Großes Abenteuer: Saskia Rost arbeitet in Südafrika

Von: Katharina Hensel
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Das Abenteuer hat gerade erst begonnen: Saskia Rost aus Dremmen ist vergangene Woche nach Kapstadt aufgebrochen. Dort arbeitet sie an einer Waldorfschule. Foto: Katharina Hensel
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Leben und lernen in Südafrika: Saskia Rost aus Dremmen ist für ein Jahr dabei – an einer Waldorfschule in Kapstadt. Foto: stock/Gallo Images

Heinsberg-Dremmen. Afrika, das zu Hause von Giraffen, das zu Hause von Elefanten, das zu Hause von Löwen – und nun für ein Jahr auch das zu Hause von Saskia Rost (19) aus Heinsberg-Dremmen. In Kapstadt absolviert sie an der dortigen Waldorfschule ein Freiwilliges Soziales Jahr.

Begonnen hat alles mit einem zweiwöchigen Schüleraustausch des Kreisgymnasiums vor drei Jahren. „Das Land und die Kultur haben mich damals fasziniert. Es ist schon Wahnsinn, was ich in der kurzen Zeit für Erfahrungen gemacht habe“, sagt Saskia Rost, wenn sie an den Austausch zurückdenkt. Dass sie in die Stadt am Kap der guten Hoffnung unterhalb des Tafelbergs zurückkehren möchte, stand für sie schon früh fest. Ihr Plan: Abitur, Südafrika, pädagogisches Lehramtsstudium.

„Mein Opa brachte mich auf die Idee, beides miteinander zu verbinden. Er hatte etwas von den ‚Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.‘ gehört. Sie organisieren Freiwillige Soziale Jahre an Waldorfschulen in Südafrika. Leider waren für 2014 schon alle Plätze belegt“, sagt Saskia Rost. Sie entschied sich zunächst für einen Bundesfreiwilligendienst an der Dalheimer Waldorfschule und bewarb sich dann im Januar erneut für Südafrika. „Der Unterricht an der Waldorfschule hat mich begeistert, ich wollte ja sowieso Richtung Grundschullehramt gehen und jetzt, nach dem Jahr hier, hat mich das alles sehr überzeugt.

Es hat mir auch in meiner Entscheidung geholfen, dass ich später Waldorfpädagogik studieren möchte“, erzählt sie. Dieses Jahr hat sie aber nicht nur davon überzeugt, dass sie die richtige Berufswahl getroffen hat. Sie besitzt nun die besten Voraussetzungen für das Jahr am Kap: „Ich habe jetzt schon sehr viele Erfahrungen im Umgang mit Kindern gemacht. Auch Inhalte und Lernabläufe aus dem Unterricht habe ich kennengelernt. So könnte ich in Afrika auch für einen Kurs eingesetzt werden, den ich dann alleine führen kann.“

Doch bis der Flieger vergangene Woche wirklich mit Saskia in die Lüfte steigen konnte, gab es einen langen und aufwendigen Weg zu bestreiten. Angefangen hat es mit dem Bewerbungsverfahren. „Nach den ersten Rückmeldungen wurden Vorstellungsgespräche über Skype geführt. Als ich die Stelle dann sicher hatte, begann das Sammeln von Spenden“, beschreibt Saskia Rost den Ablauf. Jeder Teilnehmer, der über die „Freunde“ das freiwillige Jahr macht, muss Spenden sammeln.

Dadurch soll sichergestellt werden, dass diese Reise bei niemandem am Finanziellen scheitert. „Die Spenden kommen in einen großen Topf, aus dem für jeden Teilnehmer das Jahr finanziert wird. Für mich fallen jetzt keine Kosten für den Flug oder Unterkunft an“, sagt Saskia Rost.

Die nächste große Aufgabe für sie war, sich um das Visum zu bemühen: „Das war wirklich sehr viel Stress. Ich musste die ganzen Dokumente besorgen, wie ärztliche Bescheinigungen, Führungszeugnisse, Einladungsschreiben der Einsatzstelle, die Formulare der Botschaft – und dabei war ich dann doch sehr nervös, ob es nun klappt oder nicht.“ Auch vier Impfungen gehörten mit zum Programm, ohne dass die Reise nach Südafrika nicht möglich gewesen wäre.

Schließlich fehlte nur noch der Vorbereitungskurs der „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“. Für zehn Tage fuhr Saskia nach Bad Karlshafen in Hessen, um viel über das Land, die Kultur, die Problematik, wie auch die Geschichte Afrikas zu lernen.

„Wir hatten aber auch Kurse zur gewaltfreien Kommunikation, dass man zum Beispiel lernt, wie man am besten Probleme löst oder wie man dann mit den Menschen umgeht“, erklärt sie. Dabei ist sie auch mit den anderen Teilnehmern in Kontakt gekommen, die zur gleichen Zeit nach Südafrika gehen und zum Teil auch an den gleichen Orten arbeiten. Ein ganz anderes Problem bereitete Saskia das Kofferpacken: „Das ist echt gar nicht so einfach. Einen Koffer packen – für ein ganzes Jahr! Gepackt habe ich jetzt erst mal für zwei Wochen, den Rest muss man dann mal sehen.“

Nun ist sie am Center of Creative Education, das in den Townships eine Schule und verschiedene Kindergärten unterstützt. „Ich bin an der Zenzeleni School – das geht alles nach der Waldorfpädagogik, und da bin ich so ähnlich wie in Dalheim als Klassenhelferin und Klassenassistentin tätig“, sagt Saskia Rost. „Die Arbeit mit den Kindern wird schon anders sein.

Die kleineren Kinder sprechen ja noch kein Englisch, sondern die afrikanischen Sprachen, und da kann es dann vielleicht etwas schwieriger werden und man wird sich erst einmal dran gewöhnen müssen, sich verständigen zu können.“

Das große Abenteuer für Saskia Rost hat aber gerade erst begonnen. Ein fremdes Land, eine fremde Gastfamilie, eine fremde Kultur – aber eine ihr schon vertraute Arbeit, an der sie viel Spaß findet. „Mit ein Grund, warum ich ein FSJ jetzt noch einmal machen möchte ist: Wenn nicht jetzt, wann dann? Vor dem Studium habe ich noch die Möglichkeit. Ich bin noch so jung, und ich möchte deswegen die Zeit nutzen. Ich würde das auf jeden Fall jedem empfehlen.“

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