Heinsberg - Großes Gewusel bei der Bescherung

Großes Gewusel bei der Bescherung

Von: Anna Petra Thomas
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Der kleine Kevin (2) kann sein Glück gar nicht fassen: Für ihn ist die Bescherung bei der Tafel seine erste überhaupt. Mit ihm freuen sich der Nikolaus, Pfarrer Sebastian Walde und natürlich die Kirchenmaus.

Heinsberg. Auf das Paket rechts auf der Theke noch schnell ein kleines Plüschtier, in das unten links noch ein paar Konserven hinein. Mehr als zwei Dutzend fleißige Hände sind noch gar nicht so ganz mit den Vorbereitungen fertig, als die ersten Gäste zur zweiten Bescherung an diesem Tag in den Räumen der Heinsberger Tafel an der Erzbischof-Philipp-Straße eintreffen.

Das „Gewusel“ ist groß, langsam wird es eng, aber niemanden stört‘s. Vor allem Pfarrer Sebastian Walde nicht, der als Vorsitzender der Tafel alle Gäste mit dem kleinen Handschlag seiner Kirchenmaus-Handpuppe begrüßt. 180 Familien mit bis zu neun Kindern hätten sich in diesem Jahr für ein Paket angemeldet, erzählt er zwischendurch, und so habe man halt zwei Feiern organisiert. Insgesamt seien 540 Pakete bei der Tafel abgegeben worden, die dann zu den 180 Familienpaketen zusammengestellt worden seien. Der Aachener Zeitungsverlag, der WDR sowie die beiden christlichen Kirchen hatten zu den Spenden aufgerufen.

Wie viele andere freiwillige Helfer sind auch Kornelia Görtz (83) und Charlotte Waszok (75) derweil schon mit der Bewirtung der Gäste beschäftigt, mit Brötchen und Kuchen, mit Kaffee und kalten Getränken. „Ich hab‘ früher die Jugendherberge in Wegberg geleitet und kenn‘ den Rummel“, lacht die 83-Jährige und findet‘s ganz normal, sich auch in ihrem hohen Alter noch in den Dienst der guten Sache zu stellen.

Das tun dann auch die Mütter und Kinder der von Uschi Preuß geleiteten Krabbelgruppe der evangelischen Kirche. Nicht nur die Mütter, sondern auch ihr Nachwuchs überraschen die Gäste als große und kleine Nikoläuse verkleidet, nicht nur mit einem gesungenen „Hallo, hallo, schön, dass ihr da seid“, sondern auch mit einem kleinen Nikolaustanz.

Da ist dann auch Bürgermeister Wolfgang Dieder vollends begeistert, nicht nur als Schirmherr der Aktion, sondern zugleich, weil er seine Frau Ira und Töchterchen Elena in der Gruppe großer und kleiner tanzender Nikoläuse entdeckt hat. „Danke, dass ich die Schirmherrschaft übernehmen durfte“, sagt er dem Pfarrer und dankt allen Helfern bei der Aktion. „Das hat Vorbildwirkung!“

Diese Resonanz vom ersten Bürger der Stadt zu hören, mache ihn stolz und glücklich, entgegnet Walde und begrüßt dann Charly Brown, der als Captain des Golf-Clubs Elmpt nach Heinsberg gekommen ist und der Tafel einen Scheck über 500 Euro mitgebracht hat. „Nächstes Jahr komme ich wieder“, verspricht er, bevor er sich mit einem „Merry Christmas“ wieder verabschiedet.

Der Nikolaus liest noch eine Geschichte vor, ebenso wie Ulla Meurer, die das Kinderbuch mit dem Titel „Kamfu mir helfen?“ nicht nur vorliest, sondern es den Kindern mittels Beamer und Leinwand zugleich in seinen Bildern präsentiert. Dann aber der Spannung genug, und der Nikolaus kann seine Pakete verteilen. Unterstützt wird er dabei vom Pfarrer, vom Schirmherrn und von Bianca Mai, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins, die noch 60 Haustierpakete mitgebracht hat, „für Hunde, Katzen, Kleintiere und sogar für Fische“, wie sie erklärt. „Da freu‘ ich mich aber auf einen ganzen Berg Schweizer Käse!“, entfährt es da der kleinen Kirchenmaus.

Mit leuchtenden Augen steht dann der kleine Kevin (2) aus Oberbruch vor dem Nikolaus und kann sein Glück über sein tolles, neues Spielzeug noch gar nicht so recht fassen. „Das ist seine erste Bescherung“, erklärt Mutter Roxana (26). Beide sind zum ersten Mal bei der Aktion der Tafel und kommen erst seit einigen Monaten hierher. „Anfangs habe ich mich gescheut“, erzählt sie. „Aber dann habe ich viele andere Menschen gesehen, denen es so geht wie mir und gemerkt, dass es gar nicht so schlimm ist, hierher zu kommen.“

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