Gemälde kehrt nach 200 Jahren zurück

Von: Helmut Wichlatz
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Rückkehr ins ehemalige Kreuzherrenkloster Haus Hohenbusch: (v.l.) Dr. Hans-Heiner Gotzen, Günther Merkens und Frank Körfer präsentieren das Pastellgemälde des damaligen Subpriors Franz Jakob von Kesseler. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz-Hetzerath. Das Pastellgemälde des Subpriors Franz Jakob von Kesseler hat einen weiten Weg hinter sich gebracht, bis es nach über 200 Jahren zurückkehrte an den Ort seiner Entstehung, nach Hohenbusch. Möglich wurde dies durch den Heimatverein, der das Bild der Stadt und dem Förderverein Hohenbusch als Dauerleihgabe überlassen hat.

Schon vor geraumer Zeit konnte der Heimatverein das Bild auf dem Kunstmarkt erwerben, wie der Vorsitzende Günther Merkens bei der Übergabe im Herrenhaus auf Hohenbusch erklärte. Bis dahin habe es sich in der Schweiz in Privatbesitz befunden. Wie das Bild nach der Auflösung des Kreuzherrenklosters am 21. April 1802 in die Schweiz gelangte, wisse er nicht.

Mit der Auflösung des Klosters waren sein Besitz und Inventar in das Eigentum französischen Besatzer übergegangen und verkauft worden. Noch heute findet man in vielen Kirchen Inventar, das aus Hohenbusch stammt. Das Bild habe sich in keinem guten Zustand befunden, erklärte Merkens weiter. Deshalb sei es zuerst nach Brauweiler gekommen, wo der Landschaftsverband Rheinland (LVR) Kunstwerke fachgerecht restauriert, um sie für die Nachwelt zu erhalten.

Frank Körfer vom Förderverein Hohenbusch nahm das Bild nur zu gerne in Empfang, denn es stelle eine Bereicherung der musealen Zellen im ersten Obergeschoss des Herrenhauses dar. Dort wird auch ein Bild des letzten Priors von Hohenbusch, Conrad Ohoven, ausgestellt. Er und sein Stellvertreter von Kesseler gehörten zu den Geistlichen, die die Auflösungsurkunde des Klosters unterzeichnen mussten. Beide Bilder stammen scheinbar vom selben Maler, wahrscheinlich einem kunstbegabten Ordensbruder aus Hohenbusch. Sein Name ist nicht bekannt.

Über Subprior von Kesseler weiß man, dass er 1734 in Monschau geboren wurde und sechs Jahre nach der Auflösung des Klosters in Jülich starb. Das Bild stellt von Kesseler in der Tracht der Kreuzherren dar. Auffällig sind die Proportionen des Subpriors, die nicht recht stimmen. Die Art der Darstellung der Hände ist bei diesem und dem Bild des Priors Ohoven gleich, weshalb man vom selben Künstler ausgeht. Ein ähnliches Bild befindet sich auch im ehemaligen Kreuzherrenkloster in Wickrath, erklärte Körfer.

Ausbau des musealen Angebots

Künftig wird die Dauerleihgabe in den musealen Zellen im ersten Obergeschoss zu sehen sein. Dort soll im gesamten ersten Stock eine Dauerausstellung zum Leben und Wirken der Ordensbrüder in Hohenbusch entstehen. Ein entsprechender Beschluss werde voraussichtlich im Mai im Kulturausschuss gefasst, betonte der Erste Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Dr. Hans-Heiner Gotzen. Baulich sei im Herrenhaus „alles klar“, betonte Gotzen weiter. Von dieser Seite aus stehe dem Ausbau des musealen Angebotes nichts im Wege. Auch seitens des LVR habe es schon „positive Signale“ bezüglich einer finanziellen Unterstützung gegeben. Mit einer Umsetzung der Planungen sei ab der zweiten Jahreshälfte zu rechnen, erklärte Körfer.

Vielleicht tauchen bis dahin ja noch weitere Sammlerobjekte aus Hohenbusch auf. Dies sei nicht so selten, wie Gotzen betonte. Immer wieder komme es vor, dass Kunsthändler sich mit Angeboten an die Stadt wendeten. Diese würden dann geprüft, ob sich eine Investition lohne.

„Meistens stehen die Objekte in einem regionalen Bezug und haben für die Stadt eher einen ideellen Wert“, erklärte er.

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