Grenzgänger sollen kompetente Beratung aus einer Hand erhalten

Von: disch
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Kreis Heinsberg. 2500 bis 3000 Menschen, so die Schätzungen, pendeln täglich zur Arbeit aus dem Kreis Heinsberg über die Grenze in die Niederlande, genauso viele sollen es umgekehrter Richtung sein. Für sie soll es zukünftig auch im Kreis Heinsberg eine Grenzgängerberatung geben.

Als Außenstelle des vor einem Jahr vom Zweckverband Region Aachen in Aachen und Herzogenrath errichteten Grenzinfopunktes ­Aachen-Eurode sollen 2014 an insgesamt 17 Tagen Sprechstunden im Heinsberger Kreishaus angeboten werden. „Das ist gelebte Bürgernähe“, sagte Landrat Stephan Pusch am Mittwoch bei einem Pressegespräch zu diesem Vorhaben.

Arbeitnehmern wie Unternehmern, die Rat suchen, soll ein möglichst ortsnaher, unkomplizierter Beratungsservice angeboten werden. Auch wenn offiziell von einer halbjährigen Testphase die Rede ist, sind die Termine bereits bis Ende 2014 geplant. 10.000 Euro will der Kreis dafür in diesem Jahr ausgeben und die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Der Landrat hofft darauf, dass dieses neue Angebot angenommen wird und es dann auch als dauerhafte Einrichtung etabliert werden kann.

„In unserer Grenzregion ist ­Europa kein abstraktes Gebilde, sondern gelebter Alltag für die Menschen“, sagte Ulrich Schirowski, Geschäftsführer vom Zweckverband Region Aachen. Dies gelte beim Einkaufen oder in der Freizeit, aber zunehmend eben auch in Sachen Arbeit. Allerdings gebe es da an der einen oder anderen Stelle noch Schwierigkeiten, räumte er ein. Da setze der Grenzinfopunkt an, um den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt zu fördern.

So sollen in den Grenzgänger-Sprechstunden solche Fragen beantwortet werden: „Wo werde ich über welche Einkünfte steuerpflichtig? Wo erhalte ich Kindergeld? Können meine Familienangehörigen und ich den Arzt in beiden Ländern frei wählen? Wo muss ich mich gegebenenfalls arbeitssuchend melden? Was passiert, wenn ich einmal Rentner bin? Wie mache ich mich in den Niederlanden selbstständig?“ Für Unternehmen können beispielsweise Fragen zu lohnsteuerrechtlichen Regelungen oder Ausschreibungsmodalitäten im Nachbarland von Bedeutung sein. Die Beratung erfolgt kostenlos.

Artur Hansen, Projektleiter des Grenzinfopunktes, machte deutlich, dass die Sprechstunden hilfreich sein können für alle, die noch keinen Arbeitsplatz jenseits der Grenze haben, sich aber für ­einen solchen interessieren: „Wenn ich nicht sicher bin, nehme ich den Job vielleicht nicht an.“

Landrat Stephan Pusch bezeichnete die neuen Heinsberger Sprechstunden als „Instrument der Wirtschaftsförderung“, mit dem zudem Hemmnisse überwunden und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit verbessert werden könne. Wichtig sei dabei vor allem der Aspekt der „Beratung aus einer Hand“.

Wie breit aufgestellt der Grenzinfopunkt mit seinen Experten und seinem Netzwerk inzwischen ist, machte Projektleiter Artur Hansen mit einem Vergleich deutlich. Demnach könnten Berater nicht nur wie Hausärzte, sondern auch wie Fachärzte weiterhelfen.

Der Grenzinfopunkt war von elf deutschen und niederländischen Partnern eingerichtet worden und wird von diesen getragen. Operativ umgesetzt wird das Projekt vom Zweckverband Region Aachen. Der Zweckverband und sein Vorläufer, die Regio Aachen, verfügen dabei über eine mehr als 25-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Grenzgängerberatung.

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