Geplanter Kunstrasenplatz lässt Gerüchte sprießen

Von: Rainer Herwartz
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Vielleicht weicht der Aschenplatz an der Heinsberger Realschule im Klevchen ja bald einem schmucken Kunstrasenplatz. Die CDU wird aber wohl ihren Antrag noch etwas erläutern müssen. Foto: Rainer Herwartz
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Vielleicht weicht der Aschenplatz an der Heinsberger Realschule im Klevchen ja bald einem schmucken Kunstrasenplatz. Die CDU wird aber wohl ihren Antrag noch etwas erläutern müssen. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Die Gerüchteküche brodelt. Die Errichtung eines Kunstrasenplatzes an der Städtischen Realschule Heinsberg im Klevchen bringt sie auf Temperatur. Denn ein entsprechender Antrag der CDU, der am Mittwoch im Rat heiß diskutiert werden dürfte, sorgt schon in den sozialen Medien für mächtig Wirbel. Warum gerade an dieser Stelle?, wird gefragt.

Ohne dass bislang Kosten genannt worden wären, ist schon von 600.000 Euro die Rede, weil dies wohl der Kunstrasenplatz für Waldenrath/Straeten verschlungen habe. Woher nehme die Stadt denn plötzlich hierzu das Geld, wenn doch aus Kostengründen Grundschulen geschlossen worden seien? Solle etwa – quasi durch die Hintertür – auf diese Weise dem Landesliga-Aufsteiger Union Schafhausen ein Rasenplatz kredenzt werden?

2018 geplanter Bautermin

Die CDU-Fraktion möchte jedenfalls die Stadt beauftragen, 2018 einen Kunstrasenplatz an der Realschule zu errichten. Gleichzeitig soll um Prüfung gebeten werden, ob Fördermöglichkeiten gegeben seien. Zur Begründung erklären die Christdemokraten, dass der Kunstrasenplatz „der Aufwertung unserer florierenden Realschule“ diene und die Sportmöglichkeiten im Freien vergrößern soll.

Weiterhin bestehe die Möglichkeit, dass auch das Kreisgymnasium Heinsberg diesen Platz nutzen könne. „Damit kommt einem Großteil unserer Kinder und Jugendlichen dieser Kunstrasenplatz in seiner Schulzeit zugute. In den Nachmittagsstunden kann dieser Platz auch durch AGs der Schulen oder durch die stark frequentierte OGS der Grund- und weiterführenden Schulen mitgenutzt werden“, heißt es im Antrag.

„Die Sportplatznutzungsordnung enthält unter anderem die zu erfüllenden Voraussetzungen, um einen Kunstrasenplatz auf Antrag eines Vereins zu errichten. Neben den zahlreichen Bedingungen sind insbesondere die finanziellen Hürden sehr hoch und nur schwer für einen einzelnen Verein zu erfüllen. Da der Platz an einem zentralen Ort im Stadtgebiet liegt, soll er grundsätzlich auch allen Fußballvereinen im Stadtgebiet zur Verfügung stehen“, erklärt Fraktionschef Norbert Krichel.

Die Vergabe der Nutzungszeiten erfolge durch die Stadt Heinsberg, adäquat der Vergabe der städtischen Aschenplätze im Winter. Dadurch finde auch hier eine erhebliche Entzerrung der zu knappen Trainings- und Spielzeiten durch die Bereitstellung dieser Spielfläche in den Abendstunden statt.

Die Stadt sei nun mal nicht in der Lage, „fünf oder sechs Plätze zu bauen“, sagt Krichel. Und zum Gerücht über das „Geschenk“ an Union Schafhausen meint er: „Es liegt natürlich nahe, das zu denken, aber unser Bestreben ist klar, dass der Platz allen Vereinen zur Verfügung stehen soll. Es kann nicht sein, dass nur einer davon profitiert. Da bin ich dagegen.“

Grundsätzlich hat der stellvertretende SPD-Fraktionschef Jochen Lintzen nichts gegen einen weiteren Kunstrasenplatz in Heinsberg, aber der Antrag der politischen Konkurrenz ist ihm „zu blankohaft“. Zu viele Fragen blieben für ihn dabei unbeantwortet. „Soll der Platz mit Flutlicht ausgestattet werden? Werden Umkleideeinrichtungen dazugehören? Wird es eine Laufbahn rundherum geben, eine Möglichkeit zum Weitsprung oder Kugelstoßen? Wie soll der Schulsport überhaupt den Platz nutzen? Ist mit den Vereinen gesprochen worden, ob sie den Platz überhaupt nutzen wollen? Warum soll er im Klevchen und nicht in Oberbruch gebaut werden, wo es schließlich auch einen großen Schulstandort gibt?“ Nicht einmal die genaue Lage auf dem Schulgelände werde mitgeteilt, meint Lintzen.

Auch die Freien Wähler beschäftigt das Thema. Sie wollen ihrerseits die Verwaltung in einem Antrag beauftragen, „die notwendigen Verhandlungen mit der Landesbehörde aufzunehmen, die für die Genehmigung aus Mitteln des Investitionspaktes Soziale Integration im Quartier zuständig ist, für den Bau eines zentralen Kunstrasenplatzes im Stadtgebiet Heinsberg“.

Die Verwaltung soll ferner beauftragt werden, bei „Inaussichtstellung“ der Gewährung von Mitteln aus dem Investitionspakt, den notwendigen Antrag umgehend zu stellen. Ein dritter Punkt besagt, „die Verwaltung wird beauftragt, Vorschläge für den Bau eines zentralen Kunstrasenplatzes, der den Vereinen im Stadtgebiet mit sozialer Integrationsarbeit zur Verfügung stehen soll, zu erarbeiten und dem Rat vorzulegen“.

Merkwürdig mutet in diesem Zusammenhang an, dass der Antrag der Freien Wähler in der Tagesordnung für die Ratssitzung am heutigen Tag hinter dem der CDU liegt und zumindest im letzten Punkt bei einer Zustimmung vorab für den Standort im Klevchen schon obsolet wäre. „Ich denke, da wird es eine interessante Diskussion geben“, glaubt SPD-Mann Jochen Lintzen. Da könnte er Recht behalten.

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