Heinsberg-Uetterath - Großartiger Orchesterklang in der St. Maria-Himmelfahrts-Kirche

Großartiger Orchesterklang in der St. Maria-Himmelfahrts-Kirche

Von: Johannes Gottwald
Letzte Aktualisierung:
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Überdurchschnittlich war das Konzert des Musikvereins Uetterath in der St. Maria-Himmelfahrts-Kirche unter der Leitung von Claas Otto. Foto: jg

Heinsberg-Uetterath. Mit einem Musikverein verbindet man zumeist schmissige Marschklänge zur Kirmes oder flotte Tanzrhythmen im Festzelt – fromme Kirchenweisen sind da eher die Ausnahme. Dies gilt aber nicht für die Adventszeit: Der Musikverein Uetterath stellte zuletzt bei seinem Konzert in der Uetterather Kirche auf eindrucksvolle Weise klar, dass er im Genre der religiösen Musik ebenso bewandert ist.

Aber auch die weltliche Seite des Weihnachtsfestes kam an diesem Abend nicht zu kurz. Ein grollender Paukenwirbel stand am Beginn des ersten Stückes „Angels from the Realms to Glory“. Nach einer feierlichen Bläserintroduktion klang die bekannte Weise „Engel auf den Feldern singen“ auf, die in verschiedenen Variationen und häufig origineller harmonischer Farbgebung zu hören war.

Sie bildete die thematische Grundlage für die ganze Komposition, die man als freie Choralimprovisation bezeichnen konnte. Nach einem lyrischen Mittelteil bildete eine kraftvolle und brillante Coda den Abschluss.

Es folgte der Gospel „Oh happy Day“ in einem Arrangement von Donald Furlano, der die Zuhörer nicht weniger begeisterte. Ein ausgedehntes Medley „Simon and Garfunkel“ schloss sich an, worin die bekanntesten Hits dieses Folk-Rock-Duos aus den 1960er Jahren verarbeitet wurden. Hier konnte der Musikverein die ganze Palette seines Orchesterklanges – von unwirklich zarten romantischen Passagen bis hin zu wild auftrumpfenden Tutti-Ausbrüchen – voll ausspielen.

Besonders dabei wurde offensichtlich, dass sich der Uetterather Musikverein unter der fachkundigen Probenarbeit des Dirigenten Claas Otto zu einem großartigen Klangkörper entwickelt hat, der weit über den normalen Durchschnitt hinausragt. Auch die nachfolgenden Stücke „Lala-Land“, „Hallelujah“, „My name is Nobody“ und „Because of you“ bestätigten diesen Eindruck.

Großes Medley

Ein weiteres großes Medley verarbeitete danach Themen und Motive aus „Joseph and the amazing technicolor Dreamcut“. In diesem Musical wird die biblische Geschichte des Patriarchen Joseph erzählt, der als junger Mann von seinen Brüdern nach Ägypten als Sklave verkauft wird und später zum Großwesir des Pharaos aufsteigt.

Die wohl bekannteste Nummer des Werkes ist das Lied „Die Augen zu, der Vorhang offen“, die selbstverständlich in diesem Arrangement von Inge Sunde ebenfalls zu hören war. Dann wurde es amerikanisch: „Rocking around the Christmas Tree“ zeigte eher den kommerziellen Aspekt von Weihnachten. Die beiden nächsten Stücke erinnerten daran, dass zum Advent auch Buße und Besinnung gehört: Der Sinatra-Song „My Way“ beschreibt die Gedanken eines Mannes, der vor seinem Tode sein Leben noch einmal Revue passieren lässt, während „Wonderful Dream“ die Vision einer vollkommenen Welt darstellt.

Danach schilderte der „Jingle Bell-Rock“ das (ziemlich geräuschvolle) Kommen des Weihnachtsmannes, der mit Schlitten, Rentier und Glöckchen vorfährt und hoffentlich schöne Geschenke mitbringt. Auch auf ein Kirchenlied wollte man nicht verzichten: Das von allen Zuhörern mitgesungene „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ setzte einen stimmungsvollen Schlusspunkt unter ein ausgezeichnetes Weihnachtskonzert.

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