Geocaching: Bergbautradition trifft moderne Technik

Von: Helmut Wichlatz
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Bergmannstradition in geballter Form – auch das gab es beim Treffen in St. Barbara. Foto: Wichlatz

Hückelhoven. Wie bringt man ein Traditionsthema wie den Bergbau ins Bewusstsein der jungen Menschen? Stefan Grates setzt dafür auf moderne Technik, genauer auf Geocaching und Flugdrohnen. Und das mit Erfolg, denn rund tausend Gäste und Besucher waren am Samstag in der ehemaligen Bergmannskirche St. Barbara beim zweiten „Internationalen Treffen der Geocacher und Bergleute“ dabei.

Für diejenigen, die nicht auf Anhieb wissen, was sich hinter dem Begriff „Geocaching“ verbirgt: es ist eine moderne Form der guten alten Schnitzeljagd. Allerdings muss man mit dem Smartphone und anhand von GPS-Daten herausbekommen, wo die „Caches“ verborgen sind, die man finden muss. Dieser Fund wird dann online dokumentiert, am Ende gewinnt derjenige, der am schnellsten alles gefunden hat, auch den Rückweg zum Sammelpunkt.

Die „Caches“ waren natürlich – und da kommt der Bergbau ins Spiel – an oder in der Nähe von Plätzen und Gebäuden versteckt, die noch heute die Bergbautradition in Hückelhoven repräsentieren. „Wir schaffen es, junge Menschen für den längst vergangenen Bergbau zu interessieren und laden gleichzeitig ehemalige Bergleute aus ganz NRW und den Nachbarländern zum Treffen ein“, erläuterte Grates den Sinn des Treffens. Die von ihm mitgegründete „IG Glück Auf“ befasst sich mit Geocaching und Bergbau im ehemaligen Aachener Revier.

Gäste waren aus dem Ruhrgebiet, aus den Niederlanden und Belgien gekommen. Am Schacht 3 wurden Sonderschichten eingelegt, um die Besucher durch den Lehrstollen und die alte Schachtanlage zu führen. Viele der Besucher waren in ihrer alten Arbeitsmontur gekommen. Auch das Gästebuch präsentierte sich als riesiges beschreibbares „Arschleder“, das später meistbietend versteigert wurde. Musikalisch hatte man die Veranstaltung in die bergbauerfahrenen Hände von „Graf Hotte“ gegeben, der das Bergbauliedgut rockig aufgearbeitet auch den jungen Besuchern nahebringen konnte.

Ferngesteuerte Drohnen

Vor St. Barbara hatten Händler ihre Stände mit Erinnerungen an die Bergbauzeit aufgebaut. Unter den Ausstellern war auch der „Multicopter Pilot Club“, ein Zusammenschluss von Hobbypiloten, die sich den ferngesteuerten Drohnen verschrieben haben. „Eigentlich sollten wir nur mit unserem Multicopter einen Werbefilm für das Treffen drehen“, erklärte der Vorsitzende Günter Kuhl. Im Vereinsfachsprech der Hobbypiloten hat das Wort „Multicopter“ den negativ besetzten begriff „Drohne“ längst abgelöst. Das, was der Durchschnittsbürger bei Drohnen befürchtet, hat man bei den Multicopter-Piloten nicht zu erwarten. „Wir fliegen nicht über bewohntem Gebiet und spionieren auch niemanden aus“, betonte Kuhl.

Die Copter müssen nicht bedrohlich und groß daherkommen. Das kleinste Modell, mit dem der Club in St. Barbara dabei war, hatte die handliche Größe eines Smartphones. „Damit kann Amazon sicher keine Bestellungen ausliefern“, scherzte ein Besucher. Am Schacht 3 ließen sie ihre Copter aber gerne aufsteigen, um Panoramabilder vom alten Zechengelände und den eifrigen Geocachern zu machen.

75 Kinder und Jugendliche

Grates und seine Mitorganisatoren zeigten sich zufrieden mit dem Besuch der Veranstaltung. Neben rund 250 Besuchern, die sich auf die große GPS-Schatzsuche machten, waren auch rund 75 Kinder und Jugendliche bei ihrer eigenen GPS-gestützten Schnitzeljagd im Einsatz. Das dritte Geocaching in diesem Jahr und in der Region findet im August im niederländischen Valkenburg statt.

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