Georg Mais dirigiert, Orchester harmoniert, Zuhörer fasziniert

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
9184384.jpg
Die Junge Philharmonie Ukraine Lemberg spielte am Sonntag das Neujahrskonzert in Hückelhoven. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Die Junge Philharmonie Ukraine präsentierte beim Neujahrskonzert der Stadt Hückelhoven, das sie in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule organisiert, einen bunten Reigen klassischer Melodien, Arien und Lieder.

Das junge Orchester stammt aus der ehemaligen habsburgischen Kulturmetropole Lemberg (heute Lviv) und wurde 2002 gegründet. In Hückelhoven gastierten die Musiker schon zum dritten Mal. Die beiden vorherigen Konzerte schienen das Publikum überzeugt zu haben, denn das Konzert war ausverkauft. Zur Begrüßung stiegen die Musiker unter der Leitung von Georg Mais gleich mit der Ouvertüre aus Mozarts „Hochzeit des Figaro“ ein, bei dem Orchester und Dirigent gleichermaßen ihr Können unter Beweis stellten.

Mais teilte sich das Dirigat des Konzertes mit Volodymyr Syvokhip, dem eigentlichen Leiter der Jungen Philharmonie. Nach der musikalischen Eröffnung richtete Mais Worte des Danks und der Anerkennung an das Hückelhovener Publikum, das teilweise schon eine Stunde vor Konzertbeginn erschienen war, um sich gute Plätze zu sichern. „Normalerweise proben wir vor dem Konzert noch einmal“, erklärte Mais. Doch diesmal fiel die Probe mangels Ungestörtheit aus und „wir haben direkt Spaß auf der Bühne“. Und den hatten sie, die Musiker ebenso wie der Dirigent, dem Jehudi Menuhin einmal bescheinigt hat, dass bei ihm „die Musik lebt“. Und wenn man ihn beobachtete, sah man, dass er eine persönliche und sinnliche Beziehung zu seiner Arbeit hat. Fast verspielt schien er die einzelnen Sektionen des Orchesters mit dem Taktstock anzutippen und dem musikalischen Bild hinzuzufügen wie ein Maler die Farbe mit dem Pinsel. Dann wieder schien er mit bloßen Händen die Töne freizulegen und aus einem imaginären Boden vor sich auszugraben. Das junge Orchester nahm diese gestischen Anweisungen auf und erzeugte eine leichte und über allem schwebende Musik, die das Publikum mittrug.

Als Solistin konnte Anastasia Kornutyak gewonnen werden, die sich nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch europaweit auf den großen Bühnen einen Namen als Sängerin gemacht hat. Mit Mozarts Arie „Voi avete un cor fidele“ stieg sie in das Konzert ein. Sie setzte gesangliche Glanzpunkte, zum Beispiel mit dem „Mondlied“ aus Dvoraks Oper „Rusalka“ oder „Spiel nicht die Unschuld vom Lande“ aus der „Fledermaus“.

Syvokhip stellte sein Können unter anderem mit den „Ungarischen Tänzen“ von Johannes Brahms unter Beweis. Mit dem Radetzky-Marsch aus der Feder von Strauß‘ Vater Johann (1804 – 1849) steuerte das Neujahrskonzert seinem Ende entgegen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert