Gondelweiherpark: Anwohner reichen Unterschriftenliste ein

Von: Daniel Gerhards
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Findet am Restaurant Froschkönig und auf der Parkstraße nun ein Teil des Weihnachtsmarkts statt? Auf der städtischen Internetseite war am Donnerstag noch zu lesen, dass die beiden Areale einbezogen sein sollen. Bürgermeister Winkens sagt, dass das ein Fehler ist. Foto: Anna Petra Thomas
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Ruheoase oder „Ramba-Zamba-Zone“: Anwohner rund um den Gondelweiherpark kritisieren die Vielzahl der Veranstaltungen. Lautstärke und Müll sind ihnen ein Dorn im Auge. Foto: Gerhards

Wassenberg. Joachim Serode hat die Nase gestrichen voll. Und so wie ihm gehe es auch vielen anderen Anwohnern der Straßen rund um den Gondelweiherpark. Lärm, Müll, Wildpinkler und Straßensperrungen – darüber regen sie sich auf.

Seit der Froschkönig am ehemaligen Freibad eröffnet hat, häuften sich dort die Abendveranstaltungen, was immer wieder mit Beeinträchtigungen für die Anwohner einhergehe, sagt Serode. „Wir hatten hier eine idyllische Ruhezone rund um den Gondelweiherpark. Mit den vielen großen Veranstaltungen am Froschkönig wird die Gegend zur Ramba-Zamba-Zone“, sagt Serode.

Rund 40 Unterschriften

So jedenfalls stellt es Serode dar. Bürgermeister Manfred Winkens (CDU) findet, dass es an der Parkstraße, wo Serode wohnt, noch immer sehr ruhig sei. Und Silke Hugo vom Froschkönig sagt, dass sie sich alle erdenkliche Mühe gebe, auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen.

Die Anlieger haben sich nun aber in der Interessengemeinschaft der Anwohner Am Buir, Am Wehrturm, Parkstraße, Nikolaus-straße und Pontorsonallee zusammengeschlossen. In einem nach Angaben von Serode von rund 40 Anwohnern unterschriebenen Antrag an den Wassenberger Stadtrat fordern sie, dass sich der bevorstehende Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nicht auf der Parkstraße abspielen soll.

Das sei der erste Schritt, den die Initiative unternehmen wolle. Bürgermeister Winkens habe auf diesen Antrag mit einem Schreiben reagiert, sagte er. Darin habe er den Anwohnern mitgeteilt, dass der Weihnachtsmarkt nicht auf der Parkstraße stattfinde. Anders als auf der Website der Stadt noch am Donnerstag zu lesen war.

Weil diese nun offensichtlich falsche Information der Stadtverwaltung in der Welt war, fürchteten die Anwohner, dass für den Markt Straßen gesperrt werden sollen. Sie fürchteten um ihre Mobilität. Dabei gehe es den Anwohnern aber nicht bloß um den Weihnachtsmarkt. Es sei die Vielzahl der Veranstaltungen, die sie zermürbe, sagt Serode. Spektakulum, Street-Food-Festival, Oktoberfest, NEW-Musiksommer und private Feiern.

„Die Zahl der Veranstaltungen am Froschkönig hat ein Ausmaß erreicht, das nicht hinzunehmen ist“, sagt Serode. Und immer wieder sei es spät in der Nacht noch laut, immer wieder urinierten Gäste in Vorgärten und an Hauswände, immer wieder liege am Morgen danach Müll in den Vorgärten herum. „Es fehlt nur noch, dass die KG Kongo ihr Festzelt auch noch hierher verlegt“, sagt Serode.

Er schlägt vor, die Veranstaltungen im Stadtgebiet zu verteilen. Ein paar Feste im Zentrum, andere auf dem Burgberg, die nächsten vielleicht in Myhl oder Effeld. „Aber die Stadt genehmigt am Froschkönig alles, ohne Rücksicht auf die Anwohner“, sagt Serode.

Winkens kann die Kritik der Anwohner nicht nachvollziehen. In Wassenberg – und besonders an der Parkstraße – sei es schließlich immer noch sehr ruhig, viel ruhiger als in den meisten anderen Orten im Kreis. Man könne nicht dazu übergehen, überall, wo sich Anwohner über Veranstaltungen beschweren, alle Feste abzusagen. „Dann können wir die Stadt zumachen. Dann gibt es keinen Weihnachtsmarkt mehr. Aber auch kein Spektakulum und keinen Schlemmermarkt“, sagt er. Und so ein Szenario sei ganz und gar nicht im Sinne der Stadt. Im Gegenteil. Winkens wolle im kommenden Jahr zwei weitere große Veranstaltungen auf dem Roßtorplatz stattfinden lassen.

Recht machen könne man es sowieso nie allen, sagt Winkens. Die Gastronomen am Roßtorplatz hätten am liebsten eine Veranstaltung nach der anderen auf dem Platz. Um die Anwohner nicht überzustrapazieren, weiche man mit manchem Fest aber auch auf den Pontorsonplatz, das Heckentheater an der Burg oder eben zum Froschkönig aus.

Auch Silke Hugo vom Froschkönig kann die Kritik der Anwohner nicht nachvollziehen. Zum einen gebe es rund um den Froschkönig nur vier größere Veranstaltungen im Jahr. Zum anderen tue sie alles, um die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Auflagen des Ordnungsamtes, was Zeiten und Lautstärken angeht, würden strikt eingehalten. Auch bei privaten Feiern messe man die Lautstärke regelmäßig. Zudem achte man darauf, die Türen geschlossen zu halten. „Wir kommen den Nachbarn weit entgegen“, sagt Hugo.

Die Wahrnehmungen gehen also auseinander. Serode: „Unsere Lebensqualität hat sich erheblich gemindert, seit der Froschkönig eröffnet hat.“ Kommentar

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