Geschichte der Stadt Erkelenz in rund 200 Seiten als E-Book

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
Buch
Günther Merkens und Christoph Stolzenberger (Kultur GmbH) mit dem Original von 1926. Foto: hewi

Erkelenz. „Keine Straße und kein Haus, das sich nicht ausgeziert hätte.“ Mit diesen für heutige Verhältnisse holprigen Formulierungen beschrieb 1926 das Kreisblatt die Feierlichkeiten der Erkelenzer zum 600. Stadtgeburtstag.

Den Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte durch Graf Rainald von Geldern im Jahre 1326 feierten die Erkelenzer mit einer großen Festwoche, wie Günther Merkens in seinem Vortrag „1326 bis 1926. 600 Jahre Stadtrechte“ zu berichten wusste.

Doch der Vorsitzende des Heimatvereins ließ die damaligen Ereignisse nicht nur sehr detailgetreu und garniert mit vielen Anekdötchen Revue passieren. Am Ende des Vortrages im Alten Rathaus hatte er auch ein Geschenk für alle Erkelenzer – zumindest für die mit genügend Platz auf der Festplatte.

Denn die Neuauflage des vor 90 Jahren erschienenen Buches „Geschichte der Stadt Erkelenz“ hat als E-Book ein Datenvolumen von über 90 MB. Der kostenlose Download auf der Homepage des Heimatvereins lohnt sich, denn das rund 200 Seiten starke Buch ist ein originalgetreuer Nachbau und enthält auch alle verwendeten Fotos. Da kommt dann schon mal das eine oder andere MB zusammen.

Das Original war vom damaligen „Geschichts- und Altertumsverein“ im Auftrag der Stadtverwaltung erstellt worden. Einzelne Exemplare findet man heute noch in Antiquariaten. Den digitalen Nachbau des Buches bezeichnete Christoph Stolzenberger als „spannende Fleißarbeit“.

Zum Redaktionsteam gehörten Josef Gaspers, Leo Sels und Hubert Rütten. Warum das Jubiläum 1926 für die Erkelenzer ein wahres „Jubelfest“ war, erläuterte Merkens in seinem Vortrag. Im Januar 1926 endete die siebenjährige Besatzung der Stadt durch französische und belgische Truppen.

Rund 2000 Soldaten lebten mit den damals 4500 Erkelenzern zusammen. Die große Festhalle am heutigen Freiheitsplatz, die Platz für 3000 Besucher bot, war aus ehemaligen Gerätehallen der Besatzer eigens für das Jubelfest zusammengebaut worden. Später wurde die Halle wieder demontiert und das Material für Wohnbarracken verwendet.

Die Verleihung der Stadtrechte ging einher mit mehr bürgerlichen Rechten und einer größeren Selbständigkeit gegenüber den Grundherren, erläuterte Merkens. Somit habe das Datum, das erst Jahrhunderte später in der Baux-Chronik erstmalig genannt wurde, für die Bildung einer „Erkelenzer Identität“ eine große Bedeutung. 1926 war das Jubiläum im doppelten Sinne besonders. Denn mit dem Jubiläum wurden auch der Abzug der Besatzer und damit die wiedergewonnene Freiheit gefeiert.

In einem großen Festumzug, an dem sich die Vereine der Stadt beteiligten, wurden Motive aus der Stadtgeschichte nachgestellt. Das Stadtjubiläum erregte auch überregional Aufmerksamkeit. Sogar der damalige Reichspräsident Hindenburg schickte aus dem fernen Berlin ein Glückwunschtelegramm.

90 Jahre später können die heutigen Bewohner der Stadt den damaligen Trubel noch einmal miterleben und sich schon Gedanken machen, denn in zehn Jahren ist das 700. Jubiläum der Stadtwerdung von Erkelenz.

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