Gerderhahner Geschichte: Aus Hobby-Chronisten werden Experten

Von: Günter Passage
Letzte Aktualisierung:
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Seit drei Jahren befassen sich Willy Hansen (r.) und Wolfgang Küppers mit der neuen Chronik der Ortschaft Gerderhahn. In Kürze wollen beide das Projekt abschließen und präsentieren. Foto: Passage

Erkelenz-Gerderhahn. In den Schankstuben der Dörfer wurden sie oft erzählt, die Geschichten die das Leben schrieb. Heiteres, Bedeutendes für den Ort, aber auch von Personen und Originalen war oftmals die Rede. Mit dem Kneipensterben in den Ortschaften schwinden jedoch die Möglichkeiten, die vermeintlich so gute alte Zeit in Erinnerung zu rufen. Hinzu kommt, dass ältere Mitbürger zu Grabe getragen werden und mit ihnen die Geschichten der Ortschaften.

So droht mehr und mehr, dass die Historie der Dörfer und Ortschaften in Vergessenheit gerät oder ganz verloren geht. In Gerderhahn ist das anders. Dort wird eine gerade entstehende Dorfchronik die Erinnerung schwarz auf weiß wachhalten. Auslöser dafür war 2007 ein Diavortrag in der Gerderhahner Mehrzweckhalle. Willy Hansen hatte unter dem Titel „Gerderhahn: Das Dorf und seine Menschen“ zahlreiche Ereignisse vieler Jahrzehnte zusammengestellt und diese einem großen Publikum zugänglich gemacht. Hier nun wurde die Idee geboren, dies alles, versehen mit den entsprechenden Texten, in einer Broschüre für die Nachwelt zu erhalten.

Es wurden Festschriften der örtlichen Vereine durchstöbert und zu den jeweiligen Themen Fotos aus Hansens Archiv gesichtet. Und schon bald wurde klar, dass die zunächst geplanten 40 Seiten nicht ausreichen würden, alles vorhandene Material in der geplanten Schrift zu erfassen. „Je mehr wir uns in die alten Festschriften vertieften, um so interessanter wurde für uns beide die Recherche“, berichtet Co-Autor Wolfgang Küppers. Unter anderem wurde ersichtlich, dass Gerderhahn erstmals im Jahre 1317 urkundlich erwähnt wird, dass 1860 erstmals eine karnevalistische Veranstaltung stattfand und im Jahre 1815 in Gerderhahn der Schulunterricht eingeführt wurde. Auch gab es in den darauffolgenden Jahren eine Sonntagsschule, die sehr gut besucht war. „Unsere Kinder sollen nicht schlauer sein als wir“, hatten die Eltern damals laut Küppers argumentiert. Daher war auch die Sonntagsschule während dieser Zeit von den Erwachsenen des Ortes sehr gut besucht.

Die beiden Hobby-Chronisten fanden zudem heraus, dass in Gerderhahn die erste Freiwillige Feuerwehr des damaligen Kreises Erkelenz gegründet wurde und der Bau der Gerderhahner Kirche fast ausschließlich aus Spendengeldern finanziert wurde.

In der neuen Gerderhahner Chronik wird auch der Hubertusverein – gegründet 1879 – ausgiebig beleuchtet. Darüber hinaus fanden alle Schützenkönige seit 1935 der im Jahre 1908 gegründeten St.-Hubertus-Bruderschaft ihren Platz mit Text und Bild im Druckwerk von Hansen und Küppers. Dem Gerderhahner Karneval, 1960 durch „Poles Hepp“ (Herbert Jacobs) zu neuem Leben erweckt, ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Auch Schwester „Wilhelmina“, eine Gerderhahnerin, die sich in jungen Jahren dem Dominikaner-Orden anschloss und seit 1959 als Missionarin in Brasilien wirkt, findet in Wort und Bild Erwähnung in der Schrift.

Auf mehr als 200 Seiten

Zeichnet Wolfgang Küppers redaktionell für die weit mehr als 200 Seiten Text verantwortlich, ist Hobbyfotograf Willy Hansen, der in ungezählten Stunden an seinem PC die mehr als 700 Bilder sichtete, für die Bildbearbeitung und die Gestaltung der Schrift verantwortlich.

Beide hoffen, in wenigen Wochen ihr Werk vollenden zu können.

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