Gesamtschule Gangelt-Selfkant: Harken, pflanzen, experimentieren

Von: dawin
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Schulleiter Reinhold Schlimm freut sich über den Einsatz der Garten AG. Foto: dawin/privat

Selfkant-Höngen. In der Natur und von der Natur lernen. Das ist die ideale Kombination. Die Gesamtschule Gangelt-Selfkant hat an ihrem Standort in Höngen, dem „Haus der Kinder“, die optimalen Voraussetzungen dafür geschaffen. Beim Rundgang über das Außengelände wird schnell sichtbar, was mit dem naturbezogenen Unterricht gemeint ist.

Die Schüler der Garten AG sind nämlich emsig damit beschäftigt, die Laubberge unter der alten Buche und den Ahornbäumen wegzukarren. Nicht irgendwohin. Der herbstliche Abfall wird auf den Komposthaufen gekarrt, der seinen Platz im Schulgarten hat und der nun sein winterliches Eigenleben entfalten wird. Die Natur im Wandel der Jahreszeiten. Die Höngener Gesamtschüler sollen erkennen, wie Fauna und Flora funktionieren und wie wichtig sie sind.

Lernen im Freien

Schulleiter Reinhold Schlimm nennt es das „grüne Klassenzimmer“ im Freien. Doch auch dies musste von Menschenhand geschaffen werden. Reinhold Schlimm zeigt den Grünbereich zwischen den beiden hinteren Gebäudeflügeln der ehemaligen Hauptschule, die übrigens jetzt komplett von der Gesamtschule genutzt werden. Hohe Bäume stehen dort auf einer Rasenfläche, die unterbrochen wird von großen Findlingen, die zu einem Kreis geordnet und von einer jungen Buchenhecke umgeben sind.

Die Steine hat der Rotary Club Heinsberg bei einem Ideen-Wettbewerb gespendet. Sie sind nur ein Mosaiksteinchen im grünen Klassenzimmer, die restlichen liefert die Natur selbst. Insekten, Vögel, Sträucher, Gräser, Kräuter, Blätter, Samen – alles und jedes hat seinen Sinn und verdient Aufmerksamkeit.

Der Unterrichtsstoff scheint schier unendlich, wenn man Dr. Arnold Frenken, dem Kollegen von Reinhold Schlimm, zuhört, der mit der Entwicklung der Außenanlagen und der Garten-AG betraut ist. Der Fachkonferenzvorsitzende für Naturwissenschaften und studierte Agrarwissenschaftler hat eine Auge für die Feinheiten der Natur und nimmt sie mit seinen Schülern unter die Lupe beziehungsweise unter das Mikroskop.

„Die Findlinge etwa sind nicht nur Sitzgelegenheiten, sie bieten auch die Möglichkeit, an ihnen einen Verwitterungsprozess zu verdeutlichen“, erläutert Frenken. „Wir können Theorie und Praxis miteinander verbinden“, fügt Schlimm hinzu, „denn beim Experimentieren in unserem Schullabor können wir die Prozesse nachvollziehen.“

Der einen Hektar große Grünbereich zwischen den beiden Gebäudetrakten, der auch als Ruhezone fungiert, ist nur ein Teil des grünen Klassenzimmers. Schlimm und Frenken präsentieren nicht ohne Stolz zwei weitere Hektar hinter dem Gebäudekomplex, die vor Jahren noch eine wilde Brache darstellten. Jetzt findet man dort eine gepflegte Wiese, die den Schülern als Bolzplatz dient, und den Schulgarten. „Spielen und Lernen verknüpfen“ – das ist nach Schulleiter Schlimm die Devise der Einrichtung.

Frostsicheres Quartier

Die Schüler in Höngen sind zwischen zehn und 13 Jahren alt, und es sei wichtig, dass sie mit Blick auf den Schulbetrieb bis 16 Uhr genügend Bewegung haben. Körperliche Betätigung bietet da auch der Schulgarten, dort wo die fleißigen Garten-Schüler das Laub entsorgen. Der nahende Winter ist zu spüren. Im selbst gebastelten „Insektenhotel“ haben Schlupfwespe, Käfer und Co. bereits ihr frostsicheres Quartier bezogen.

Zu erkennen sind noch die Beete, in denen Möhren, Kohlrabi, Blumenkohl, Kürbisse und Blumen zu „Studienzwecken“ angepflanzt wurden und die auf ihren nächsten Einsatz im Frühjahr warten. Die angrenzende Streuobstwiese zählt inzwischen 17 Bäumchen – und jährlich werden es mehr, zur Eröffnung der Schule anno 2012 wurde der erste gepflanzt. „Jeder neue Schülerjahrgang setzt einen Baum. So ist der Brauch. Außerdem werden immer mal wieder Bäume gespendet“, sagt Reinhold Schlimm.

So ist in einer Mischung aus schulischer Eigeninitiative, privater Spenderbereitschaft und tatkräftiger Unterstützung seitens örtlicher Unternehmen buchstäblich etwas gewachsen, das vorzeigbar und nachhaltig ist. Und vielleicht wird der Einsatz am Ende von höherer Stelle belohnt: Die Schule nimmt an einem Bundesumweltwettbewerb teil.

Fertig ist das grüne Klassenzimmer damit aber noch nicht. Neben Garten und Obstwiese ist ein Schulteich als weiteres lehrreiches Biotop geplant.

Das Fazit: Mutter Natur hat im Lehrerkollegium der Gesamtschule Gangelt-Selfkant auch ihren Platz.

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