Wassenberg-Ophoven - Gottesdienst mal anders: Eine neue Erfahrung mit drei Elementen

Gottesdienst mal anders: Eine neue Erfahrung mit drei Elementen

Von: Anna Petra Thomas
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Mit Gitarren und Bass: Die Band Jo(y)in Jesus spielte moderne geistliche Lieder am Altar der Ophovener Wallfahrtskirche. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Auch Pfarrer Thomas Wieners nahm sich Zeit für die erste Station im Thomas-Gottesdienst – für die Klagemauer unter der Marienstatue

Wassenberg-Ophoven. Zu einer ganz neuen Form von Gottesdienst, geprägt von Elementen einer sogenannten Thomas-Messe, luden Pfarrer Thomas Wieners und der Steyler Missionar Prof. Dr. Bernd Werle aus St. Augustin im Rahmen der diesjährigen Wallfahrtswoche in die Kirche St. Mariä Himmelfahrt nach Ophoven ein. Passend dazu mit modernen geistlichen Liedern wurde sie von der Band Jo(y)in Jesus gestaltet.

Die Thomas-Messe will fragende Christen, im Glauben Zweifelnde, frustrierte Kirchgänger und sogenannte Gottesdienstmuffel ansprechen. Sie ist geprägt durch neue Lieder, eigene und neue Gedanken, eine ansprechende Verkündigung, ein Abendmahl zum Anfassen.

Sie gibt Gelegenheit zum Beobachten, Einfühlen, Annähern und Mitmachen. Ihr Name kommt von dem Jünger Thomas, der an der Auferstehung Jesu zweifelte, bis er sie im unmittelbaren Erfühlen und Erleben erkannte.

Drei Elemente einer Thomas-Messe habe er für den ersten Abend in Ophoven ausgewählt, erklärte Werle zu Beginn des Gottesdienstes, bei dem er das Bild einer Ikone des barmherzigen Jesus in die Kirche trug, wie es auch in Taizé Verwendung findet. Einer Eröffnung würden verschiedene Stationen folgen und schließlich wieder ein gemeinsames Treffen im Kirchenschiff mit einem Segensgebet.

Ein sogenanntes Garderobengebet stehe immer am Anfang eines solchen Gottesdienstes, so der Priester. „Stellen Sie sich vor, dass wir jetzt noch einmal hier in die Kirche hineinkommen und alles an der Garderobe ablegen, was uns hindert, mit ganzem Herzen bei Gott zu sein.“ Wer abgelegt habe, dürfe sich dann öffnen für Gott.

Dem Gebet folgten fünf Stationen: An einer aus einfachen Steinen für den Hausbau aufgeschichteten Klagemauer unter der Statue der Muttergottes hatten die Gottesdienstbesucher Gelegenheit, mit einer Kerze oder einem kurzen Brief ihre Nöte, Klagen oder Wünsche zu Maria zu bringen.

Symbolbilder zu den geistlichen Werken der Barmherzigkeit mit erklärenden Texten erwarteten die Besucher an Station zwei im Seitenschiff. Station Nummer drei am Haupteingang zur Kirche bot Gelegenheit, sich von einem der beiden Priester segnen zu lassen.

Unter der Figur des gekreuzigten Jesus im zweiten Seitenschiff konnten die Teilnehmer des Gottesdienstes schließlich ihre Gebetsanliegen aufschreiben.

Diejenigen Anliegen, die auf einen gelben Zettel geschrieben worden waren, wurden im weiteren Verlauf des Gottesdienstes als Fürbitten vorgelesen. Letzte und fünfte Station war das Kirchenschiff selbst, „für alle, die einfach allein sein wollen“, so Werle. Und wer sich doch beschäftigen und ein wenig bewegen wollte, für den lagen in einem Korb 50 Sprüche zum Thema Barmherzigkeit bereit, „als Gedankenanregung“.

Einem Impuls, bei dem der Steyler Missionar seinen Zuhörern die Bedeutung von Barmherzigkeit verdeutlichte, und den Fürbitten folgten der Segen und zum Abschluss das Gebet zur „Liebenswürdigen Mutter“ von Ophoven.

Nach diesem ersten Thomas-Gottesdienst in der kleinen Wallfahrtskirche waren nicht nur die Besucher begeistert, sondern auch Pfarrer Thomas Wieners selbst. „Das hat mir super gut gefallen“, sagte er seinem Mitbruder. „Das war ganz toll, mal eine ganz andere Art von Gottesdienst zu feiern.“

Die Thomas-Messe nahm ihren Anfang in Helsinki, wo Pfarrer Olli Valtonen, der als Redakteur arbeitete, sich nach einem Gottesdienst sehnte, in dem er selbst Energie schöpfen konnte und in dem sich der Zeitgenosse, der sich kaum für die Kirche interessierte, mit seinen Fragen und Wünschen wiederfinden konnte.

Da ihn dieser Wunsch mit anderen Christen verband, begann eine Gruppe von 40 Leuten sich regelmäßig zu treffen und darüber zu reden und zu beten, wie ein Gottesdienst gestaltet werden könnte, der die Menschen heute anspricht. Das Ergebnis war die Thomas-Messe. Seit 1989 wird sie jeden Sonntagabend in der Agricola-Kirche in Helsinki gefeiert, seit 1993 auch in Deutschland.

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