Grenzlandring-Bad soll bestehen bleiben

Von: Monika Baltes
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Wasserratten ausdrücklich willkommen: Seit 40 Jahren lockt das Grenzlandring-Bad Wegberg ins kühle Nass. Foto: Baltes

Wegberg. Ein ideales Paar feierte Jubiläum im Grenzlandring-Bad Wegberg: 40 Jahre alt wurden sowohl das Hallenbad als auch die DLRG Ortsgruppe Wegberg.

Mit einem Sprung in die Fluten hatte der damalige Bürgermeister Dr. Karl Fell das Hallenbad 1975 eingeweiht. Zum Jubiläum überbrachte der derzeitige Bürgermeister Michael Stock Glückwünsche, kleine Präsente und großen Dank für die geleistete Arbeit des Teams im Hallenbad und der Mitglieder der DLRG. Den unerschrockenen Sprung ins kühle Nass wollte er sich aber für das 50-Jährige Jubiläum aufheben.

Gefeiert wurde mit Familienbad, Familienolympiade, Wegberger Spring-Gaudi und After-Show-Party im und am Wasser. Wie es sich bei einem idealen Paar gehört, sind Geschichte, Sorgen und Wünsche durchaus ähnlich. 3,8 Millionen Besucher zählte das Bad in 40 Jahren und die Kursangebote werden gut angenommen. Ein Team von zehn Mitarbeitern kümmert sich freundlich um die Badegäste. „Für den Notfall halten wir sogar Badeanzüge bereit – in verschiedenen Farben und Größen“, versicherte Ute Cohnen, Mitarbeiterin im Team von Badbetriebsleiter Dietmar Gisbertz.

Konkurrenz wird größer

Sorgen bereiten dem Team die rückläufigen Besucherzahlen. 100.000 sind es durchschnittlich im Jahr, „aber wir spüren schon, dass die Konkurrenz größer geworden ist. Auch die Außen-Liegewiese wird noch nicht genügend frequentiert“, beklagte Ute Cohnen. „Viel Herzblut“ stecke das Team in neue Ideen und Veranstaltungen, leider oft vergebens. „Im letzten Jahr waren bei unserer Halloween-Veranstaltung erschreckend wenige Gäste.“

Mit 200 Mitgliedern hat die DLRG in Wegberg vor 40 Jahren angefangen. „Heute sind es 500“, sagte der Leiter der Ortsgruppe Wegberg, Norbert Mertens. Die DLRG plagen Nachwuchssorgen. „Das könnte an den veränderten Unterrichtszeiten liegen, da bleibt kaum Zeit für ein Hobby“, wagte sein Stellvertreter Heinz Schild einen Erklärungsversuch.

Neue Mitglieder sind immer herzlich willkommen, Aktive für Vorstands- und Vereinsarbeit erst recht. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir zum reinen Dienstleister verkommen.“ Heinz Schild ist ein Mann der klaren Worte. Mit Sorge beobachtet er, dass die Arbeit der Freiwilligen als selbstverständlich vorausgesetzt wird: Beckendienste, Wachdienste, Einsätze im Katastrophenschutz.

Ute Cohnen musste nicht lange überlegen, als sie nach den Wünschen für die Zukunft gefragt wurde: „Mehr Besucher im Bad und bei den Veranstaltungen.“

Auch die Jubiläumsveranstaltung hätte sicherlich mehr Gäste verdient gehabt. „Verständnis und Anerkennung der Badenden, deren Sicherheit wir gewährleisten“, wünschte sich Norbert Mertens, „und mehr Aufmerksamkeit für die Gefahren rund ums Wasser.“ Ein Wunsch einte die beiden Jubilare ohne den kleinsten Unterschied: „Dass das Hallenbad bestehen bleibt!“ Das ist angesichts des gezückten Rotstiftes in der Stadt Wegberg eine nachvollziehbare Sorge. Beide lobten unabhängig voneinander die Zusammenarbeit von DLRG und Hallenbad als „vertrauensvoll, freundschaftlich, perfekt.“ Ein ideales Paar, das statt des 40-jährigen Jubiläums auch Rubinhochzeit hätte feiern können.

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