Georgiusmarkt knüpft an alte Tradition an

Von: dmd
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Schlaf- und Waschgewohnheiten im vergangenen Jahrhundert: Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Johannes Oellers, zeigte die Ausstellung im Heimatfenster. Fotos (2): Mengel-Driefert Foto: Mengel-Driefert

Erkelenz-Holzweiler. Auf ein wundersames Ereignis geht die Geschichte des Georgiusmarktes zurück. Auch heute noch knüpft der Markt an die Tradition eines traditionellen Vieh- und Handelsmarktes an, der auch in diesem Jahr traditionell parallel zum Patronatsfest am Weißen Sonntag stattfand.

Der Sage geschah folgendes Wunder: Eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Notiz besagt, dass sich ein junges Mädchen nach dem Empfang der Ersten Heiligen Kommunion in einem Wassergraben erbrochen habe. Anwesende entdeckten die Hostie unversehrt auf dem Wasser, informierten Pfarrer und Gemeinde und brachten sie in die Kirche zurück.

Dem Wunder nicht genug, soll an der besagten Stelle ein stattlicher Baum gewachsen sein. Die Menschen pilgerten nach Holzweiler, nahmen Blätter und Rinde von dem Baum und stellten einen Sud her. Dieser soll dem Keuchhusten Linderung verschafft haben. Wann das Ereignis stattfand, ist nicht überliefert, doch zog es eine rege Wallfahrtsbewegung nach sich. Bis Ende des 18. Jahrhunderts erinnerte ein Mirakelbild in der Georgiuskapelle an das „Wunder von Holzweiler“.

Heute organisiert die Dorfgemeinschaft den Markt, Kunsthandwerker stellen in und vor der alten Schule ihre Werke aus, ein Spielemobil und eine Hüpfburg sorgen für Kindervergnügen, eine Cafeteria für das leibliche Wohl, das Heimatfenster bietet Einblicke in die Geschichte des Dorflebens.

Auf dem Hof vor dem Schulgebäude zeigte die Brillenstylistin Ulrike Pistel zahlreiche Brillenmodelle und warb für Brillenpartys, Tanja Arceri präsentierte Reißverschlusstaschen in verschiedenen Farben und Formen und Sita Rossa-Freeborn verkaufte Objekte im Vintage-Stil. Im Schulgebäude wurde gestickt, genäht, gestrickt, gehäkelt und gebastelt. Die Künstlerinnen boten ihre Werke an, zeigten aber auch, wie sie gefertigt werden. Das Angebot reichte von handgefertigten Socken und Kuscheltieren über Papierkunst, Grußkarten, Kreuzstichstickereien, Malereien, Sommermützen, Puppenkleidung bis zu in Serviettentechnik verzierten Windlichtern.

Auch das Heimatfenster hatte im benachbarten Raum seine Tür geöffnet, zeigte anschaulich zahlreiche Exponate, Dokumente und Fotos aus der Vergangenheit. Mit viel Liebe zum Detail rekonstruierte die Dorfgemeinschaft eine Landküche, ein Schlafzimmer und eine „gute Stube“ mit Original-Gebrauchsgegenständen und Möbeln aus dem Dorf und der Umgebung. Schaufensterpuppen präsentierten Schützenuniformen, Fotos ließen ein längst verschwundenes Kloster wieder aufleben und viele Dokumente wiesen auf alte Traditionen und ein reges Vereinsleben hin.

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