Gemeinsames Gedenken der Schüler für den Frieden

Von: Helmut Wichlatz
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Willi Schmitz (rechts) überreicht Rob Menting einen bunten Vogel als Zeichen der Freundschaft. Foto: Helmut Wichlatz
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Wilfried Oelelrs war für die Präsentation des Projektes aus Berlin nach Erkelenz gekommen

Erkelenz. Die Europaschule pflegt seit 30 Jahren eine aktive Partnerschaft mit dem Roermonder Lyceum Schöndeln. Zu dieser Schulpartnerschaft gehört auch die gemeinsame Beschäftigung mit schulischen Themen. Beim Treffen in der Europaschule präsentierten Schüler beider Schulen die Ergebnisse ihres jüngsten Projektes.

„Gedenken ist Nachdenken. 70 Jahre danach“ lautete das Thema. Der Krieg und die Auswirkungen der Nazi-Ideologie wurden ebenso dargestellt wie die Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung in Deutschland.

Auf Schautafeln und in einer Powerpoint-Präsentation hatten die Schüler zweisprachig ihre Themen zusammengefasst. Zur Präsentation war auch der Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers nach Erkelenz gekommen, der im Anschluss noch mit den Schülern über aktuelle Themen wie die Friedenspolitik diskutierte.

Wenn es in Erkelenz um Geschichte geht, ist der Heimatverein nicht weit. Mit Günter Merkens, Hubert Rütten, Theo Görtz und Wilfried Mercks waren vier Aktivposten des Vereins in den Präsentationsraum der schuleigenen Mediathek gekommen, um die Ergebnisse der Schüler zu begutachten.

Zwiegespaltenes Verhältnis

Die holländische Gruppe wurde von Schulleiter Rob Menting angeführt. Sehr zur Freude seiner Schüler versuchte er sich zur Begrüßung in einer deutschen Ansprache. Er hob kritisch hervor, dass Deutsch in der Schule keine sehr große Rolle spiele. Das Verhältnis der Niederländer zu den deutschen Nachbarn sei nicht nur wegen des Krieges ein wenig zwiegespalten.

„Den Fußball möchte ich erst gar nicht erwähnen“, sagte er und verwies darauf, dass viele Oranje-Fans auch auf Deutschland hielten, wenn das eigene Team schon ausgeschieden ist. „Sie spielen derzeit niederländischen Fußball“, erklärte er.

Sein deutscher Kollege Willi Schmitz betonte, dass man die Vergangenheit nicht vergessen dürfe, um den Frieden in der Gegenwart zu bewahren. Die Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Themen trage dazu bei, dass sich ähnliche Tendenzen in der heutigen Zeit nicht durchsetzen könnten. In der Präsentation hatten sich die Schüler auch mit dem Konzentrationslager Vlught beschäftigt.

Auf großes Interesse bei den niederländischen Jugendlichen stieß die Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig, der mit „Struikelblokken“ (Stolpersteinen) auf den Bürgersteigen den Opfern der Naziherrschaft gedenkt. Auch Schüler der Europaschule haben schon für die Stolpersteine gesammelt und die Schicksale der verschleppten Erkelenzer recherchiert. An den Schautafeln kamen die Schüler dann mit den Heimatforschern und dem Politiker Oellers ins Gespräch, bevor es nach einer Stärkung in die Diskussion ging.

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