Geschrumpfter „Zoch“ in Erkelenz: Klein, aber fein

Von: Günter Passage
Letzte Aktualisierung:
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Prinz Michael I. und Prinzessin Ute I., das Prinzenpaar der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft (EKG), hatte sich ganz besonders auf den Rosenmontagszug gefreut, nachdem „ihr Zoch“ im vergangenen Jahr bekanntlich „vom Winde verweht“ worden war. Foto: Passage
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Was hat die Uhr geschlagen? Schmucke Wecker waren mit von der Partie. Foto: Passage
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Garden durften im Erkelenzer Rosenmontagszug natürlich nicht fehlen. Foto: Passage
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„Maak mött“ lautete die Devise. Foto: Passage

Erkelenz. Sollte es das etwa schon gewesen sein? Dies fragten sich viele Zuschauer nach noch nicht einmal 30 Minuten beim Erkelenzer Rosenmontagszug. Zählte dieser „Zoch“ in der Vergangenheit zu den Höhepunkten des Karnevals im Erkelenzer Land, so war es diesmal eher ein Höhepünktchen.

Nicht einmal eine halbe Stunde hatte es gedauert, bis der gesamte Zug an den zahllosen, an den Straßenrändern ausharrenden Besuchern vorbeigezogen war. Viele der Narren, die mit großer Hoffnung in die Erkelenzer Innenstadt gekommen waren, um einen stattlichen Karnevalsumzug zu erleben, verließen enttäuscht die City.

„Wir wollen keine Loveparade“

Statt sich dem Erkelenzer Rosenmontagszug anzuschließen, hatten es zahlreiche Gruppen aus der Umgebung von Erkelenz vorgezogen, mit ihren Wagen diesmal an der ­Erka-Stadt vorbeizurauschen und den Wegberger Zug zu bereichern.War es ein Boykott gegen die ­Erkelenzer Karnevalsgesellschaft? Im Vorfeld war jedenfalls von Unstimmigkeiten die Rede gewesen.

Markus Forg, Vorstandsmitglied der EKG, sagte dagegen: „Nach langen Überlegungen haben wir uns dazu entschlossen, zum urtümlichen Karneval zurückzukehren. Nachdem wir als Verein und Veranstalter die Sicherheit unserer Besucher nicht mehr gewährleisten konnten, haben wir uns dazu durchgerungen, denjenigen einen Riegel vorzuschieben, die in den vergangenen Jahren mit ihrer lauten Musik und ihrer teilweise aufgetretenen Aggressivität für Negativ-Schlagzeilen sorgten“, so Forg.

„Unser ­Verständnis vom Karneval ist ein ­anderes. Wir wollen keine Love­parade. Uns liegen nach wie vor das Brauchtum und der rheinische Karneval am Herzen“, fügte er hinzu. „Zum anderen haben wir auch aus Kostengründen den diesjährigen Rosenmontagszug erheblich zurückgefahren“, schlug Franz Rick, Vorsitzender der EKG, in die gleiche Kerbe wie sein Stellvertreter Forg. „Wir als Verein verfügen nicht über solche Summen.“

Waren es in der Vergangenheit rund 90 Wagen und Fußgruppen, die sich während der ­Rosenmontagszüge in Erkelenz die Ehre gaben, waren es diesmal lediglich 34 Wagen und Fußgruppen, die sich – angeführt vom Musikverein Hetzerath – auf den zweieinhalb Kilometer langen Weg durch die Innenstadt begaben.

Wenn auch erheblich abgespeckt, konnte sich der kleine, aber feine Zug in diesem Jahr dennoch sehen lassen. Den teilnehmenden Gruppen sollte jedenfalls ein Lob für ihr Engagement und ihre Kreativität gezollt werden.

Neben Frohsinn und Heiterkeit gab es an diesen Nachmittag auch wieder „Kamelle satt“. Insbesondere die Kleinen freuten sich über das reichhaltige Angebot an Wurfmaterial, das an diesem Tage nicht nur von dem Erkelenzer Prinzenpaar – Prinz Michael I. und Prinzessin Ute I. – unter das närrische Volk gebracht wurde.

Von einem ruhigen Erkelenzer Rosenmontagszug, der ohne besondere Vorkommnisse endete, sprach auch die Polizei. Somit konnten die Jecken also nach vielen Jahren erstmals wieder in Ruhe Karneval feiern.

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