas Ullmann, dem ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten der Stadt, eine behindertengerechte Toilette installiert werden.

Der gesamte Baueinsatz werde so geplant, dass er so wenig wie möglich in den schulischen Betrieb eingreife, führte Fauck aus. In die Bausubstanz solle so wenig wie möglich eingegriffen werden. Daher werde eine maximale Vorfertigung angestrebt und eine Durchführung während der Sommerferien 2017 geplant.

Eingriffe in die Bausubstanz wären den Sozialdemokraten ganz recht, denn sie verwiesen auf die mangelnde Barrierefreiheit der Nysterbachschule. Diese könnte jedoch nur durch weiterführende Maßnahmen hergestellt werden, betonte Fauck und verwies auch auf die Abstimmung mit Andreas Ullmann, dem Behindertenbeauftragten der Stadt. Der hatte beschieden, dass die oberen Räume nicht barrierefrei erreichbar sein müssten, da im Erdgeschoss alle Räume ebenerdig erreichbar seien.

Ferdinand Kehren von der SPD forderte trotzdem eine Prüfung, ob vollständige Barrierefreiheit an der Nysterbachschule erreicht werden könnte. Sein Fraktionskollege Dieter Spalink nannte die Diskussion „beschämend“. Dem hielt Jürgen Vieten, Sachkundiger Bürger der Grünen, entgegen, dass das „zu kurz gedacht“ sei. Der Aufzug erschließe lediglich den Bereich des Offenen Ganztags. Die Schule selbst bleibe aufgrund ihrer Eingangssituation und der Wegeführung im Treppenhaus weiterhin nicht barrierefrei. Ein Aufzug würde zusätzliche 125.000 Euro kosten, wie Fauck zuvor ausgeführt hatte.

Bürgermeister Peter Jansen bemerkte in Richtung SPD, sie diskutiere das Thema in diesem Zusammenhang, „um zu diskutieren“. Wenn entsprechende Maßnahmen nötig würden, würden sie auch umgesetzt. „Wir haben bisher immer Lösungen gefunden“, betonte er. Der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen hob hervor, dass es in Erkelenz neben der Nysterbachschule weitere „Orte des gemeinsamen Lernens“ gebe und verwies neben der Franziskus-Schule auch auf Gerderath. Dort soll aufgrund geeigneter baulicher Bedingungen ebenfalls ein Angebot geschaffen werden, um eine barrierefreie Beschulung von körperbehinderten Kindern zu gewährleisten. Dies sei aufgrund der baulichen Substanz in Lövenich nicht möglich.

Einschließlich der Nebenkosten, die Fauck mit 10.000 Euro bezifferte, soll die Maßnahme rund 310.000 Euro kosten. Der Ausschuss stimmte ihr bei drei Gegenstimmen der SPD und einer Enthaltung zu.

Der Beschluss wurde vorbehaltlich der Genehmigung des Haushaltes für 2017 in eigener Zuständigkeit gefasst.

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