Große Emotionen: Winterkonzert unter dem Motto „Filmmusik“

Von: Stefan Reiners
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Großartige Momente beschert: der Musikverein Eintracht Birgelen beim Winterkonzert. Foto: Stefan Reiners

Hückelhoven/Wassenberg-Birgelen. Das Winterkonzert des Musikvereins Eintracht Birgelen stand unter dem Motto „Filmmusik“. Musik von der großen Leinwand auf die große Bühne – wie in der Vergangenheit wählte man wieder die Aula des Hückelhovener Gymnasiums. Und was der Musikverein auf die Bühne brachte, das war auch selbst richtig großes Kino.

Schon optisch machte das was her. Eröffnend brachte das vereinseigene Jugendorchester unter der Leitung von Michael Dilsen mittels eher moderner Filmmusik aus Star Wars (Das Erwachen der Macht) und „Jacob´s Theme“ aus der Twilight Saga (Letzteres gemeinsam mit den sogenannten Music-Kids aus den „Bläserklassen“ der kooperierenden Grundschulen) das Publikum in die richtige Stimmung. Anschließend füllte sich die Bühne noch mehr, bis sie am Ende 49 Aktiven Platz bot. Echte Hingucker waren natürlich der große, glänzende Gong und die riesige Konzerttrommel.

Ruth Jansen führte mit Witz und Charme durch das Programm, erläuterte kurz die Handlung der zur Musik gehörenden Filme und stellte gleich zu Beginn schon einmal klar: „Musik ohne Film, das geht immer. Aber ein Film ohne Musik? Niemals!“

Da hatte sie natürlich recht, bedenkt man, dass schon zu Stummfilmzeiten wenigstens am Klavier live Musik im Kinosaal gespielt wurde, um die Stimmung der jeweiligen Szene zu unterstreichen oder auch erst entstehen zu lassen. Das funktionierte in der Aula des Gymnasiums Hückelhoven ebenfalls wunderbar. Da gab es düstere, spannungsgeladene Momente (Das Boot), leichte, romantische (Vom Winde verweht), und als Highlight des ersten Teils ein gefeiertes Medley aus echten Klassikern von Rocky und Dr. Schiwago über den Rosaroten Panther bis zu James Bond.

Nach der Pause wurde es sehr leise im Saal. Die erst 13-jährige „Jugend musiziert“-Preisträgerin Celina Nenninger spielte auf der Violine derart ergreifend das Thema aus „Schindlers Liste“ und transportierte die Emotionen rund um diese traurige Geschichte so authentisch, dass für die Dauer ihres Spiels tatsächlich so etwas wie Schwermut aufkommen konnte.

Anschließend jedoch entführten die Instrumentalisten unter der Leitung von Dirigent Jan van Hulten und mittels Musik von Ennio Morricone die Zuhörer in die Welt des Wilden (Italo-)Westens. „Spiel mir das Lied vom Tod“ ist nur eines von zahlreichen bekannten Themen, wenn auch sicherlich das populärste.

Am Ende des Abends hatte die Eintracht aus Birgelen so ziemlich alle Facetten der konzertanten Filmmusik einmal angerissen. Vor der versprochenen Zugabe erhielt Ehrenmitglied Werner Schmitz, Urgestein und Stütze des Musikvereins, eine Auszeichnung „für sein Lebenswerk“ und als Überraschung die „Hornissen-Polka“ als Ständchen. Gespielt von seinen Kindern Stefan, Michael und Elke an Horn und Klarinette. „Das größte Problem war, dass Werner nichts davon merkt“, verriet Ruth Jansen. „Die Kinder wohnen inzwischen in den verschiedensten Landesteilen, und Werner verpasst niemals eine einzige Probe.“

Dass es dennoch geklappt hat, bescherte diesem besonderen Abend einen würdigen Schlussmoment, bevor alle mit dem „River Kwai Marsch“ auf den Heimweg geschickt wurden.

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