Heinsberg - Geschlossene Schule in Heinsberg soll einer Kita weichen

Geschlossene Schule in Heinsberg soll einer Kita weichen

Von: Rainer Herwartz
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Die geschlossene Grundschule in Kempen wird abgerissen und durch den Neubau einer Kindertagesstätte ersetzt. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Die Zustimmung war der Heinsberger CDU im Rat sicher, allerdings auch ein wenig Spott aus den Reihen von SPD und Grünen. Hintergrund war die geplante Errichtung einer neuen Kindertagesstätte und ein damit verbundener Antrag der Christdemokraten.

„Der CDU-Fraktion war bereits nach der Jugendhilfeausschusssitzung im Jahr 2016 klar, dass wir zur Erfüllung des Rechtsanspruches unserer Bürgerinnen und Bürger im Nordbereich unserer Stadt eine neue Kindertagesstätte errichten müssen, um mögliche Klagen gegen die Stadt Heinsberg zu verhindern“, erklärte Volker Brudermanns.

„Auf Nachfrage unseres Arbeitskreises Jugend und Soziales wurde uns vom Jugendamt mitgeteilt, dass aktuell in der städtischen Kita Anton-Lövenich-Straße in Unterbruch 59 Ü3-Kinder betreut werden.“ Von der Schließung dieses Notstandortes seien dann im Jahr 2018/19 noch 43 Kinder betroffen. „Wie Ihnen allen bekannt, ist ein Weiterbetrieb an diesem Standort nicht möglich, da die Immobilie es zum einen aus Brandschutzgründen nicht zulässt, und zum anderen der geschlossene Mietvertrag mit der Kirchengemeinde St. Maria Schmerzhafte Mutter Unterbruch ausläuft“, fuhr er fort.

Darüber hinaus seien in den Kindertagesstätten Lieck, Karken und der Magdeburger Straße in Heinsberg aktuell weitere 48 Kinder in zwei Notgruppen und durch Überbelegungen untergebracht. In Karken und an der Magdeburger Straße ist jeweils bereits der Neubau einer Gruppe beschlossen und die Restfläche zu klein.

Die weiteren im Nordbereich der Stadt befindlichen Kindertagesstätten in Kirchhoven (65 Plätze) und Unterbruch (60 Plätze) befänden sich nicht in der Trägerschaft der Stadt, da es sich hier um kirchliche Einrichtungen handele, erläuterte Brudermanns. „Wir von der CDU-Fraktion haben uns dann mit einem möglichen Neubau beschäftigt und schlagen vor, diesen am Standort der aufgegebenen Grundschule in Kempen zu errichten. Dieser Standort ist aus unserer Sicht ideal, da der Ort Kempen zentral zwischen den Orten des nördlichen Stadtgebietes liegt und verkehrstechnisch gut zu erreichen ist.“ Der Grund und Boden befinde sich zudem im Eigentum der Stadt „und wird aus unserer Sicht durch einen Neubau der Kita an dieser Stelle einer geeigneten Nutzung zugeführt“.

Inhaltlicher Widerstand gegen die Ausführungen Brudermanns regte sich zwar kaum, aber Jochen Lintzen von der SPD konnte sich nicht verkneifen anzumerken: „Die CDU trägt einen Antrag vor, den die Verwaltung schon lange erarbeitet hat. Diese Spielchen sollten wir lassen.“ Auch die Grünen „fanden es etwas befremdlich“, erklärte Willi Mispelbaum, „weil es schon im Schulausschuss besprochen wurde und die Verwaltung es eigentlich heute auf die Tagesordnung hätte setzen müssen“.

Die Grünen hätten sich laut Mispelbaum gewünscht, dass auch über alternative Standorte nachgedacht worden wäre. Er hatte die Befürchtung, dass der Rückbau des Schulgebäudes möglicherweise teurer werden könnte als ein Neubau auf einem anderen Grundstück. Die Freien Wähler begrüßten die Maßnahme hingegen ebenso wie die FDP. David Stolz, Fraktionssprecher der Liberalen, meinte nur kurz: „Der Bedarf ist da, der Standort richtig gewählt und deshalb stimmen wir zu.“

Obwohl letztlich alle Fraktionen im Rat zustimmend die Hand für die Einrichtung der zusätzlichen Kindertagesstätte hoben, bemerkte Bürgermeister Dieder noch in Richtung SPD und Grüne: „Ich finde es schade, dass ein einstimmiger Beschluss so einen faden Beigeschmack bekommen soll.“

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