Gitarrenfestival: Höchste Siegprämie weltweit lockt Musiker

Von: Anna Petra Thomas
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Sie freuen sich, Gastgeber für das sechste Gitarrenfestival zu sein: Erster Beigeordneter Jakob Gerards, Bürgermeister Wolfgang Dieder, die Festivaldirektoren Roman Viazovskiy und Theo Krings sowie Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse (von links). Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Vor zehn Jahren war es für Theo Krings und Roman Viazovskiy zunächst ein schöner Traum, in Heinsberg ein Gitarrenfestival zu veranstalten und dazu junge Gitarristen aus der ganzen Welt einzuladen. Ihr Traum wurde wahr, mittlerweile bereits fünf Mal.

In diesem Jahr, vom 12. bis 16. Mai, sind die beiden in der sechsten Auflage die Direktoren eines der inzwischen drei größten Gitarrenwettbewerbe der Welt, der natürlich weiterhin alle zwei Jahre in der Woche über Christi Himmelfahrt in Heinsberg stattfindet und von imposanten Konzertabenden begleitet wird.

Der Name der Kreisstadt ganz im Westen Deutschlands ist dann wieder in aller Munde, von Australien, über China und Japan bis nach Kanada. 50 junge Weltklasse-Gitarristen aus insgesamt 28 Nationen sind nach Heinsberg eingeladen, um für eine der mittlerweile höchsten Ehren der weltweiten Gitarrenszene zu spielen, um mit dem „1st prize Heinsberg Festival“ ihren Lebenslauf in ihrer jungen Karriere zu krönen. Nicht zuletzt ist der Sieg im Heinsberger Festival der derzeit weltweit höchst dotierte, wird doch der Sieger am späten Abend des 16. Mai mit Preisen im Wert von rund 27 000 Euro auf der Bühne der Heinsberger Stadthalle stehen.

Während andere internationale Wettbewerbe derzeit rückläufige Teilnehmerzahlen vermelden würden, sei die Zahl der höchstens 32 Jahre alten Bewerber in Heinsberg im Vergleich zu 2013 sogar noch gestiegen, so Theo Krings, im normalen Leben Leiter der Heinsberger Jugendmusikschule, und Roman Viazovskiy, Gitarrenlehrer an der Schule, zugleich weltweit erfolgreicher klassischer Gitarrist und natürlich Vollblut-Kenner der Gitarrenszene. Zusammen mit Bürgermeister Wolfgang Dieder stellten beide das diesjährige Programm im Heinsberger Rathaus vor.

Die Gründe für die Beliebtheit des Heinsberger Festivals sehen die „kreativen Köpfe“ des Festivals vor allem in dem besonderen Flair der Gitarrenwoche in der Stadt. So würden sich die jungen Musiker sehr wohl fühlen in den Gastfamilien, die sie für die Zeit des Wettbewerbs bei sich aufnehmen. Zudem werde der Heinsberger Wettbewerb international ob seiner Fairness derart geschätzt, dass es mittlerweile bereits Bewerbungen um einen Platz in der Heinsberger Jury gebe, so Viazovskiy. Schließlich würden auf den Gewinner zahlreiche Konzertangebote warten. In diesem Jahr sind es gleich zehn, von Fort Worth und Dallas in den USA über die Nationalphilharmonie in Kiew bis in das Konservatorium in Shanghai.

„Den Ritterschlag erhält das Festival in diesem Jahr durch die Aufnahme des diesjährigen Wettbewerbsgewinners mit einer eigenen CD in die Laureate Series von Naxos, dem nach eigenen Angaben weltweit größten Anbieter für klassische Musik“, so Viazovskiy weiter.

„Doch nix wächst ohne Humus“, war Krings wieder zurück auf Heinsberger Boden und dankte den langjährigen Sponsoren, dem Unternehmen Krieg und der Kreissparkasse. Ohne sie wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen, betonte Krings, denn trotz aller offiziellen Fördermittel seien zum Beispiel Preisgelder nicht förderfähig.

Begleitet wird der Wettbewerb auch dieses Mal durch abendliche Konzerte, die einen Einblick in die Welt der Saitenmusik geben, und das in einer nie dagewesenen Vielfalt. Ein „buntes“ Programm von Laute über Flamenco bis hin zu brasilianischen Rhythmen versprechen die Organisatoren. Die Abendveranstaltungen werden – wie inzwischen gewohnt – von je zwei Künstlern oder Gruppen bestritten.

Den Anfang macht am Dienstag, 12. Mai, der polnische Gitarrist Tomasz Zawierucha, der regelmäßiger Gast großer Festivals ist. Im zweiten Teil des Abends folgen Thomas Fellow und Stepan Bormann, die als Duo „Hands on Strings“ bekannt sind. „Das klingt wie eine Band“, freut sich Krings schon jetzt auf den ersten Abend des Festivals. Den ersten Teil des zweiten Abends am Mittwoch, 13. Mai, bestreitet der britische Singer-Songwriter Jon Gomm. Danach kommt das bereits vom vergangenen Festival bekannte Trio des Brasilianers Alieksey Vianna, der in diesem Jahr die brasilianische Sängerin Viviane de Farias mitbringt.

Mit seiner Laute kommt am Donnerstag, 14. Mai, der Norweger Rolf Lieslevand nach Heinsberg. Ihm folgt im zweiten Teil des Konzertabends der bekannte italienische Gitarrist Aniello Desiderio. Die spanische Gitarristin Susana Prieto und der griechische Gitarrist Alexis Muzurakis, seit 1999 bekannt als das „Duo Melis“, sind am Freitag, 15. Mai, Gäste des Festivals, ebenso wie danach der gefragte spanische Flamenco-Gitarrist Gerardo Nunez und seine Gruppe.

Der Eintritt zum Vorspiel der Wettbewerbsteilnehmer vor der Jury in der ersten und zweiten Hauptrunde von Mittwoch, 13. Mai, bis Freitag, 15. Mai, ist frei. Der Kartenvorverkauf für die Abendkonzerte sowie für das Finale am Samstag, 16. Mai, startet am heutigen Samstag. Karten sind erhältlich in der Heinsberger Buchhandlung Gollenstede, online über die neue Internetseite des Festivals (www.guitar-festival.com) und vergünstigt im Rahmen des Projekts „Ein starkes Stück Heimat“ bei der Kreissparkasse.

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