Großer Auftritt: Atrium verwandelt sich in ein Theater

Von: Laura Emmerling
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Letzter Feinschliff vor der Premiere: Das Oberstufentheater des Cusanus lädt für heute und morgen Abend ins Atrium ein. Foto: Laura Emmerling

Erkelenz. Sie haben unzählige Stunden investiert, sie haben Texte gelernt, an ihrer Mimik und Gestik gefeilt und an den Requisiten gearbeitet: Seit Beginn des Schuljahres proben 50 Schülerinnen und Schüler des Erkelenzer Cusanus-Gymnasiums fleißig, damit am Donnerstagabend im Atrium die Premiere über die Bühne gehen kann.

„Sechs Personen suchen einen Autor“ steht auf dem Programm, und die Schauspieler, Bühnenbauer, Licht- und Tontechniker sowie alle weiteren eifrigen Kräfte hinter den Kulissen sind gerüstet. Angst vor Pannen gibt es nicht. „Nein, es ist alles perfekt! Hauptsache, die Treppe bricht nicht…“, sagt Yannic Halcour, bühnenbauender Oberstufen-Cusaner. Das Stück „Sechs Personen suchen einen Autor“ haben die Initiatoren des Theaterprojekts mit Bedacht ausgewählt.

„Es ist ein Stück im Stück“, erklärt Lehrerin Verena Meinecke, die gemeinsam mit ihren Kollegen Susanne Lenzen-Hoffmann und Boris Mischnik den Literaturkurs, der für die Theaterproduktion verantwortlich zeichnet, leitet. Basierend auf dem Roman „Sechs Personen suchen einen Autor“, publiziert 1921 von Luigi Pirandello, entwickelten die Oberstufenschüler ihr Stück: Es wurden Passagen umgeschrieben, gestrichen, Rollen hinzugefügt oder weggelassen. „Eigentlich suchen jetzt acht Personen einen Autor“, sagt Verena Meinecke.

Es geht im Stück darum, dass wir alle im Leben zumindest eine Rolle spielen. Ständig geben wir vor, jemand anderes zu sein. Doch während es uns frei steht, diese Maske zu Hause wieder abzulegen, ergeht es den Figuren in der Tragikomödie „Sechs Personen suchen einen Autor“ des Oberstufentheaters anders: Der Autor, der sie erfunden hat, vollendete ihr Stück nie.

Angeführt vom Vater (Joshua Krause) versuchen die Familienmitglieder einen Theaterdirektor (Jevini Rajamogan) davon zu überzeugen, sie auf der Bühne zum Leben zu erwecken. Doch Streit und Zwietracht sind programmiert: Da es kein fertiges Skript gibt, spielt die Familie dem verwirrten Direktor, seinem Inspizienten (Sara Dukie) und den Theaterschauspielern (Jenny Wilbricht, Tom Kuspiel, Gwendolyne Wortmann und Anna-Maria Jodlowski) ihr Leben kurzerhand selbst vor. Die Grenzen zwischen Realität und Stück verwischen, und eine hitzige Diskussion über die „Möglichkeiten des Theaters“ beginnt...

Nicht nur im Skript gehen Fiktion und Realität ineinander über: „Die Souffleuse im Theater, gespielt von Jil Jakob, springt auch bei uns immer mal wieder ein, wenn es Texthänger gibt“, erläutert Verena Meinecke. Besonders für die beiden Hauptdarsteller Joshua Krause und Jevini Rajamogan ist die Inszenierung eine große Herausforderung. „Sie sind dieses Jahr freiwillig mit dabei und bereiten sich parallel auf ihr Abitur vor“, erklärt Meinecke.

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