Wassenberg-Orsbeck - Geschwister zeigen „1000 Jahre Pfarre Orsbeck“

Geschwister zeigen „1000 Jahre Pfarre Orsbeck“

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Birgit Krüger und Christoph Steffens mit den Messgewändern aus dem 15. Jahrhundert. Foto: anna

Wassenberg-Orsbeck. „1000 Jahre Pfarre Orsbeck“ lautete der Titel einer Ausstellung im Orsbecker Pfarrheim, die am Wochenende zahlreiche Besucher anlockte. Die Idee dazu hatten Christoph Steffens und seine Schwester Birgit Krüger. Sie lebt mittlerweile in Jever, ist ihrer Heimat aber immer noch sehr verbunden.

Auf 15 Stellwänden, die ihnen die Betty-Reis-Gesamtschule zur Verfügung gestellt hatte und die beidseitig mit Informationstafeln bestückt waren, informierten die beiden über die lange Geschichte ihrer Heimatpfarre. „Die alten Fotos auszudrucken wäre zu teuer gewesen“, erklärte Birgit Krüger zu der selbst finanzierten Schau. Daher hatten die beiden alle Bilder eingescannt, die einzelnen Schautafeln zusammen mit Texten auf dem Computer gestaltet, im Format DIN A3 ausgedruckt und dann laminiert; eine preiswerte, aber dennoch sehr ansprechende Form der Präsentation.

Für die Besucher natürlich ebenso interessant waren die historischen Objekte, die beide während der zweitägigen Ausstellung zeigen konnten, etwa Messgewänder aus dem 15. Jahrhundert, das Schützensilber von 1507 und Monstranzen aus dem 17. Jahrhundert, dazu die alte Kirchturmuhr, alte Totenbretter, Kirchen- und Rentbücher sowie vieles andere mehr.

Familienforschung war der Beginn

Angefangen habe alles vor 15 Jahren mit der eigenen Familienforschung, erzählte Steffens am Rande der Ausstellung. Immerhin sei seine Familie eine der ältesten in Orsbeck. 400 Jahre habe er ihre Geschichte zusammen mit seiner Schwester zurückverfolgen können. Bei den Recherchen habe man gemeinsam dann auch den Spaß an der Ortsgeschichte entdeckt. „Und dann füllen sich die Ordner!“, schmunzelte er.

Geforscht haben die Geschwister im Archiv der Kirche vor Ort. „Leider sind aus der Zeit vor 1758 nur wenige Dokumente erhalten, weil es in diesem Jahr einen Brand im Pfarrhaus gab“, berichtete Steffens. Einige Dokumente hätten jedoch gerettet werden können und befänden sich jetzt im Personenstandsarchiv in Brühl. Davon besitze man mittlerweile Kopien. Mündliche Überlieferungen sind ebenfalls in ihre Arbeit eingeflossen. Aber auch wissenschaftlich haben sich beide mit der Geschichte ihres Heimatortes befasst und zum Beispiel eine Sterbestatistik aufgestellt, die ebenfalls im Rahmen der Ausstellung zu sehen war. Damit ließen sich Berichte über Ereignisse im Dorf belegen, so Steffens, etwa die hohe Zahl von Toten aufgrund der Ruhr-Epidemie im Jahr 1676. Und nicht nur für Orsbeck haben beide diese Statistik aufgestellt, um ihre Recherchen zu untermauern, sondern auch zum Beispiel für Niederkrüchten, wo sich der gleiche Verlauf zeigte.

Ein Jahr lang haben die Geschwister ihre Ausstellung vorbereitet. Und ihre historische Arbeit ist damit nicht zu Ende. Steffens, der sich schon früher in der Orsbecker Jugendarbeit engagiert hat, plant jetzt ein kleines Museum im Turm der Pfarrkirche St. Martini, deren Bau auf das Jahr 1000 zurückgeht. Damit will er der Jugend ihre Heimat wieder näherbringen.

Dass dies gelingen könnte, zeigte während der Ausstellung eine eigene Stellwand, die von jungen Orsbeckern gestaltet worden war.

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