Geilenkirchen/Kiel - „Gorch Fock”: Wird der Fall Jenny Böken neu aufgerollt?

„Gorch Fock”: Wird der Fall Jenny Böken neu aufgerollt?

Von: dpa
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Geilenkirchen/Kiel. Die Kieler Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob das Ermittlungsverfahren nach dem Tod der „Gorch Fock”-Kadettin Jenny Böken wieder aufgenommen werden muss.

Jenny Böken war 2008 aus ungeklärten Gründen nachts von Bord des Segelschulschiffs gestürzt. Ihre Familie erhebt jetzt neue Vorwürfe gegen die Ermittler, die von einem Unfalltod ausgegangen waren und die Akte 2009 geschlossen hatten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kiel will die Familie der bei ihrem Tod 18 Jahre alten Kadettin den Fall neu aufrollen lassen. Über die Wiederaufnahme werde frühestens Ende der kommenden Woche entschieden, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Damit bestätigte sie Berichte des NDR und von Zeitungen.

Unterstützung erhält die Familie unter anderem vom Verteidigungsexperten der Grünen im Bundestag, Omid Nouripur. Er sagte im NDR, die Ermittlungsakten seien lückenhaft, relevante Unterlagen fehlten: „Es ist nicht gründlich gearbeitet worden.”

Zwei Jahre nach dem Tod von Jenny Böken war im November 2010 eine weitere junge Offiziersanwärterin auf der „Gorch Fock” zu Tode gekommen. Sie stürzte bei einer Übung aus der Takelage. Der Fall hatte unter anderem für die Absetzung des Kapitäns und eine Neuordnung der Ausbildung auf dem Schulschiff der Marine gesorgt.

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