Gefühltes Alter liegt weit höher als es ist

Von: Rainer Herwartz
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Eine ausgewogene Altersstrucktur streben die Wassenberger an. Ihre Stadt soll für Alt und Jung gleichermaßen attraktiv bleiben. Bis 2030 soll Wassenberg laut Prognose in der Summe keine Einwohner verlieren. Foto: stock/imagebroker
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Bürgermeister Manfred Winkens möchte in der Innenstadt weitere interessante Einkaufsmöglichkeiten schaffen. Foto: Herwartz

Wassenberg. Am demografischen Wandel ließe sich nicht rütteln, sagt Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens. Generell nehme die Zahl älterer Menschen zu. Deutschland habe pro 1000 Einwohner die geringste Geburtenrate in Europa. „Aber wenn die Leute sagen, dass wir in Wassenberg überaltern, stimmt das nicht. Wir dürfen nicht den Ruf bekommen, Wassenberg ist die Stadt der Alten.“

 Genau das hatten viele Wassenberger im großen Kommunalcheck unserer Zeitung jedoch vermutet. Und auch beklagt, dass mit den jungen Menschen zudem noch die Kaufkraft die Stadt verlasse.

„Wir liegen in der Altersgruppe von 0 bis 20 Jahren über dem Landesdurchschnitt“, hält Winkens entgegen. „Wir haben hier sicherlich einige Seniorenwohnanlagen, aber die Menschen rufen danach, weil nun einmal die ältere Bevölkerungsgruppe der 40 bis 60-Jährigen in Wassenberg wie im gesamten Land die stärkste Gruppe darstellt. Das Ziel muss sein, eine ausgewogene Altersstruktur zu erreichen.“

Wie gut Wassenberg jedoch im Vergleich im Altersschnitt dastehe, zeige sich daran, dass die Grundschulstandorte in Wassenberg, Birgelen, Myhl und Orsbeck „kurz und mittelfristig“ nicht gefährdet seien. „Wir haben in diesem Jahr mit rund 160 Kindern im Vergleich zu den 148 des letzten Jahres sogar einen Zuwachs zu verbuchen. Das Statistische Landesamt sagt, dass die Stadt Wassenberg bis 2030 keine Einwohner verlieren wird.“ Damit stehe seine Kommune gegen den Trend im übrigen Kreis Heinsberg, der nach aller Wahrscheinlichkeit einen Verlust von acht bis zehn Prozent hinnehmen müsse.

Diese Entwicklung bedeute jedoch keineswegs, dass sich die Stadt darauf ausruhe, meint Winkens. „Wir haben uns in Wassenberg intensiv mit der Frage befasst, wie man junge Leute in die Stadt holt. Deshalb entwickeln wir auch jetzt noch Baugebiete, zum Beispiel in der Roermonder Straße zwischen Wassenberg und Birgelen 200 Grundstücke.

Dort sind keine Seniorenwohnanlagen geplant.“ Jungen Familien , so wurde es schon im Dezember letzten Jahres zum Inhalt eines CDU-Antrages, sollen sogar Sonderkonditionen eingeräumt werden. Gedacht werde eventuell an einen Rabatt pro Kind, erläutert Winkens. Für die Zukunft der Stadt sei man auf junge Familien angewiesen. „Wir verfügen über eine hervorragende Infrastruktur mit Kindergärten, Kirchen, Schulen oder Sporteinrichtungen, daneben über eine Vielzahl von Vereinen mit Jugendabteilungen. Wir verfügen über Ressourcen, von denen andere Kommunen nur träumen können“, sagt der Bürgermeister. Und in allen Kindergärten und Schulen – darauf ist er besonders stolz – „haben wir optimale Bedingungen geschaffen. In der Zeit, in der ich im Amt bin, haben wir all diese Einrichtungen saniert, sowohl energetisch als auch baulich“.

Was in Wassenberg fehle, seien allerdings Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt, verschließt Winkens auch vor Wassenbergs Schwächen nicht die Augen. „Geschäfte, die zum Bummeln und Verweilen einladen. Auf der L 117 fahren am Wochenende etwa 20.000 Kraftfahrzeuge an Wassenberg vorbei in Richtung Niederlande. Von denen möchten wir gerne einen Teil in die Stadt locken.“

Noch in dieser Woche sei in der Wirtschaftsförderungsinitiative Innenstadt an der Ideenfindung für deren Attraktivitätssteigerung gearbeitet worden. Jeder Bürger könne sich daran übrigens beteiligen, deshalb wird für Donnerstag, 9. Januar 2014, 18 Uhr, zu einer Bürgerversammlung in die Begegnungsstätte an der Pontorsonallee eingeladen.

Natürlich werde Wassenberg nie ein Gewerbe- oder Industriestandort, meint der Wassenberger Bürgermeister. „Deshalb müssen wir die weichen Faktoren besonders hervorheben. Es geht hier um Wohlfühlfaktoren.“ Das dürfte am Ende für Jung und Alt gleichermaßen bedeutsam sein.

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