„Geheime Freunde“ gründlich vorbereitet

Von: mb
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Langsam steigt die Anspannung bei den Mitgliedern des Theaterprojektes der Evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg. Am nächsten Wochenende gibt es gleich zwei Premieren von „Geheime Freunde“. Foto: pr

Erkelenz-Schwanenberg. „So langsam kommt die Aufregung vor der Premiere“, da sind sich die elf jungen Schauspieler des Theaterprojektes der Evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg einig. Seit Januar wird wöchentlich für den großen Tag geprobt, voller Begeisterung und Ehrgeiz und mit viel Spaß an der Sache. Was sie sich noch nicht so recht vorstellen können, ist das beflügelnde Gefühl, vor großem Publikum zu stehen.

Und groß wird das Publikum sein, das hat in Schwanenberg Tradition. „Die Premierenaufführungen am  Freitag und Samstag sind schon ausverkauft“, berichtet der Leiter des Projektes Pfarrer Robin Banerjee nicht ohne Stolz. „Es gibt zwei Premieren mit verschiedenen Rollenbesetzungen“, fügt er erklärend hinzu.

Mit „Geheime Freunde“ bringt die Gruppe der ehemaligen Konfirmanden (14 und 15 Jahre alt) ein ernstes Stück auf die Bühne, das auf dem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Buch „Der gelbe Vogel“ von Myron Levoy beruht. Es handelt von Alan Silverman, einem jüdischen Jungen, der im zweiten Weltkrieg in New York lebt und hier auf das verstörte jüdische Mädchen Naomi trifft. Als Achtjährige musste Naomi in Frankreich mit ansehen, wie ihr Vater von den Nationalsozialisten erschlagen wurde. Es folgte die Flucht über die Schweiz bis nach Amerika. Alan entschließt sich, dem traumatisierten Mädchen zu helfen, obwohl er dadurch seine Hobbys Schlagball und Modellflugzeuge und auch seine Freunde vernachlässigt. Nur über den Umweg der Unterhaltung zwischen seiner Bauchrednerpuppe Charlie und Naomis Puppe Yvette findet er Zugang zu dem entsetzten Mädchen.

Die Vorbereitung war gründlich: Der Chefarzt der Gangelter Einrichtungen, Dr. Simeon Matenzuglo, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erläuterte den Jugendlichen die Traumatisierung der kleinen Naomi und ihre Folgen. Das Spiel mit den Puppen trainierten die Jugendlichen mit Cord Gerdes, Schauspieler und Theaterpädagoge aus Hannover. „Als ich gemerkt habe, dass das Puppenspiel nicht funktioniert, habe ich mir einfach Hilfe geholt“, sagt Banerjee, der auf viele gelungene Theaterprojekte zurückblickt.

Nach alter Tradition ist wieder die gesamte Dorfgemeinschaft in das Theaterprojekt eingebunden: Technik, Organisation, Schminken, Bühnenbild – alles made in Schwanenberg. „Besonders dankbar sind wir Dieter Brunn von der Image Construction für die Kulisse: Zwei Treppen von enormem Ausmaß, jede 300 Kilo schwer, hat er für uns gebaut“, freut sich Banerjee. Jetzt sind die Vorbereitungen abgeschlossen. Der Text sitzt – dank freundlicher Textlernhelfer wie Omas und Brüder–, die Kostüme sind fertig und alle freuen sich auf die Bühne. Dann können sich die Zuschauer selbst davon überzeugen, dass die Puppe Charlie ein bewegender Sänger ist und sich nicht nur in das Herz der kleinen Naomi einschleicht, sondern auch einen Weg in die Herzen des Publikums finden wird.

Für die Aufführungen am Sonntag, 22. und Montag 23. September, jeweils um 20 Uhr gibt es noch Karten im Gemeindebüro Schwanenberg und eventuell an der Abendkasse.

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