Wassenberg-Myhl - Glocke kehrt in Heimat zurück

Glocke kehrt in Heimat zurück

Von: Anna Petra Thomas
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Die beiden Pfarrer Thomas Wieners (links) und Andrzej Spelak packten mit an beim Abtransport der Glocke aus Polen, die in Myhl über Jahrzehnte als Donatusglocke gedient hatte. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Myhl. Mit einer ganzen Abordnung aus der polnischen Gemeinde Wojanow, dem früheren Schildau, war Pfarrer Andrzej Spelak jetzt nach Myhl gekommen, um „seine“ Glocke nach Hause zu holen. Im Zweiten Weltkrieg war den Schildauern diese Glocke aus dem Kirchturm weggenommen worden.

Genauso war es den Myhlern ergangen, denen im Krieg ihre Donatus- und ihre Johannisglocke genommen worden waren. Die Schildauer Glocke war jedoch nicht für Kriegszwecke eingeschmolzen worden, sondern auf dem Hamburger „Glockenfriedhof“ gestrandet und von dort 1953 als Leihgabe weiter nach Myhl gelangt, wo sie künftig die Aufgabe der früheren Donatusglocke übernehmen sollte.

Für Offenheit gedankt

„Da war viel los!“, erinnert sich Erich Winkens, damals bei der Ankunft der Glocke aus Hamburg Messdiener in St. Johannes der Täufer. Und ihr Mann sei damals in Schildau Zeuge gewesen, als die Glocke abgeholt worden sei, berichtete Stanislawa Schulze, die sich mit Pfarrer Spelak auf die 800 Kilometer lange Reise nach Myhl machte. In einer alten Chronik im Ort habe es einen Hinweis darauf gegeben, dass die alte Glocke in Myhl sei, so Stanislwa Schulze weiter. Der Rest wurde oft erzählt in den vergangenen Monaten. Der polnische Pfarrer schrieb nach Myhl. Hier entschied man schnell, eine eigene, neue Donatusglocke zu gießen und den 650 Einwohnern von Wojanow ihre Glocke zurückzugeben.

Zunächst soll die Glocke jetzt in der Kirche von Wojanow ausgestellt werden. Und im Jahr 2018, zum 700-Jährigen der Kirche, soll sie dann wieder im Kirchturm erklingen. Der Platz im Glockenstuhl ist für sie leer geblieben, die ganzen Jahrzehnte lang.

„Das Glockenläuten kann unsere beiden Gemeinden jetzt miteinander verbinden“, wünschte sich Pfarrer Andrzej Spelak, der vor der Abreise mit der Glocke zusammen mit Pfarrer Thomas Wieners in St. Mariä Himmelfahrt in der Wassenberger Oberstadt noch eine Messe zelebriert hatte.

Ausdrücklich dankte er Wieners für seine Offenheit in Bezug auf den Wunsch der Polen, ihre Glocke wieder in ihrem Kirchturm läuten zu hören.

Norbert Sendke schenkte dem Gastpfarrer eine DVD mit der Aufzeichnung der Messe zur Weihe der neuen Glocke durch Joachim Kardinal Meisner. „Spätestens zum Jubiläum sehen wir uns wieder“, versprach Pfarrer Wieners. „Vielleicht auch schon beim Weltjugendtag in Krakau im kommenden Jahr.“

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