Geldmangel stoppt Ausgrabungsarbeiten

Von: Monika Baltes
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Die konkrete Umsetzung der Gewerbegebietserweiterung in Rath-Anhoven verzögert sich. Foto: Stefan Klassen

Wegberg-Rath-Anhoven. Eigentlich ging es ja um die Zukunft bei der von der Stadt Wegberg vorgesehenen Erweiterung des Gewerbegebietes Rath-Anhoven in westlicher Richtung. Dann meldete sich hier die Vergangenheit zu Wort. Funde bei den vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland geforderten vorherigen archäologischen Grabungen belegen, dass hier ein römisches Landgut gestanden haben muss.

Die Experten datieren die Hof-stelle in die Mitte des 1. Jahrhunderts n.Chr., und es gibt Anhaltspunkte, dass sie bis ins 3. Jahrhundert bestand. Drei Gebäude, ein Ofen und ein vermutlicher Brunnen lassen vermuten, dass hier der Wirtschafts- und Handwerksbereich des Hofes war. Es sei daher anzunehmen, dass das Hauptgebäude weiter westlich liegt, führt die Ausgrabungsfirma im Zwischenbericht aus.

Nun kommt die Gegenwart ins Spiel. Die Ausgrabungsarbeiten kosten natürlich Geld. Geld, das die Stadt Wegberg nicht hat. Die vielen Funde machten einen deutlich höheren Personaleinsatz bei der Grabungsfirma erforderlich, das verfügbare Budget für die Gesamtgrabung war bereits Ende April aufgezehrt. Die Grabung wurde abgebrochen, die Fundstellen zur Sicherung mit Geovlies abgedeckt und die Suchgräben wiederverfüllt. Die landwirtschaftliche Nutzung wurde zeitnah wieder aufgenommen.

Nur fünf Prozent der vorgesehenen Fläche befinden sich im Eigentum der Stadt. Die anderen Eigentümer waren bisher nicht an einer Veräußerung interessiert. Daher sei nicht absehbar, wann mit einer konkreten Umsetzung der Gewerbegebietserweiterung zu rechnen ist, resümierte die Verwaltung im zuständigen Fachausschuss für Wohnen, Bauen Umwelt und Vergabe.

Weitere kostenintensive archäologische Untersuchungen werden daher zurückgestellt, um zunächst die Ergebnisse der laufenden Grundstücksverhandlungen zwischen der Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wegberg und den Eigentümern abzuwarten.

Die Erweiterung des Gewerbegebietes Rath-Anhoven hält die Stadt Wegberg auch weiterhin für notwendig, um in verkehrsgünstiger Lage Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen und so indirekt neue Arbeitsplätze im Stadtgebiet Wegberg zu schaffen. Allerdings sei vor dem Hintergrund der gemachten Funde „eine Umsetzung nicht unkritisch“. In den bisher noch nicht untersuchten Bereichen würden weitere Bodendenkmäler aus dem Mittelalter vermutet.

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