Gitarrenfestival: Jon Gomm überzeugt beim Meisterkonzert

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
10064009.jpg
Große Kunst beim Meisterkonzert in der Heinsberger Stadthalle: Der Brite Jon Gomm überzeugte das Publikum voll und ganz. Foto: Anna Petra Thomas
10064008.jpg
Große Kunst beim Meisterkonzert in der Heinsberger Stadthalle: Die Gruppe des Brasilianers Aliéksey Vianna überzeugte. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Wenn Gitarre und Mensch eins werden, dann steht nur einer auf der Bühne oder in Heinsberg ganz „unplugged“ und barfuß zum Schluss sogar direkt vor seinem Publikum in ausverkauftem Haus: der Brite Jon Gomm.

Alles, was ein begeisterter Gitarrist oder Hörer dieser Gattung Musik bisher kannte, kann er vergessen, wenn er in den Genuss dieses voluminösen Klangerlebnisses kommt.

Gomm nutzte die sechs Saiten seiner Gitarre. Aber Klänge erzeugte er auch auf allem anderen, was eine Gitarre so ausmacht. Und das tat er nicht nur in seinen unvergleichlichen Stücken, die er darbot, sondern erklärte seinem Publikum zwischendrin, wie er es macht. Parallel zum eigentlichen Sound der Gitarre erzeugt er auf seinem Instrument mit einer ganz eigenen Schlag- und Trommeltechnik die Töne eines ganzen Schlagzeugs und eines Basses, ein Trio auf der Bühne also, vereint im virtuosen Spiel von Jon Gomm.

Zum zweiten Mal dabei

Zum zweiten Teil des Meisterkonzerts reiste ein Gitarrist an, der gar nicht mehr nach dem Weg fragen musste, wie er bemerkte. Schon 2005 hatte der Brasilianer Aliéksey Vianna am Wettbewerb teilgenommen. 2013 war er zurückgekehrt und hatte das Publikum mit seinem Trio begeistert. Daher beschlossen Festivaldirektor Theo Krings und der künstlerische Leiter Roman Viazovskiy, ihn zum Zehnjährigen als ersten Künstler ein zweites Mal einzuladen.

Diesen Vorschusslorbeeren wurden der Gitarrist und seine Begleiter, Stephan Kurmann am Bass und Mauro Martins an den Drums, gerecht, mehr noch brachten sie mit Viviane de Farias eine bekannte brasilianische Sängerin mit nach Heinsberg.

Zurück ins 17. Jahrhundert entführte der norwegische Lautenist Rolf Lislevand seine Zuhörer im dritten Meisterkonzert unter dem Motto „Il Chiaroscuro – italienische und spanische Barockmusik in Licht und Schatten“. Mitgebracht hatte er seine Barockgitarre für die hellen Töne und eine Theorbe oder noch genauer eine italienische Chitarrone aus der Familie der Lauteninstrumente mit ihren typischen Bassklängen.

Da hieß es beim Zuhören nur noch Augen zu, in die Geschichte eintauchen oder sich seine eigene erträumen. Amüsant berichtete Lislevand in den Pausen von der Geschichte dieser Instrumente, die mit Darmsaiten bespannt sind, „da das Nylontier noch nicht existierte…“

Und er erzählte davon, wie frühere Komponisten König Ludwig XIV. in seinem Park musizierend hinterherspazieren mussten, „der erste Walkman sozusagen…“

Jeder Ton ein Kunstwerk

Jeder einzelne Ton ein Kunstwerk! So präsentierte sich im zweiten Teil des Konzerts Aniello Desiderio, der auch in Heinsberg seinem Namen als der absolute Star der Szene klassischer Gitarristen alle Ehre machte.

Er spielte Rito de los Orishas von Leo Brouwer, Escarraman von Mario Castelnuovo-Tedesco und zum Schluss, als Hommage an den ihm persönlich bekannten und im vergangenen Jahr verstorbenen Paco de Lucia, dessen Komposition Tarantas. Und auch er versagte dem begeisterten Publikum – wie alle Künstler vor ihm – die Zugabe nicht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert