Gesprächsrunde: Zeitzeugen sprechen über die NS-Zeit

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Auftritt in Heinsberg: Karl Beumers mit seinem Buch „Durch die Zeit“. Foto: A. P. Thomas

Heinsberg. Nach der erfolgreichen Premiere seines neuen Buches „Durch die Zeit“ zusammen mit der Zeitzeugin Friederike Goertz aus Geilenkirchen im Heinsberger Rondell hat der Kirchhovener Geschichtenschreiber Karl Beumers zwei Zeitzeugen des Nationalsozialismus in der Region zu einer Gesprächsrunde in die Buchhandlung Gollenstede eingeladen.

Mit dabei sind am Donnerstag, 13. Oktober, um 19.30 Uhr noch einmal Friederike Goertz und der Heinsberger Michael Dorenbus.

Friederike Goertz, Kind einer jüdischen Mutter, konnte nur überleben, weil ihr Vormund sie versteckte. Ihre Mutter überlebte dreieinhalb Jahre im Konzentrationslager. Ihre jüdische Freundin Anita Lichtenstein dagegen wurde mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet. Zuvor schenkte sie Friederike Goertz ihre Puppe, die heute ihre Heimat in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule hat.

Wie Friederike Goertz erinnert sich auch Michael Dorenbus noch an den Tag nach der Reichspogromnacht in Heinsberg, an den Marktplatz mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das eines Tages verschwand, als der Platz zum Hitlerplatz wurde, oder an die ehemalige Gerberei Manasses Lues, wo die Juden vor ihrem Abtransport untergebracht waren.

Schon im ersten Schuljahr kam Dorenbus in die Kükenschar, einer Art Vorstufe zu Hitlerjugend und zog später selbst mit dem HJ-Fanfarenzug durch Heinsberg. Heute sagt er: „Hitler und seine Partei haben die Jugend für ihre barbarischen Zwecke missbraucht.“

Bedrückend und zwiespältig habe er die Zeit erlebt. „Auf der einen Seite war man für Hitler, aber auf der anderen Seite konnte ich nicht verstehen, weshalb Unterschiede zwischen den Menschen gemacht wurden.“Durch das Gespräch mit den beiden Zeitzeugen führt die Journalistin Anna Petra Thomas.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist jedoch erwünscht in der Buchhandlung Gollenstede, Telefon 02452/23493.

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